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Flusskreuzfahrten während Corona-Pandemie

Autor: Oliver Asmussen am 25.07.2020

Im Test: Meine fünf Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie

Die Corona-Pandemie ist nicht vorbei, auch wenn das häufig zu lesen ist. Trotzdem fahren inzwischen wieder viele Flusskreuzfahrtschiffe und besonders Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie sind in immer größerem Umfang möglich. Allerdings unter Einhaltung strenger Hygiene- und Abstandsregelungen. Wie sich diese anfühlen, habe ich ohne Unterbrechung auf gleich fünf Flusskreuzfahrtschiffen in Folge erfahren dürfen.

Ein langer Weg vom Shutdown zum Neustart

Viele Monate lang stand die Kreuzfahrtbranche komplett still. Die Corona-Pandemie hatte die Welt fest im Griff. Und sie sorgt auch mehrere Monate nach dem kompletten Shutdown weiterhin für große Einschränkungen im internationalen Reiseverkehr. Die Boulevard-Presse ergötzte sich an nahezu täglich auftretenden Corona-Fällen an Bord vieler Hochsee-Kreuzfahrtschiffe, die bekannt wurden. Die Flusskreuzfahrtschiffe waren von solchen Meldungen zum Glück nicht betroffen, da die Saison noch nicht begonnen hatte. Ein langer Weg lag zwischen Shutdown und dem Neustart erster Kreuzfahrten. Schnell zeichnete sich ab, dass die Flusskreuzfahrtschiffe, sowie kleine Schiffe, gegenüber den Megalinern der Hochseeflotten viele Vorteile boten und daher auch zuerst wieder Fahrt aufnehmen konnten. Es wurden strenge Hygienekonzepte erarbeitet und Abstandsregelungen erlassen, die fortan gültig sein sollten. Ende Juni begannen schließlich die ersten Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie.

Flusskreuzfahrtschiff VIVA TIARA auf dem Rhein

Foto: Flusskreuzfahrtschiff VIVA Tiara auf dem Rhein

Ist eine Flusskreuzfahrt noch sicher?

Den bereits gebuchten Reisenden für den Sommer und potentiellen Neukunden stellte sich nach Bekanntwerden der Hygiene- und Abstandsregelungen die Frage, ob eine solche Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie noch sicher sein kann. Die Liste an Anforderungen umfasste eine Auflistung an Punkten, die sich über viele DIN A4 Seiten erstreckte. Die extrem streng klingenden Regelungen schreckten viele Reisende, die schon für den Sommer gebucht hatten ab. Andere zögerten oder nahmen komplett Abstand von der Idee einer solchen Flusskreuzfahrt, die so gar nicht mehr nach einem erholsamen Urlaub klang. Und ich muss zugeben, dass auch ich Bedenken hatte, gleich zum Neustart der Branche nicht nur ein Flusskreuzfahrtschiff, sondern gleich fünf davon zu besuchen. Es war vorher von Blutabnahmen, großen Voruntersuchungen vor Reisebeginn, von permanenter Maskenpflicht, von täglichen Arztbesuchen, von abgesperrten Poolbereichen, von großen Trennwänden in Restaurants und Lounges, von abgesperrten, öffentlichen Toiletten sowie von Quarantänekabinen und festgelegten Tischzeiten die Rede. Dinge, die nicht gerade die Vorfreude auf eine Flusskreuzfahrt steigerten. Und auch ich stellte mir die Frage, „Ist eine Flusskreuzfahrt überhaupt noch sicher?“ Kann eine Flusskreuzfahrt noch funktionieren?

Fünf Flusskreuzfahrtschiffe in Folge

Der Tag meines persönlichen Flusskreuzfahrt-Neustarts begann mit einer Schiffstaufe in Düsseldorf. Der Taufe der LADY DILETTA von Plantours schloss sich eine kurze Fahrt auf dem Rhein an. Im Anschluss daran wechselte ich auf die komplett renovierte VIVA TIARA von VIVA Cruises sowie auf die TREASURES und die INSPIRE, ebenfalls von VIVA CRUISES. Den Abschluss meiner Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie bildete die neue ANDREA von Phoenix Reisen.

Da es sich bei der Taufe mit anschließender Tauffahrt der LADY DILETTA nicht um eine offizielle Reise handelte, liegen die nachfolgenden Flusskreuzfahrtschiffe hinsichtlich der Beschreibung meiner Erfahrungen im Fokus.

Die Einschiffung

Sowohl bei VIVA Cruises als auch bei Phoenix Reisen wurde mein Gepäck bei der Einschiffung unter einem großen Zeltdach in Empfang genommen, die Griffe desinfiziert und das Gepäck von Mitarbeitern mit Handschuhen an Bord zur Kabine gebracht. Alternativ hätte ich es, nach obligatorischer Desinfektion der Hände und nach einem kurzen Messen meiner Körpertemperatur unter dem großen Zeltdach, selbst mit auf die Kabine nehmen können. Die Einschiffung dauerte nur wenige Minuten und war somit unbedeutend länger als vor Einführung der neuen Richtlinien. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass sich vor dem Zelt größere Schlangen bilden. Hier gilt dann ein Mindestabstand zwischen den Gästen von 1,5m. Zu einer solchen Schlangenbildung kam es schon im regulären Betrieb, wenn mehrere Busse gleichzeitig das Schiff erreichten. Nun ergibt sich jedoch der Vorteil, dass mehr Platz für die Wartenden zur Verfügung steht, da es keine Menschenansammlungen mehr geben darf. Einziger Wehmutstropfen: War es bisher möglich, auch schon vor der offiziellen Einschiffungszeit das Schiff zu betreten, so ist dies nun vorerst nicht mehr erlaubt.

Meine Vorfreude auf die jeweilige Flusskreuzfahrt wurde daher zu keiner Zeit gemindert.

Hygieneregeln Hinweis an der Rezeption MS Andrea

Foto: Hygieneregeln Hinweis an der Rezeption MS Andrea

Das Einbahnstraßensystem

Gewöhnungsbedürftig ist, da gibt es keinen Zweifel, das Einbahnstraßensystem an Bord. Und meine Erfahrungen nach diesen fünf Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie zeigen, dass ein solches System nur bedingt sinnvoll ist. Warum? Es geht am Ende ja darum, den Kontakt zwischen Menschen zu vermeiden. Bewohnt jemand nun eine Kabine, die sich relativ nah am Treppenhaus befindet, müsste derjenige im Zweifelsfall (wenn dieses Deck nur für den Gang in Richtung Heck vorgesehen ist) zweimal komplett einen Kabinengang durchqueren und begegnet dort mit hoher Wahrscheinlichkeit der arbeitenden Servicecrew oder anderen Gästen, die gerade aus den Kabinen kommen sowie ein abweichendes Lauftempo vorgeben. Sinnvoller wäre eine Regelung, nach der jeder Gast selbständig versucht, den Kontakt zu vermeiden und seinen Weg selbst wählen kann. Das wurde auch – Vorgaben hin oder her – auf allen Flusskreuzfahrtschiffen von den Bewohnern der Kabinen in Treppenhausnähe so gehandhabt. Völlig ohne Probleme. Phoenix Reisen hat diesbezüglich ein eigenes System eingeführt und das Einbahnstraßensystem auf der ANDREA abgeschafft. Welche Variante auch immer ich nun betrachte, sie haben alle funktioniert.

Richtungspfeil Beispiel Scylla-Schiff Kabinengang

Foto: Richtungspfeil Beispiel Scylla-Schiff Kabinengang

Das tägliche Fiebermessen

Auf den VIVA Flusskreuzfahrtschiffen fand abends vor dem Abendessen eine tägliche Kontrolle in der Lounge statt. Mit minimalen Abweichungen im Ablauf. In allen Fällen hat es völlig reibungslos und ohne Probleme funktioniert. Die Temperatur wurde von den an Bord mitreisenden Ärzten erfasst und eingetragen. Ein Vorgang der nie mehr als maximal fünf Minuten meiner Zeit kostete. Wurde dadurch mein Urlaubserlebnis gemindert? Nein! So reibungslos habe ich den Ablauf nicht erwartet. Bei Phoenix Reisen an Bord der ANDREA wurde die Temperatur jeden Abend im Restaurant beim Abendessen gemessen. Das mag zunächst irritieren, hat in der Praxis jedoch einwandfrei funktioniert.

Die Kabinenreinigung

Auf den Flusskreuzfahrtschiffen von VIVA Cruises erfolgte diese nicht mehr automatisch täglich zwei Mal, sondern nur dann, wenn man das entsprechende Schild am Griff der Kabinentür platzierte. Dadurch soll ein unnötiger Kontakt zwischen Servicepersonal und Gästen vermieden werden. Auf der ANDREA fand die Kabinenreinigung wie gewohnt statt. Ein mehrfacher Wechsel der Bettwäsche erfolgte auf allen Schiffen. Vor- und Nachteile hatte keine dieser Regelungen aus meiner Sicht. Der Hygienestandard war auch schon vor Einführung der neuen Regelungen extrem hoch.

Nutzung der Desinfektionsspender – die größte Schwachstelle an Bord

Überall an Bord sind Desinfektionsspender aufgestellt. Hier besteht in einigen Fällen aus meiner Sicht noch Optimierungsbedarf, denn auch auf den Sonnendecks sollten diese überall für die Gäste verfügbar sein. Außerdem ist es aus meiner Sicht unbedingt erforderlich, dass das Servicepersonal die Gäste zur dessen Nutzung verpflichtet (!). Das hat vor der Corona-Pandemie leider schon nicht lückenlos funktioniert und zeigt sich zu meinem Erstaunen auch weiterhin als größte Schwachstelle an Bord! Reisende „huschen“ nach Landausflügen an den Spendern vorbei und werden so zu einem entsprechenden Risiko für alle Mitreisenden. Nicht nur im Hinblick auf die Corona-Pandemie.

Desinfektionsspender MS Andrea Eingang

Foto: Desinfektionsspender MS Andrea Eingang

Die Maskenpflicht

An Bord aller Flusskreuzfahrtschiffe gilt Maskenpflicht. Das Tragen von Nasen- und Mundschutz ist beim Laufen durch die Kabinengänge und durch die öffentlichen Bereiche überall vorgeschrieben. Beim Sitzen in der Lounge, im Restaurant am Platz oder auf dem Sonnendeck hingegen nicht. Sollten Gäste einmal nicht daran gedacht haben, mit der Maske durch das Schiff zu laufen, wurde in allen Fällen vom Servicepersonal um die Beachtung der Regelungen gebeten. Notfalls in Form sich wiederholender Lautsprecherdurchsagen. Für viele Reisende stellt die verordnete Maskenpflicht die größte Einschränkung während einer Kreuzfahrt dar. Die Erfahrungen haben mir nun gezeigt, dass diese Einschränkung nahezu überhaupt nicht besteht bzw. sich die Pflicht zum Tragen dieser Maske als nicht störend erwiesen hat. Die Wege auf einem Flusskreuzfahrtschiff sind kurz und aus diesem Grunde ist der Zeitrahmen, während man diese Maske trägt, äußerst minimal.

Hinweis zum Tragen von Nasen- und Mundschutz Eingangstür

Foto: Hinweis zum Tragen von Nasen- und Mundschutz Eingangstür

Getränke- und Speisekarten

Die Getränkekarten sind an Bord der ANDREA vorerst von den Tischen der Lounge verbannt. An Bord der VIVA Cruises Flusskreuzfahrtschiffe gibt es Varianten, die desinfizierbar sind. Speisekarten sind auf allen Schiffen vorhanden, da diese nur einmal genutzt werden.

Die Mahlzeiten

Bei den Mahlzeiten zeigen sich nur minimale Änderungen zum bisherigen Ablauf. Aufgrund der reduzierten Auslastung der Schiffe, sind die Belegungen der Tische an Bord in den Restaurants geschrumpft. An einem Tisch für sechs Personen sitzen in der Regel nun nicht mehr als zwei. Es sei denn, größere Gruppen oder Familien reisen an Bord. Die Umsetzung hinsichtlich der Abstandsregelungen in den Restaurants erwies sich aus meiner Sicht als gut. Sowohl Mittag- als auch Abendessen wird auf allen Schiffen als Menü serviert.

Schwachstelle das Frühstück

Es bestätigten sich an Bord aller Flusskreuzfahrtschiffe die meinerseits erwarteten Probleme beim Frühstück. Die Probleme treten auf, weil die üppigen Buffets weggefallen und es nicht selten zu Kommunikationsproblemen bei der Bestellung einzelner Dinge wie zum Beispiel Sahnemeerrettich und Dill-Senf-Sauce kommt. Serviert wurde auf mehreren Schiffen purer Senf oder auch Schlagsahne – zum Lachs. Die gewünschte Dill-Senf-Sauce habe ich nur in einem Fall auf einem der Schiffe erhalten. Und das erst nach einer Wartezeit von knapp 10 Minuten. Auch wenn diese Bestellungen eher zu Testzwecken erfolgten, so offenbarten sich die erwarteten Probleme. Sie zeigten sich darüber hinaus beim Ordern bestimmter Brot- und Brötchen-Sorten sowie beim Aufschnitt. Die Auswahl der bisher bekannten Buffets ist nicht geschrumpft, es erwies sich aufgrund von Kommunikationsproblemen nur als schwierig, diese auch auszuschöpfen.

Für das Frühstück gilt daher derzeit: Geduld haben, Verständnis für das Servicepersonal mitbringen und sich daran erinnern, dass man sich im Urlaub befindet.

Größtmögliche Flexibilität für alle Reisenden – aber Vorsicht bei Buchung!

Top gelöst ist auf allen fünf Schiffen von VIVA Cruises bzw. Phoenix Reisen die Lösung einer offenen Tischzeit zu allen Mahlzeiten. Dadurch haben alle Reisenden die Möglichkeit, zu ihrer bisher gewohnten Essenszeit die Mahlzeiten zu konsumieren. Es ist vor einer Buchung jedoch Vorsicht geboten, denn nicht auf allen Flusskreuzfahrtschiffen bzw. nicht bei allen Reedereien gilt dieses System. Mir sind auch Reedereien bekannt, bei denen feste Slots für die Gäste vergeben werden. So kann es passieren, dass man zwischen 06:30 Uhr und 07:30 Uhr zum Frühstück erscheinen muss. Kommt man später, geht man leer aus. Da wird das Urlaubsgefühl dann schon deutlich eingeschränkt.                         

Servietten

Man vermeidet auf den meisten Flusskreuzfahrtschiffen derzeit die Nutzung der bisherigen Stoffservietten und stellt Papierservietten zur einmaligen Nutzung zur Verfügung. Auf der ANDREA gibt es weiterhin Stoffservietten, die unter strengen Hygieneregeln gereinigt werden.

Die Nutzung von Pools, Sauna und Frisör an Bord (sofern vorhanden)

Die Pools sind auf allen Schiffen nutzbar gewesen. Natürlich unter Einhaltung der Hygieneregeln. Die Frisöre hatten derzeit geschlossen, ebenso wie in einigen Fällen die Sauna und der Massagebereich. Der Fitnessraum konnte genutzt werden. Details sind auf den jeweiligen Schiffen zu erfragen.

Abendprogramm an Bord

Ein umfangreiches Abendprogramm gibt es derzeit auf keinem der Flusskreuzfahrtschiffe. Musikalische Unterhaltung gibt es, Shows jedoch nicht.

Leere Bücherei MS Andrea

Foto: Leere Bücherei MS Andrea

Wird das Urlaubsgewühl insgesamt eingeschränkt oder nicht?

Ich kann nur für mich urteilen und komme zu dem Entschluss, dass das Urlaubsgewühl in keinster Weise eingeschränkt wird. An die Änderungen gewöhnt man sich schnell und auch die Reaktionen der Mitreisenden waren überwiegend positiv. Auf Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie wird das bekannte Urlaubsgewühl nur sehr gering beeinträchtigt.

Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie buchen – ja oder nein?

Der Altersdurchschnitt ist insbesondere auf den Flusskreuzfahrtschiffen von VIVA Cruises derzeit deutlich niedriger als bisher. VIVA Cruises spricht grundsätzlich jüngere Reisende an, die nun gerade jetzt die wunderbare Chance haben, sich mit einer Flusskreuzfahrt vertraut zu machen. Es ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich davon zu überzeugen, dass eine Flusskreuzfahrt nicht nur für die Altersgruppe 60plus geeignet ist. Bei Phoenix Reisen darf das bewährte Stammpublikum unbesorgt sein, denn gravierende Änderungen zum bisherigen Leben an Bord sind für mich nicht erkennbar gewesen. Ich sehe keinen Grund, eine bereits gebuchte Reise zu stornieren bzw. keine Flusskreuzfahrt neu zu buchen. Ein weiterer, enormer Vorteil sind die derzeit leeren Innenstädte der besuchten Destinationen. Wartezeiten entstanden vor keiner Sehenswürdigkeit und selbst die beliebte Stadt Würzburg schien ohne die bekannten Touristenmassen aus Übersee regelrecht aufzuatmen. So entspannt habe ich bisher noch keine Städte erkundet. Bedrückend fand ich die Atmosphäre in Strasbourg sowie in Rüdesheim. Strasbourg ohne Touristen fehlte es an Atmosphäre und viele Sehenswürdigkeiten hatten nicht geöffnet. Die Drosselgasse in Rüdesheim an einem Samstag-Abend ohne einen einzigen Menschen zu sehen, war hingegen gespenstisch. Letztendlich ist ein dosierter und reduzierter Tourismus aus meiner Sicht nicht verkehrt, was die Gastronomen in manchen Städten sicherlich anders sehen dürften. Und kann man nun Flusskreuzfahrten während der Corona-Pandemie buchen? Meine persönliche Meinung: "Definitiv, Ja!"

Und zuletzt die Selbstdisziplin

Nach meinen Beobachtungen lege ich jedem Reisenden ans Herz, sowohl die gültigen Hygieneregeln als auch die Abstandsregeln einzuhalten! Die stärkste Kette hält nur solange wie ihr schwächstes Glied nicht nachgibt. Jeder einzelne Reisende ist aufgefordert, nicht nachlässig zu sein. Es ist wunderbar, wenn das Urlaubsgefühl schon am zweiten Tag einsetzt. Dennoch ist es aus meiner Sicht zwingend erforderlich, keine Gruppen auf dem Sonnendeck zu bilden und die abendlichen „Weinrunden“ unter Einhaltung der Mindestabstände zu genießen. Disziplin ist das oberste Gebot! Mundschutz beim Laufen durch die öffentlichen Bereiche tragen, Hände mehrfach am Tag und nach Landausflügen desinfizieren, Abstand zu Mitreisenden halten!

Abstands- Hinweis am Boden Foyer MS Andrea

Foto: Abstands-Hinweis am Boden Foyer MS Andrea

  • Vielleicht auch interessant? Ein aktuelles Schiffsportrait von Bord der INSPIRE von VIVA Cruises <<Link>>
  • Diverse Innenansichten aller genannten Flusskreuzfahrtschiffe sind in den Galerien zu finden <<Link>>

Alle Flusskreuzfahrten können zum Beispiel bei Kreuzfahrten und mehr gebucht werden. Weitere Details zum Schiff und zur Kabinenausstattung teilt das Team gerne auf Anfrage mit. Senden Sie einfach eine unverbindliche Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen an unter 04893-4288535.

Flusskreuzfahrtschiff MS Lady Diletta im Schiffsportrait

Autor: Oliver Asmussen am 25.06.2020

Schiffsportrait der im Juni 2020 getauften Lady Diletta

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Lady Diletta ist ein völlig neues Typschiff und hat bisher kein Schwesterschiff. Die Lady Diletta bringt italienisches Design und eine Menge Komfort auf den Fluss. Dieses Schiffsportrait zeigt alle öffentlichen Bereiche an Bord.

Rundgang über alle Decks der Lady Diletta

MS Lady Diletta vor der Taufe auf dem Rhein

Foto: MS Lady Diletta vor der Taufe auf dem Rhein

Nach den Tauffeierlichkeiten mit geladenen Gästen und einer Taufzeremonie bei hochsommerlichen Temperaturen am Anleger in Düsseldorf, ließ die junge Taufpatin und Namensgeberin Silvia Diletta Ligabue die Champagnerflasche am schneeweißen Bug der MS Lady Diletta zerschellen. Hier geht es zu einem Taufbericht <<Link>>.

Champagnerflasche zerschellt am Bug Lady Diletta Taufe

Erste Taufe eines Neubaus für die Reederei Plantours Kreuzfahrten

Mit der Lady Diletta stellt Plantours Kreuzfahrten den ersten Flusskreuzfahrtschiff-Neubau unter eigener bzw. unter der renommierten Flagge der Ligabue Group in Dienst. Plantours Kreuzfahrten betreibt die MS Lady Diletta langfristig im Vollcharter.

Aufgrund der gültigen Corona-Auflagen verfolgten nur wenig Schaulustige die Feierlichkeiten vom Düsseldorfer Rheinufer aus.   

Rein äußerlich sieht die MS Lady Diletta anderen Flusskreuzfahrtschiffen natürlich recht ähnlich. Viel Spielraum für außergewöhnliche Designmerkmale bleibt bei der Konzeption eines solchen Schiffes auch nicht. Das Flusskreuzfahrtschiff MS Lady Diletta gehört mit 135m Länge und 11,45m Breite zwar zu den längsten, aber nicht zu den breitesten Flusskreuzfahrtschiffen auf den Flüssen in Europa. Maximal finden 173 Passagiere auf drei Kabinendecks Platz. Die meisten der komfortabel und luxuriös ausgestatteten Kabinen haben einen französischen Balkon und sind zwischen 15,5 – 16m² groß. Die 8 Suiten verfügen über einen möblierten, kleinen Balkon und sind mit 21m² großzügiger bemessen. Als Besonderheit bietet die MS Lady Diletta sowohl auf dem Accademia Deck als auch auf dem Rialto Deck insgesamt 11 Einzelkabinen mit einer Größe von 11,5 bzw. 12m².

Ich habe mich an Bord umgeschaut und wunderbare Eindrücke mitgebracht, die ich im nachfolgenden Schiffsportrait zeige. Die Fotos sind während der Corona-Pandemie entstanden. Angebrachte Hinweisschilder zu gültigen Abstandsregelungen sind für die Fotos weitgehend entfernt worden. Nicht alle Sitzplätze in der Lounge sind derzeit nutzbar und die Abstände im Hauptrestaurant wurden für die Fotos in den "Normalmodus" gesetzt.

MS Lady Diletta auf dem Rhein unterwegs

Foto: MS Lady Diletta auf dem Rhein unterwegs

Willkommen an Bord

Der Flusskreuzfahrtschiff-Neubau MS Lady Diletta von Plantours Kreuzfahrten beeindruckt gleich nach dem Durchschreiten der großen Glastüren. Das Foyer zeigt sich in dezentem, ansprechendem Farbdesign. MS Lady Diletta wirkt ähnlich stylisch wie andere Flusskreuzfahrtschiff-Neubauten, die auf dem Rhein, der Donau und den Nebenflüssen unterwegs sind. Dennoch ist ein eigener, sehr geschmackvoller, italienischer Stil in die Gestaltung der Innenräume geflossen. Die Lady Diletta bekommt dadurch eine unverwechselbare, eigene Atmosphäre. Ein geschmackvoller, zeitgemäßer Landhausstil vermittelt Gemütlichkeit. Die sonst im Foyer aufgestellten Sitzmöglichkeiten wurden aufgrund der, während meines Besuchs gültigen, Corona-Auflagen entfernt.

Klare Linien ohne Schnörkel

Allgemein gelten Flusskreuzfahrtschiffe bisher als Reiseform für die Generation jenseits des Ruhestandsalters. Bedingt durch ihre geringe Größe im Vergleich zu Hochseeschiffen hält sich das Bordangebot entsprechend in Grenzen und ein meist plüschiges Design unterstreicht in der Regel den „angestaubten“ Ruf. Vor einigen Jahren schon wagten einige Anbieter den Schritt zu einem frischeren und moderneren Design an Bord ihrer Flusskreuzfahrtschiffe. Der Mut zu Neuem hat sich letztendlich bewährt und auch auf der MS Lady Diletta von Plantours Kreuzfahrten dominieren klare Linien ohne Schnörkel das Innenleben des Schiffes.

Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Foto: Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Richtig schick und ohne Plüsch

Das Foyer ist sehr hell, freundliche Farbtöne erfreuen das Auge und ein ausgeklügeltes Lichtkonzept rundet das harmonische Gesamtbild ab. Überall dominieren klare Linien ohne übertriebene Gestaltungsmerkmale und auffällige Designausrutscher. An der Rezeption thronen riesige, geschmackvolle Gestecke aus frischen Sommerblumen. Von einer kleinen Empore aus beeindruckt der freie Blick auf die elegante Rezeption. Die jüngere Zielgruppe pflegt zu sagen: „Das Schiff ist richtig schick und cool, ganz ohne Plüsch und Firlefanz.“

Die Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit der Crew ist von der ersten Minute an, in der man sich als Gast an Bord der MS Lady Diletta aufhält, zu spüren.

Natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich des Foyers in das Schiffsinnere.

Blick auf Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Foto: Blick auf Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Das Accademia Deck

Ein großer Treppenabgang verbindet alle drei Decks miteinander. Von der genannten Empore aus ist das gesamte Atrium zu überblicken. Auf dem unteren Accademia Deck befinden sich die Kabinenkategorien LK01, LK02 und LK03. Dabei handelt es sich um Zwei-Bett-Kabinen in unterschiedlicher Lage sowie 10 Einzelkabinen. Alle Kabinen verfügen über zwei Fenster im oberen Bereich, die nicht zu öffnen sind. Darüber hinaus befindet sich auf selbigem Deck ein kleiner Fitnessraum. Die Kabinengröße auf dem Accademia Deck variiert zwischen 11,5m² (Einzelkabinen) und 15,5m² (Zwei-Bett-Kabinen).

Einzelkabine 227 Kat. 10 Lady Diletta

Foto: Einzelkabine 227 Kat. 10 Lady Diletta

Das Rialto Deck

Auf dem darüber liegenden Rialto Deck sind Zwei-Bett-Kabinen sowie auch eine Einzelkabine mit französischem Balkon untergebracht. Dabei handelt es sich um die Kategorien LK03, LK04, LK07 und LK10. Die Kabinengröße variiert zwischen 12m² (Einzelkabine), 16m² (Zwei-Bett mit französischem Balkon) und 21m² (Suiten mit möbliertem Balkon). Auf dem Rialto Deck ist zusätzlich im vorderen Schiffsbereich das Tiepolo Restaurant platziert.   

Das Tiepolo-Restaurant überzeugt nicht nur durch eine Kombination aus wunderbarer Wohlfühlatmosphäre und Eleganz, sondern auch durch Helligkeit und freier Aussicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft. Von nahezu allen Plätzen aus ist ein guter Blick durch die großen Panoramafenster möglich. Dekorationsdetails runden das Ambiente ab.

Tiepolo Restaurant Lady Diletta

Foto: Tiepolo Restaurant Lady Diletta

Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord und zaubern köstliche Mahlzeiten von früh bis spät.

Ein üppiges Frühstücksbuffet wird aufgrund der aktuellen Corona-Auflagen an Bord derzeit nicht angeboten. Jeder Gast hat die Möglichkeit, seine Bestellungen aus einem umfangreichen Angebot, direkt am Tisch zu bestellen. Dazu gehört eine große Auswahl an Wurst- und Käsesorten sowie Obst, Müsli, frische Säfte, Brötchen und andere Dinge mehr. Zum Mittag- und Abendessen stehen in der Speisekarte mehrgängige Menüs zur Auswahl, ein Nachmittagskaffee/Tee sowie ein kleiner Mitternachtssnack dürfen natürlich nicht fehlen. Gespeist wird – je nach Anzahl der Gäste – in einer einzigen, offenen Tischzeit an fest reservierten Tischen. Aufgrund der aktuellen Gesundheitsregelungen werden ggf. auch zwei Tischzeiten angeboten. Nach Absprache werden Gerichte für spezielle Diäten gereicht (Diabetiker, Glutenfrei, Laktosefrei usw.). Als besonderes Highlight ist das Kapitäns-Dinner zu nennen (keine Abendgarderobe Pflicht).

Der Zugang zum Restaurant erfolgt über das offene Haupttreppenhaus bzw. den Fahrstuhl, welcher die Kabinendecks miteinander verbindet. Der Fahrstuhl ist aufgrund der aktuellen Gesundheitssituation immer nur für eine einzelne Person nutzbar, befindet sich aber in Betrieb.

San Marco Deck

Treffpunkt Tintoretto Lounge mit Bar

Ich nutze noch einmal das Treppenhaus im Foyer, um vom Tiepolo Restaurant in die Tintoretto Lounge zu gelangen. Die weitläufige  Tintoretto Lounge liegt, wie auf den meisten anderen Flusskreuzfahrtschiffen auch, in bester Lage im vorderen Schiffsteil und bietet durch sehr große Panoramafenster einen hervorragenden Blick auf die Landschaft.

Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta Gesamtansicht

Foto: Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta

Liebevolle Dekorations- und Design-Details

Moderne Lampen, harmonische Pastellfarben, liebevolle Dekorationsdetails, tolle Ausblicke und sehr viel Platz – das sind die ersten Merkmale beim Betreten der Tintoretto Lounge, die ebenfalls völlig ohne Blinkblink und Plüsch überzeugt. Als sehr gemütlich erweisen sich die Sofas mit ihren kleinen Kissen. Die Bar befindet sich auf der MS Lady Diletta nicht im vorderen Loungebereich – wie bei vielen anderen Flusskreuzfahrtschiffen - sondern unmittelbar in der Nähe des Eingangs. Gegenüber der Bar ist die Tanzfläche platziert. Ein großer, absenkbarer Bildschirm informiert über die Fahrtroute und andere, aktuelle Dinge des Tages.   

Die Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta

Foto: Die Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta

Glasdecke sorgt für viel Tageslicht

Innerhalb der Lounge verzichtet man nun auf größere Raumteiler bis zur Decke, welche sich auf anderen Neubauten durchaus als störend erweisen. Die Sicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft ist aus nahezu allen Bereichen der Tintoretto Lounge heraus ungehindert möglich. Das ist wirklich klasse. Die Tintoretto Lounge ist der zentrale Treffpunkt an Bord der MS Lady Diletta. Besonders viel Tageslicht fällt durch eine gläserne Decke in die Mitte der Tintoretto Lounge.

Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta Gesamtansicht

Foto: Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta Gesamtansicht

An der Backbordseite der MS Lady Diletta befindet sich im vorderen Teil der Tintoretto Lounge ein Ausgang, über welchen das Sonnendeck sowie die möblierte Terrasse am Bug zu erreichen ist. Große Glasscheiben bieten den nötigen Schutz vor Fahrtwind, nehmen dabei dennoch nicht die Sicht in Fahrtrichtung. Ein Treppenlift für Gehbehinderte ist vorhanden.

Am Heck der MS Lady Diletta können alle Reisegäste tagsüber in der gemütlichen Canaletto Lounge bzw. im gleichnamigen Restaurant verweilen und zu allen Mahlzeiten köstlich speisen.

Besonderes Ambiente ohne Aufpreis

Jeder Reisegast hat die Möglichkeit, während seiner Kreuzfahrt nach Reservierung in diesem stilvollen und besonderen Ambiente am Heck der MS Lady Diletta zu speisen. Morgens wartet hier ein „early bird breakfast“ auf die Reisenden. Obwohl die Speisen besonders erlesen, der Service noch eine Note persönlicher und das Ambiente ein gemütlicheres ist, kostet dieses Restaurant keinen Aufpreis! Hier erfahren die Reisegäste einen besonderen Mehrwert. Einen Aussenbereich gibt es nicht.

Canaleto Lounge und Restaurant Lady Diletta

Foto: Canaletto Lounge und Restaurant Lady Diletta

Zwischen Canaletto Lounge und Tintoretto Lounge sind die Kabinen der Kategorien LK05, LK06 und LK08 untergebracht. Bei diesen Kabinen handelt es sich um Zwei-Bett Kabinen mit französischem Balkon (16m²), Zwei-Bett Juniorsuiten mit französischem Balkon (18m²) und Suiten mit möbliertem Balkon (21m²).

Das Sonnendeck

Das weitläufige Sonnendeck ist mit geschmackvollem Kunstrasen in Holzoptik sowie einer Vielzahl an Sonnenliegen und Stühlen ausgestattet. Ein Highlight ist der riesige Vorschiffbereich, der um ein halbes Deck niedriger konstruiert ist als der andere Teil des Sonnendecks. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Gäste auch bei niedrigen Brückendurchfahrten auf ihren Plätzen verweilen können. Bequeme Sitzmöglichkeiten schaffen hier eine Oase der Gemütlichkeit. Eine Lounge-Bar rundet den positiven Gesamteindruck ab.

Lady Diletta Sonnendeck Bar

Foto: Lady Diletta Sonnendeck Bar

Die Kabinen

Zur Ausstattung gehören Dusche/WC, Fön, individuell regulierbare Klimaanlage, SAT-TV inkl. Flachbildschirm (in der Regel sind auch Deutsche Programme zu empfangen), Radio, Minibar, Safe, Telefon, kleine Tageszeitung und verstellbare Betten. Die Betten lassen sich wahlweise als Doppel- oder Einzelbetten stellen. 3-Bett Kabinen gibt es offiziell keine.

Durchdacht ist die Beleuchtung in der Kabine, die sich unterschiedlich schalten und kombinieren lässt. Je nach Kabinenkategorie gibt es etwa 8 Steckdosen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass sich eine der Steckdosen im Kleiderschrank befindet. Darüber hinaus sind zwei USB-Anschlüsse vorhanden, nicht jedoch am Bett.

Suite Kat. 07 201 Lady Dileta

Foto: Suite Kat. 07 201 Lady Diletta

Ein Flusskreuzfahrtschiff mit viel Wohlfühlkomfort und zeitgemäßem Ambiente

Das Fazit:

Die MS Lady Diletta überzeugt mit einem ansprechenden Farb- und Lichtkonzept, einer gelungenen Raumaufteilung, viel Eleganz, einer guten Küche und einem sehr aufmerksamen und zuvorkommenden Team, welches den Reisegästen stets zur Seite steht. In alle Aufenthaltsräume und Kabinen fällt sehr viel Tageslicht, was die Freundlichkeit weiter hervorhebt und das harmonische Farbdesign unterstreicht. MS Lady Diletta ist das ideale Flusskreuzfahrtschiff für Freunde von Flusskreuzfahrtschiffen die ein zeitgemäßes, frisches Ambiente in Kombination mit Komfort und Eleganz bieten. Das Schiff eignet sich auch für ein jüngeres Publikum, Liebhaber von Städtereisen und jene Reisegäste, für die eine Flusskreuzfahrt bisher zu „angestaubt“ war.

Auf der Höhe der Zeit

Auch wenn der Altersdurchschnitt auf einem Flusskreuzfahrtschiff nach wie vor über dem auf einem Hochseekreuzfahrtschiff liegt, so steigt die Nachfrage nach modernen Kommunikationsmitteln stetig. Gerne übersenden die Großeltern ihren Enkelkindern heute einfach mal einen Urlaubsgruß direkt vom Smartphone aus. Auf der Lady Diletta steht den Reisegästen dafür WLAN (kostenpflichtig) zur Verfügung. Große Datenmengen lassen sich über diese Datenverbindung jedoch nicht übertragen (YouTube, Skype etc.).

  • Komplette Bildergalerie mit allen Innenfotos der MS Lady Diletta >>Link<<
  • VIDEO (YouTube) von Bord der MS Lady Diletta mit Kabinen >>Link<<

Alle Flusskreuzfahrten mit der MS Lady Diletta können bei uns gebucht werden. Weitere Details zum Schiff und zur Kabinenausstattung teilen wir Ihnen gerne auf Anfrage mit. Senden Sie uns einfach eine unverbindliche Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen Sie uns an unter 04893-4288535.

Plantours Kreuzfahrten: Lady Diletta startet auf dem Rhein

Autor: Oliver Asmussen am 05.06.2020

Erste Flusskreuzfahrten mit Lady Diletta zu Sonderpreisen

Nach mehreren Wochen Verspätung, bedingt durch die Corona-Pandemie und dem daraus resultierendem Stillstand der weltweiten Kreuzfahrten, startet der Neubau Lady Diletta von Plantours Kreuzfahrten im Juni in seine erste Saison der Flusskreuzfahrten auf dem Rhein. Zu Beginn der Flusskreuzfahrten-Saison 2020 hat Plantours Kreuzfahrten spezielle Sonderpreise* aufgelegt.

Neubau im italienischen Stil

Am 25. Juni startet der elegante Neubau Lady Diletta von Plantours Kreuzfahrten zu seiner ersten Flusskreuzfahrt auf dem Rhein ab Düsseldorf. Die Lady Diletta setzt mit ihrem Namen die 100-jährige Firmengeschichte der Muttergesellschaft, der Ligabue Gruppe, fort. Diletta heißt nämlich die im Jahr 2019 geborene, jüngste Tochter von Inti Ligabue, dem Eigentümer der Ligabue Gruppe. Die Lady Diletta bietet maximal 173 Passagieren Platz und besticht durch elegante Räume im italienischen Stil.

Lady Diletta Foyer / Foto: Plantours Kreuzfahrten

Das Moseltal und die Loreley

Wenn am 25. Juni 2020 die Leinen ins Rheinwasser fallen, dann nimmt die Lady Diletta zum ersten Mal mit Gästen Kurs auf das Moseltal und die Loreley. Selbstverständlich gilt an Bord ein sehr hohes Hygienekonzept, welches in Kooperation mit den Behörden erarbeitet wurde. Dennoch ist es das Ziel, dass alle Gäste an Bord ein Maximum an Erholung erfahren und endlich wieder Urlaub auf dem Fluss erleben können. Auf der Reise ab/bis Düsseldorf fährt die Lady Diletta vorbei am Kölner Dom, malerischen Winzerorten, Weinbergen sowie historischen Burgen und Schlössern.

Reisepreise 400,- EUR pro Person ermäßigt zum Saisonstart *

Die Reiseroute vom 25.06.-01.07.2020 führt von Düsseldorf über Koblenz, Cochem, Trier, Bernkastel und Rüdesheim zurück nach Düsseldorf. Die Reisepreise beginnen bei 699,- EUR p.P. (statt 1.099,- p.P.) in der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck. Auf alle anderen Kabinenkategorien gilt ebenfalls ein um 400,- EUR p.P. ermäßigter* Reisepreis.

Vergünstigte Reisepreise auch auf den nachfolgenden Abfahrten

Die vergünstigten* Reisepreise gelten auch auf den nachfolgenden Abfahrten am 01.07.2020, 07.07.2020 und 19.07.2020. Die Routen weichen jeweils voneinander ab.

So fährt die Lady Diletta auf ihrer zweiten Flusskreuzfahrt von Düsseldorf über Köln, Koblenz, Rüdesheim, Worms, Speyer, Kehl/Straßburg, Basel und Germersheim zurück nach Düsseldorf. Die Reisepreise für die zweite Flusskreuzfahrt am 01.07.2020 beginnen ebenfalls bei 699,- EUR p.P. (statt 1.099,- EUR p.P.) in der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck.

Die dritte Flusskreuzfahrt der Lady Diletta startet wieder in Düsseldorf und führt über Königswinter, Linz, Andernach, Rüdesheim, Frankfurt, Mainz und Koblenz zurück nach Düsseldorf. Reisedatum: 07.07.-13.07.2020. Reisepreise: Eine 7 Tage Flusskreuzfahrt „Romantischer Rhein“ ist ab 699,- EUR p.P. in der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck buchbar.

Noch einmal vergünstigte* Reisepreise gewährt Plantours Kreuzfahrten auf der vierten Flusskreuzfahrt vom 19.-25.07.2020 von Düsseldorf über Koblenz, Cochem, Trier, Bernkastel, Alken und Rüdesheim nach Düsseldorf. In der 2-Bett-Kabine auf dem Accademia-Deck reist man für 699,- EUR pro Person.

Kabine Lady Diletta Beispiel mit frz. Balkon / Foto: Plantours Kreuzfahrten

Weitere Informationen

Weitere Reisepreise der jeweiligen Abfahrten erfahren Sie unverbindlich bei Kreuzfahrten & mehr; Ünnerst Dörpstraat 9; 25591 Ottenbüttel; Nicole Deutzmann-Asmussen E-Mail: n.asmussen@kreuzfahrten-mehr.de // Tel.: 04893-4288535 und Fax: 04893-4288537

*Wichtiger Hinweis: Die vergünstigten Reisepreise sind gültig für alle Neubuchungen ab dem 05. Juni 2020! Das Angebot gilt solange die jeweiligen Kabinenkategorien verfügbar sind. Änderungen und Irrtümer bleiben vorbehalten.

 

Die MS Hamburg nach der Renovierung

Autor: Oliver Asmussen am 30.05.2020

Die MS Hamburg in einem vorher/nacher Vergleich nach der Renovierung

Nach mehreren Wochen Werftzeit präsentiert sich die MS Hamburg nach der Renovierung den ersten Gästen schon bald im neuen Look. Ein direkter vorher/nachher Vergleich nach der Renovierung zeigt besonders deutlich die Veränderungen an Bord und steigert die Vorfreude auf künftige Kreuzfahrten.

Erst Lissabon dann Hamburg

Nachdem zunächst Wartungs- und Klassearbeiten im Rahmen des geplanten Werftaufenthalts der Hamburg in Lissabon abgeschlossen wurden, hat das maximal 400 Gästen Platz bietende Kreuzfahrtschiff am 06. Mai die Hamburger Blohm + Voss Werft erreicht und wurde dort in vielen Bereichen renoviert. Das 144m lange, 15.067 BRZ große und 1997 in Dienst gestellte Kreuzfahrtschiff dockte zunächst für 13 Tage in das 287,5m lange und 44,3m breite Schwimmdock 10 ein. Nach Beendigung der Arbeiten verließ die MS Hamburg am 19. Mai das Schwimmdock und wurde an den Liegeplatz 10 im Werfthafen verholt. Dort führten Werftarbeiter bis zum 28. Mai die Renovierungen der Innenbereiche fort. Am 29. Mai hat die MS Hamburg um 11:00 Uhr die Blohm + Voss Werft verlassen und Kurs auf eine Ankerposition in der Deutschen Bucht genommen.

MS Hamburg nach der Renovierung auf der Elbe

Foto: MS Hamburg nach der Renovierung auf der Elbe

Noch ansprechender als auf den Modellzeichnungen

In vielen Bereichen sind die öffentlichen Bereiche kaum wieder zu erkennen. Insbesondere in der Weinstube muss man schon sehr genau schauen, um festzustellen, dass es sich tatsächlich noch um die MS Hamburg handelt.

Vor der Renovierung teilte sich die Weinstube einen gemeinsamen Platz mit dem recht großen Bordshop. Viele dunkle, verwinkelte und versteckte Sitzmöglichkeiten dominierten bisher das Bild. Nun ist die Weinstube ein Ort der Gemütlichkeit geworden und der Bordshop öffnet künftig in deutlich kleinerer Ausgabe an der Backbordseite, dort wo bisher einige Internetterminals standen.

Sowohl die Weinstube als auch der Palmgarten und die Rezeption wirken nicht nur deutlich größer und zeitgemäßer sondern auch eleganter. "Die renovierten Bereiche wirken noch ansprechender als auf den Modellzeichnungen", urteilt auch Oliver Steuber - Geschäftsführer von Plantours Kreuzfahrten in Bremen, nach einem ersten Rundgang an Bord.

Bild 1 Weinstube MS Hamburg

Foto: Collage/Vergleich 1 Weinstube

Ein Hauch von Italien

Künftig schreiten die Gäste in der Weinstube über einen hellen Granitboden, entlang aufgelockert stehender Sitzgruppen und blicken durch den von Licht durchfluteten Raum auf moderne Designelemente und harmonische Pastellfarben. Eine kleine Tanzfläche lädt künftig dazu ein, das Tanzbein zu schwingen. Im Hintergrund ziert ein zeitloses Wandbild den Raum und erinnert an beliebte, italienische Weinregionen. Ab sofort weht ein Hauch von Italien durch die neue Weinstube.

Bild 2 Weinstube MS Hamburg

Foto: Collage/Vergleich 2 Weinstube

Pastellfarben statt Dunkelblau

Nicht weniger auffallend sind die Veränderungen im Bereich der Rezeption bzw. Information. Hier findet sich das neue Farbkonzept aus der Weinstube wieder. Helle Pastellfarben statt dunkles Blau dominieren ab sofort das Bild. Die Theken sind nun indirekt beleuchtet. Mittig ziert ein modernes Kunstelement die neue Sitzgruppe und auch die öffentlichen Toiletten haben eine Renovierung erfahren.

Bild 3 Rezeption MS Hamburg

Foto: Collage/Vergleich 3 Rezeption

Das Ende der Metallpalmen und freie Sicht auf das Meer

Der Werftaufenthalt brachte das Ende der auffallenden Metallpalmen mit sich, die den Palmgarten seit 23 Jahren zierten. Sie sind weißen, rosettenartigen Zierelementen gewichen. Diese Veränderungen sorgen zweifelsfrei für einen neuen, frischen Eindruck im Palmgarten. Unterstichen wird das ansprechende Design von einem neu verlegten Boden in Holzoptik. Die aus meiner Sicht bedeutendste Veränderung erkennt der künftige Reisegast, wenn er hinaus auf das Meer schauen möchte. Das ist nämlich jetzt wieder von allen Plätzen aus möglich. Die in die Jahre gekommenen, „blinden“ Isolierglasfenster wurden durch neue ersetzt. Dies ist übrigens auf dem gesamten Schiff passiert!

Bild 4 Palmgarten MS Hamburg

Foto: Collage/Vergleich 4 Palmgarten

Viel Glas, edle Optik und klare Linien

Verschwunden sind die kleinen Buffetstationen, auf denen es in doppelter Hinsicht regelmäßig eng wurde. Die kleinen Buffetinseln sind einer langen Theke gewichen. Überall herrscht jetzt strukturierte Ordnung. Glasscheiben sorgen künftig für die nötige Trennung zwischen Speisen und Gästen. Optisch präsentiert sich der neue Grillbereich durch klare Linien sehr ansprechend. Die bisherige Öffnung in Richtung Bar gibt es nicht mehr, sie wurde verschlossen. Ausgewechselt wurde darüber hinaus der Bodenbelag aus Echtholz. Ebenfalls komplett neu gestaltet wurde die beliebte, sowie stets stark frequentierte Kaffee- und Tee-Theke!

Das folgende Foto zeigt noch nicht das finale Aussehen in diesem Bereich, da dort noch Restarbeiten durchgeführt werden.

Neue Grillstation neben Palmgarten Stand 28.05.2020

Foto: neue Grill-Station neben Palmgarten Stand 28.05.2020

Leckere Cocktails an der Poolbar

Schaut man sich auf dem Sonnendeck am Swimmingpool um, so fällt sofort die Poolbar ins Auge. Diese wird sich sicherlich nicht nur in warmen Gewässern größerer Beliebtheit erfreuen. Die Arbeiten im Poolbereich waren beim Verlassen des Hafens noch nicht final abgeschlossen. Das Foto gibt daher lediglich einen ersten Eindruck wieder, wie diese Poolbar künftig aussehen wird.

Poolbar MS Hamburg 28.05.2020

Foto: neue Bar auf dem Sonnendeck MS Hamburg

42 neue Infinity-Balkone

Eine weitere Neuerung erleben künftig die Bewohner von 42 Außenkabinen auf Deck 4 und 5. Sie blicken ab sofort durch absenkbare Infinity-Panoramafenster. Als die MS Hamburg den Hafen am 29.05.2020 verlassen hat, sind die Arbeiten in den Kabinen ebenfalls noch nicht final abgeschlossen gewesen. Daher ist nachfolgendes Foto lediglich ein erster Eindruck aus einer der Kabinen.

Beispiel neue Infinity-Fenster Deck 05 MS Hamburg 12.05.2020

Foto: Beispiel neue Infinity-Fenster Deck 05 MS Hamburg 12.05.2020

Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg auf Überführungsfahrt

Autor: Oliver Asmussen am 21.05.2020

Startklar für die Saison 2020 macht sich das Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg

Rund fünf Wochen lag das Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg von Luther Travel Cruises am Anleger von Geesthacht an der Elbe. Eigentlich wollten Kapitän Jan Harnisch und Joachim Schramm schon am 18. März mit Gästen von Hamburg nach Dresden ablegen und in die Saison 2020 starten. Dann kam bekanntlich die weltweite Corona-Pandemie dazwischen.

Zwangspause durch Covid-19

Frisch herausgeputzt sollte die erste Flusskreuzfahrt der Junker Jörg am 18. März beginnen. Alles war vorbereitet. Dann kam der große „Lock down“ und zwang weltweit alle Reedereien, ihre Kreuzfahrten direkt oder nach Ausschiffung der Passagiere abzusagen. Der Saisonstart der Junker Jörg hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen, so dass keine Gäste direkt vom weltweiten Stillstand der Reisebranche betroffen waren.

Das Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg

Foto: Das Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg

„Wir sind froh, dass wir bald wieder Gäste an Bord begrüßen dürfen und planen momentan die erste Reise für den 20. Juni mit unserer frisch herausgeputzten Junker Jörg. Zum Schutz unserer Passagiere und Crewmitglieder haben wir, wie auf allen Flusskreuzfahrtschiffen üblich, eine Hygiene-Checkliste für alle Reisen vorbereitet“, so Jan Harnisch von Luther Travel Cruises.

Überführung von Geesthacht nach Stralsund

Etappe 1

Am 13. Mai 2020 ertönt endlich wieder das Geräusch der beiden  Deutz-Dieselaggregate und die Leinen der Junker Jörg werden vom Anleger gelöst. Wie vorgesehen sind sie um 11:45 Uhr ins braune Elbwasser gefallen und die Junker Jörg nimmt langsam Kurs auf die Schleuse in Geesthacht.

Junker Jörg vor Schleuse Geesthacht 13.05.2020

Foto: Junker Jörg vor Schleuse Geesthacht 13.05.2020

Danach ist der Weg frei in Richtung Hamburg. Bei grauem Schmuddelwetter passiert das 95m lange Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg zunächst die Elbphilharmonie, dann die Landungsbrücken, Blankenese, die Schiffsbegrüßungsanlage Willkommhöft und bei Sonnenschein schließlich Glückstadt sowie die Schleusen in Brunsbüttel. Um kurz nach 20:00 Uhr ist die erste Tagesetappe der Überführung schließlich beendet. Über Nacht liegt die Junker Jörg an den Dalben im Hafen von Brunsbüttel.

Junker Jörg passiert Elbphilharmonie 13.05.2020

Foto:  Junker Jörg passiert Elbphilharmonie 13.05.2020

Etappe 2 Passage Nord-Ostsee-Kanal

Pünktlich um 04:50 Uhr  wird der Lotse für die Passage des ersten Streckenabschnitts vom Nord-Ostsee-Kanal an Bord genommen und um 05:00 Uhr drückt das Bugstrahlruder die Junker Jörg in die Fahrrinne hinaus. Noch vor Sonnenaufgang nimmt die Junker Jörg von Brunsbüttel aus Kurs auf die Lindenau Werft in Kiel. Der Nord-Ostsee-Kanal zählt zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen weltweit. Die Junker Jörg ist allerdings ein seltener Gast auf dieser Bundeswasserstraße und passiert sie maximal zweimal im Jahr. Vorerst ist die heutige Passage die letzte auf unbestimmte Zeit, denn die Junker Jörg verbleibt aller Voraussicht nach im Fahrtgebiet der Ostseeinseln ab/bis Stralsund. Auf der insgesamt 98,26 km langen Strecke passiert die Junker Jörg am heutigen Tag einige markante Brücken.

Der leichte Morgennebel über dem Wasser löst sich kurz nach Sonnenaufgang gerade auf, da kommt die Eisenbahnbrücke Hochdonn in Sichtweite. Bei dieser Brücke handelt es sich um eine Fachwerkbrücke, mit deren Bau im Jahr 1913 begonnen wurde. Die Gesamtlänge der Eisenbahnbrücke beträgt 2.218,10m, die längste Stützweite 143,10m und die Höhe 56,38m. Die Durchfahrtshöhe von 42m stellt für die Junker Jörg natürlich kein Problem dar. Eröffnet wurde die Eisenbahnbrücke in Hochdonn im Jahr 1920. Sie verbindet die Bahnlinie zwischen Hamburg und Westerland auf Sylt.

Junker Jörg passiert Hochbrücke Rendsburg NOK 14.05.2020

Foto: Junker Jörg Eisenbahnbrücke Hochdonn NOK 14.05.2020

Rund 45 Minuten später wird die Grünentaler Hochbrücke passiert, deren längste Stützweite 156,5m beträgt. Bei der Grünentaler Hochbrücke handelt es sich um eine stählerne, pfostenlose Strebenfachwerkbrücke aus dem Jahr 1986. Um 07:50 Uhr nähert sich die Junker Jörg der Kanalfähre Breiholz und durchfährt bei strahlendem Sonnenschein einen besonders schönen Streckenabschnitt vom Nord-Ostsee-Kanal. Links und rechts eröffnen sich herrliche Aussichten auf die weiten Felder und die malerische Landschaft von Schleswig-Holstein.

Junker Jörg auf dem Nord-Ostsee-Kanal 14.05.2020

Foto: Junker Jörg auf dem Nord-Ostsee-Kanal 14.05.2020

Wenig später wechselt der Kanallotse an der Lotsenstation Rüsterbergen. Um kurz nach 09:00 Uhr passiert die Junker Jörg die bekannte Schiffsbegrüßungsanlage in Rendsburg, die „Brückenterrassen“ unter der Rendsburger Hochbrücke. Die Rendsburger Hochbrücke ist eine Fachwerkbrücke aus Stahl, die zwischen 1911 und 1913 erbaut wurde. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt Rendsburg und eines der bedeutendsten Technikdenkmäler in Deutschland. Die Rendsburger Hochbrücke war 99 Jahre lang die längste Eisenbahnbrücke in Deutschland. Die historische, unter Denkmalschutz stehende Schwebefähre, welche ebenfalls 1913 erbaut wurde und unterhalb der Brücke an Stahlseilen befestigt war, ist am 08. Januar 2016 bei einer Kollision mit dem Frachtschiff Evert Prahm zerstört worden. Ein Neubau soll im Jahr 2021 in Betrieb gehen.

Junker Jörg passiert Hochbrücke Rendsburg NOK 14.05.2020

Foto: Junker Jörg passiert Hochbrücke Rendsburg NOK 14.05.2020

Kurz bevor die Junker Jörg die Schleusen in Kiel-Holtenau erreicht, unterquert sie noch die Levensauer Hochbrücke aus dem Jahr 1894, die durch eine neue Brücke ersetzt werden soll. Der Rückbau der 163m langen Bogenbrücke hat bereits begonnen. Nachdem passieren der Schleuse endet die zweite Etappe der Überführung an einer Pier der Lindenau Werft in Kiel. Hier sollte die Junker Jörg ursprünglich bis zum nächsten Morgen verbleiben. Dieser Plan wird aufgrund der neuesten Wetterdaten für den folgenden Streckenabschnitt spontan verworfen. Der Wind soll im Laufe des nächsten Tages deutlich auffrischen und die Wellen auf 3-4m auftürmen. Zu hoch für ein Flusskreuzfahrtschiff. Die Junker Jörg darf bis zu einer maximalen Wellenhöhe von 1-1,5m die Strecke zwischen Kiel und Stralsund befahren. Auch dafür ist eine entsprechende Sondergenehmigung notwendig.

Junker Jörg vor Schleuse Kiel Holtenau 14.05.2020

Foto: Junker Jörg vor Schleuse Kiel Holtenau NOK 14.05.2020

Etappe 3 von Kiel nach Stralsund

Auf der Lindenau-Werft werden dicke Stahlplatten auf die Junker Jörg verladen, welche die unteren Fenster vor Wellenschlag schützen. Nur rund 30 Minuten nach der Ankunft beginnt die spannende Fahrt mit der Junker Jörg, vorbei am Leuchtturm Friedrichsort, hinaus auf die Kieler Förde. Der 31,7m Hohe Leuchtturm wirkt vom Sonnendeck der Junker Jörg erstmals riesig groß. In der Regel schaut man von der Wasserseite aus nur von den Decks großer Hochseekreuzfahrtschiffe auf den 3,5m breiten Leuchtturm.

Junker Jörg beim Leuchtturm Friedrichsort Kiel 14.05.2020

Foto: Junker Jörg bei Leuchtturm Friedrichsort Kiel 14.05.2020

Der Leuchtturm Friedrichsort bleibt an der Backbordseite zurück, da kommt direkt dahinter der 2.800m lange Falckensteiner Strand in Sichtweite, welcher in den Sommermonaten ein beliebter Treffpunkt sowohl für Einheimische als auch Touristen darstellt.

Wahrzeichen der Kieler Förde

Auf der Steuerbordseite ist zeitgleich längst das Marine-Ehrenmal in Laboe zu sehen. Es ist das Wahrzeichen der Kieler Förde und wurde von 1927 bis 1936 als Gedenkstätte für die im Ersten Weltkrieg gefallenen deutschen Marinesoldaten errichtet. Die Silhouette des 85m über der Ostsee aufragenden Turms prägt das Gesicht der Kieler Außenförde und ist noch rund eine Stunde nach Vorbeifahrt am Horizont zu erkennen. 

Junker Jörg bei Marine-Ehrenmal Laboe 14.05.2020

Foto: Junker Jörg bei Marine-Ehrenmal Laboe 14.05.2020

Unterquerung der Fehmarnsundbrücke

Während Hochseekreuzfahrtschiffe nun einen Kurs wählen, der zwischen den beiden Hafenstädten Puttgarden und Roedby – also der dänischen Insel Lolland und der deutschen Ostseeinsel Fehmarn – hindurch führt, kann das Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg aufgrund seiner geringen Höhe und des geringen Tiefgangs direkt unter der 963m langen Fehmarnsundbrücke hindurch fahren. Die maximale Durchfahrtshöhe der 1963 eröffneten Netzwerkbogenbrücke beträgt 23m. Die Fehmarnsundbrücke überquert den Fehmarnsund und verbindet den Ort Großenbrode in Schleswig-Holstein mit der Insel Fehmarn.

Junker Jörg vor Fehmarnsundbrücke 14.05.2020

Foto: Junker Jörg vor Fehmransundbrücke 14.05.2020

Nach der Passage der Fehmarnsundbrücke nimmt die Junker Jörg Kurs auf Kühlungsborn, um schließlich die Fährlinie zwischen Warnemünde und Gedser zu kreuzen. Es ist ein beeindruckender Anblick, als mehrere große Fährschiffe in Sichtweite kommen.

In der Nacht passiert die Junker Jörg die nördliche Spitze vom Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft und nimmt Kurs auf die Insel Hiddensee bzw. die Insel Bock. Zum Sonnenaufgang liegt eine schmale Fahrrinne zwischen der unbewohnten Insel Bock und der Urlaubsinsel Hiddensee Bug voraus. Das Echolot zeigt noch ausreichend Wassertiefe unter dem Rumpf. Nach der beeindruckend engen Passage kommt die 128m hohe Rügenbrücke in Sicht und die Junker Jörg nimmt Kurs auf Stralsund.

Nach Sonnenaufgang bei Insel Hiddensee Junker Jörg 15.05.2020

Foto: Nach Sonnenaufgang bei Insel Hiddensee Junker Jörg 15.05.2020

Einzigartig faszinierend

Unzählige Kormorane ziehen knapp oberhalb der Wasserlinie ihre Bahnen und kreuzen den Kurs der Junker Jörg. Mit einigen Metern Abstand flattert auch der letzte Vogel knapp vor dem Bug vorbei und folgt seinen Artgenossen. Am Himmel zieren kleine Wolkenfetzen den ansonsten makellos blauen Himmel. Von unserer Anwesenheit unbeeindruckt warten zwei Reiher in Ufernähe auf ihr Frühstück. Diese Landschaft hat wirklich überhaupt nichts mit denen, die man während der üblichen Flusskreuzfahrten auf Rhein, Main und Donau zu sehen bekommt, gemeinsam. Man muss einmal hier oben zwischen den Ostseeinseln unterwegs gewesen sein, um diese Einzigartigkeit und den Zauber verstehen zu können.

Um 06:30 Uhr nähert sich die Junker Jörg dem Zielpunkt dieser Überführungsfahrt, der Hafeneinfahrt von Stralsund. Gekonnt steuert Kapitän Joachim Schramm den Flusskreuzer an den vorgesehenen Liegeplatz. Damit endet die Überführung von Geesthacht an der Elbe nach Stralsund an der Ostsee.

Junker Jörg vor Stralsund 15.05.2020

Foto: Junker Jörg vor Stralsund 15.05.2020

Stralsund ist nicht besonders bekannt als Start- und Zielhafen für Flusskreuzfahrten, bietet aber eine ideale Infrastruktur für eben solche. Man erreicht Stralsund mit der Deutschen Bahn oder auch mit dem eigenen PKW. Wer eine organisierte Reise bei einem Veranstalter gebucht hat, wird in der Regel direkt mit einem Reisebus zum Liegeplatz gefahren.  In direkter Nähe zum Liegeplatz der Junker Jörg, auf der Altstadtinsel in unmittelbarer Nähe der Gorch Fock (I), befinden sich einige Parkhäuser. So zum Beispiel das Parkhaus am Ozeaneum, das Parkhaus am Meeresmuseum oder das Parkhaus an der Fährwall Strasse.  Die Parkgebühren liegen für eine Woche bei ca. 60,- EUR.

Die Hansestadt Stralsund liegt am Strelasund, einer Meerenge der Ostsee. Aufgrund ihrer Lage und der zwei Brückenverbindungen zur Insel Rügen, wird Stralsund auch das „Tor zur Insel Rügen“ genannt. Stralsund ist mit etwas weniger als 60.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Die Altstadt von Stralsund gehört aufgrund der zahlreichen Baudenkmäler seit dem Jahr 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Vom Liegeplatz der Junker Jörg aus lässt sich die Altstadtinsel problemlos zu Fuß erkunden.

Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in Stralsund gehören:

  • UNESCO-Weltkulturerbe Altstadt mit Marienkirche, Nikolaikirche und Jakobikirche
  • Gorch Fock (I) aus dem Jahr 1933
  • Ozeaneum und Meeresmuseum
  • Die 2007 fertig gestellte, 4.100m lange 128m hohe Rügenbrücke
  • Rathaus in der Altstadt
  • Stralsund Museum
  • Tierpark Stralsund

Außergewöhnlicher Mix aus Kultur, Entspannung, Natur und Hochseeflair

Auf den Kreuzfahrten mit dem Flusskreuzfahrtschiff Junker Jörg ab/bis Stralsund entlang der Ostseeinseln erlebt man einen außergewöhnlichen Mix aus Kultur, Entspannung, Natur und etwas Hochseeflair in einer atemberaubenden Landschaft.

Reiseangebote mit der Junker Jörg

Hier geht es zu einer Auswahl an Reiseangeboten für eine 8 Tage Kreuzfahrt ab/bis Stralsund im Juni, Juli, August und September <<Link>> Die Reisepreise beginnen in einer 2-Bett Kabine auf dem Smaragd-Deck bei 1.695,- EUR p.P. Auf einigen Abfahrten gibt es ein kostenfreies Kabinenupgrade auf die nächst höhere Kabinenkategorie (vorbehaltlich Verfügbarkeit).

Die derzeitigen Planungen sehen vor, dass die Junker Jörg bis mindestens Ende des Jahres 2022 in diesem Fahrtrevier verbleiben wird. Die Kreuzfahrten für das Jahr 2020 und 2021 sind bereits jetzt schon gut gebucht.

Junker Jörg in Stralsund 15.05.2020

Foto: Junker Jörg in Stralsund 15.05.2020

Reisebericht zu den Ostseeinseln mit der Junker Jörg

  • Hier geht es zu einem Reisebericht mit der Junker Jörg zu den Ostseeinseln <<Link>>
  • Hier können Sie einschiffen: Kreuzfahrten & mehr; Ünnerst Dörpstraat 9; 25591 Ottenbüttel; Nicole Deutzmann-Asmussen E-Mail: n.asmussen@kreuzfahrten-mehr.de // Tel.: 04893-4288535 und Fax: 04893-4288537