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Das Flusskreuzfahrtschiff MS Treasures im Schiffsportrait

Autor: Oliver Asmussen am 23.07.2020

MS Treasures: Das Premium-Flusskreuzfahrtschiff von VIVA Cruises

MS Treasures ist ein Flusskreuzfahrtschiff der Schweizer Reederei Scylla AG und fährt derzeit unter der Flagge der 100% Tochter VIVA Cruises in Düsseldorf. Die Indienststellung der Treasures erfolgte im Jahr 2011 unter der Charterflagge des amerikanischen Reiseunternehmens TAUCK. Seit Sommer 2020 kreuzt das 110m lange und 11,4m breite Flusskreuzfahrtschiff für unbestimmte Zeit unter der Flagge von VIVA Cruises. Maximal finden 104 Personen an Bord Platz.

Groß, größer, Master Suite

MS Treasures beherbergt ihre maximal 104 Passagiere auf vier Passagierdecks in 13 komfortabel und luxuriös ausgestatteten Kabinen (14m²), in 5 Mini Suiten (17m²), 20 Suiten (21m²) und 14 Master Suiten mit einer Größe von 28m².  Alle Kabinen und Suiten der Treasures sind in zeitgemäßem Look und mit modernen Features ausgestattet. Es dominieren warme Cremefarben. Ein Großteil der Suiten verfügt über eigene, französische Balkone. Der Reiseveranstalter TAUCK hatte überwiegend den amerikanischen Markt im Fokus und folgte der Philosophie „small is big“, entsprechend üppig ist das Platzangebot an Bord der Treasures. Dies spiegelt sich auch in den Kabinen wieder. Die Master Suiten gehören mit fast 30m² zu den derzeit größten auf dem deutschsprachigen Markt. 

Ein Schiffsportrait mit dem Fokus auf die Corona-Einschränkungen?

Aufgrund der derzeitigen Hygiene- und Abstandsregelungen durch die weltweite Corona-Pandemie gelten an Bord entsprechende Regelungen, die für alle Gäste deutlich erkennbar sind. Natürlich habe ich mich die Frage gestellt, ob und wie ich diese in diesem Schiffsportrait einfließen lasse. Nach meinem Aufenthalt an Bord der Treasures bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich an meinem bisherigen Stil und dem Aufbau eines Schiffsportrait festhalten werde, da die derzeit gültigen Abstands- und Hygienevorschriften nur in einigen Bereichen wirklich einen Einfluss auf die Reise haben. Ich werde an entsprechenden Stellen auf die Abweichungen zum „Normalbetrieb“ hinweisen. Nennenswerte „Einschränkungen“, die das bisherige Urlaubsgefühl trüben könnten, sind für mich nicht erkennbar gewesen.

MS Treasures in Würzburg

Foto: MS Treasures in Würzburg

Hell und modern aber nicht kalt

Gleich beim Betreten der Treasures wird der Besucher von einer gastfreundlichen und aufmerksamen Schiffscrew empfangen. Das sehr elegante Foyer zeigt sich mit hochwertigem schwarz-weißem Granitboden, einem großen Kronleuchter an der Decke, ansprechendem Wanddekor sowie einem geschmackvollen Blumengesteck auf einem schwarzen Tisch. Neben der Rezeption und dem Travel Desk sind jeweils ein großer Blumenkübel platziert, welche den Geschmack der amerikanischen Zielgruppe erkennen lassen. Insgesamt versprüht das Foyer die typische Atmosphäre, die ich von anderen Scylla-Schiffen bereits kenne. Es ist hell und modern, wirkt dennoch nicht kalt. Im Vergleich zu anderen Schiffen aus der Flotte, weicht die Deckenbeleuchtung etwas ab. Statt mehrere kleine Kronleuchter wurde nur ein großer installiert. Die Deckenbeleuchtung ist überwiegend indirekt. Viel natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich in das Schiffsinnere.

Rezeption und Foyer MS Treasures

Foto: Rezeption und Foyer MS Treasures

Interessant ist, wie auch auf anderen Scylla-Flusskreuzfahrtschiffen, die Aufteilung der Decks. Vom großen Foyer aus verbindet ein helles und offenes Treppenhaus das Rubindeck mit dem Diamantdeck und ermöglicht einen Blick bis hinunter zum Smaragddeck. Genau diese drei Decks sind nicht nur über das Treppenhaus, welches sehr an elegante Hotels an Land erinnert, verbunden, sondern auch durch einen Fahrstuhl. Ein weiterer Clou ist, dass auch die Treasures auf Höhe des Foyers in Richtung Bug ein halbes Deck niedriger wird. Dadurch ergeben sich einige Vorteile im Innen- und Außenbereich des Schiffes. Im hinteren Bereich der Treasures entsteht Platz für Kabinen und sorgt im Vorschiff für außergewöhnlich viel Raum und Helligkeit. Auf dem Sonnendeck entsteht dadurch ein großzügiger Loungebereich, der ab der Kommandobrücke ein halbes Deck niedriger ist als das restliche Sonnendeck.

Hinweis: Der Fahrstuhl ist derzeit, aufgrund der gültigen Abstandsregelungen, nur nach Anmeldung an der Rezeption nutzbar.

Blick auf Foyer und Rezeption Treasures

Foto: Blick auf Foyer und Rezeption Treasures

Auf dem Rubindeck liegt das klassisch-elegante und gemütliche Compass Rose Restaurant der Treasures mit integriertem Buffetbereich, welcher bisher für das reichhaltige Frühstücksbuffet genutzt wurde. Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord und zaubern köstliche Mahlzeiten von früh bis spät.

Zum Mittag- und Abendessen stehen in der Speisekarte mehrgängige Menüs zur Auswahl, ein Nachmittagskaffee/Tee sowie ein kleiner Mitternachtssnack dürfen natürlich nicht fehlen. Gespeist wird stets in einer einzigen, offenen Tischzeit. Die Tische sind derzeit fest für die Gäste reserviert und können während der Fahrt nicht beliebig gewechselt werden. Nach Absprache werden Gerichte für spezielle Diäten gereicht (Diabetiker, glutenfrei, laktosefrei usw.) Als besonderes Highlight ist das Kapitäns-Dinner zu nennen, bei dem keine Abendgarderobe-Pflicht besteht).

Hinweis: Derzeit gibt es kein reichhaltiges Frühstücksbuffet in bekannter Form. Eine große Auswahl an Wurst- und Käsesorten sowie Obst, Müsli, frische Säfte, Brötchen und andere Dinge mehr, müssen beim Servicepersonal bestellt werden. Ein „Start Set-Up“ mit Croissants und Marmelade steht grundsätzlich auf allen Tischen. Für das Servicepersonal bedeutet dies einen zusätzlichen Arbeitsaufwand, der manchmal mit einigen Minuten Wartezeit verbunden sein kann.

Compass Rose Restaurant MS Treasures

Foto: Compass Rose Restaurant MS Treasures

Die Treasures bietet ihren Gästen im Bereich der Rezeption auf dem Diamantdeck eine gut sortierte Boutique, mit einer Auswahl an Souvenirs (Postkarten), Accessoires, Kosmetikartikeln und Bekleidungsstücken.

Ebenfalls auf dem Diamantdeck ist, wie auf den meisten anderen Flusskreuzfahrtschiffen auch, im Vorschiff eine große Panorama-Lounge untergebracht. Diese ist auf der Treasures in klassischen, hellen Erdtönen mit einer leichten Drift ins Grün gestaltet. In Kombination mit dunklen Holztischen und geschmackvollen Dekorationsdetails wirkt die Lounge zwar klassisch, aber nicht altmodisch. Aus den Wänden und Fensterbänken fahren bei Bedarf große Flachbildschirme.

Hinweis: Zur Kaffeezeit gibt es derzeit kein üppiges Tortenbuffet, sondern eine Auswahl an Torten, die auf einem Servicewagen angeboten wird.

Panoramalounge MS Treasures

Foto: Panoramalounge MS Treasures

Im vorderen Bereich der Lounge befindet sich die Panorama-Bar, von der aus ein hervorragender Blick in Fahrtrichtung möglich ist. Die Bar zeigt sich gut sortiert und lässt kaum einen Wunsch offen. Neben ausgewählten Kaffeespezialitäten sind auch Tagescocktails und eine große Auswahl Spirituosen erhältlich. Richtig pfiffig sind die Sitzgelegenheiten samt gemütlichen Polstern direkt vor den Panoramafenstern. Da wird eine Flusskreuzfahrt nicht nur in den Sommermonaten, sondern insbesondere zur kalten und dunklen Jahreszeit sehr gemütlich und zu einem besonderen Erlebnis. Von der Panorama-Bar aus besteht die Möglichkeit, über zwei seitlich angeordnete Treppen das Sonnendeck zu erreichen.

Hinweis: Die sonst vor der Bar aufgestellten Hocker gibt es derzeit nicht, um einen zu engen Kontakt zwischen den Reisegästen zu vermeiden.

Panoramalounge mit Bar MS Treasures

Foto: Panoramalounge mit Bar MS Treasures

Die Panorama-Bar an sich hat bereits einen gewissen Stil. Abgerundet wird das Reiseerlebnis im Außenbereich der Lounge durch eine möblierte Terrasse, direkt am Bug der Treasures. Große Panoramascheiben sorgen dafür, dass man hier geschützt vor Fahrtwind auch über einen längeren Zeitraum verweilen kann.

Auf dem unteren Smaragddeck der Treasures befindet sich ein kleiner Fitnessbereich, der auch nutzbar ist. Jedoch sind aufgrund der Abstandsregelungen nicht alle Geräte freigegeben.

Fitnessraum MS Treasures

Foto: Fitnessraum MS Treasures

Smoking und Abendkleid können daheimbleiben

Trotz aller Eleganz und allem Komfort an Bord der Treasures – Smoking und Abendkleid können getrost daheimbleiben. Eine sportlich-elegante Kleidung wird abends gerne gesehen. VIVA Cruises vermarktet die Treasures als Kreuzfahrtschiff, welches auch jüngere Reisegäste ansprechen soll. Ein entsprechend zwangloses Konzept wird an Bord umgesetzt. Mit kurzer Hose oder T-shirt sollte man dennoch nicht zum Abendessen erscheinen!

Das Sonnendeck ist mit modernem Sonnenliegen und Stühlen ausgestattet, verfügt über ausreichend Schattenplätze und ist neben regulären Treppenaufgängen auch mit einem Treppenlift erreichbar. Ein echtes Highlight ist der Vorschiffbereich, der einen hervorragenden Blick in Fahrtrichtung ermöglicht und eine tolle Alternative zum eigentlichen Sonnendeck darstellt. Bequeme und mit dicken Kissen ausgestattete Korbmöbel schaffen hier eine Oase der Gemütlichkeit, welche auch von anderen Flusskreuzfahrtschiffen der Scylla-Flotte bekannt ist.

Sonnendeck Loungebereich Treasures

Foto: Sonnendeck Loungebereich Treasures

Die Treasures bietet den Gästen noch eine weitere Besonderheit. Am Heck befindet sich eine Lido Terrasse, die je nach Fahrtgebiet als zusätzlicher Bistro-Außenbereich genutzt wird. Im Bistro am Heck der Treasures ist das Ambiente noch eine Spur stilvoller und eleganter, als im Hauptrestaurant. Die Speisen sind besonders erlesen, der Service noch eine Spur persönlicher. Das Bistro kostet keinen Aufpreis.

Bistro MS Treasures

Foto: Bistro MS Treasures

Überdurchschnittlich viel Raumfreiheit in den Kabinen und Suiten

Alle Kabinen bzw. Suiten liegen außen, sind komfortabel und luxuriös ausgestattet und verfügen sowohl auf dem Rubin- als auch auf dem Diamantdeck über einen französischen Balkon. Auf dem Rubindeck befinden sich 20 Suiten und 2 Mini-Suiten. Auf dem Diamantdeck wählt man bei Buchung zwischen 2 2-Bett Kabinen, 2 Mini-Suiten oder 14 Master Suiten. Die 11 2-Bett Kabinen sowie die eine Mini-Suite auf dem Smaragddeck haben kleine Fenster, die nicht zu öffnen sind, aber ausreichend Tageslicht in die Kabine fallen lassen. Zur Ausstattung gehören Dusche/WC, Fön, individuell regulierbare Klimaanlage, SAT-TV inkl. Flachbildschirm, Radio, Minibar, Nespresso-Kaffeemaschine, Safe, Telefon, kleine Tageszeitung und verstellbare Betten. Die Betten lassen sich wahlweise als Doppel- oder Einzelbetten stellen. Interessant dürfte z.B. auch für Familien mit Kindern, welche die Flüsse immer mehr auch als Urlaubsdestination entdecken, die Tatsache sein, dass sich insbesondere die Master Suiten hervorragend zur Belegung mit drei Personen eignen. Nich nur in den öffentlichen Bereichen genießen die Gäste ein üppiges Platzangebot, auch in den Kabinen und Suiten herrscht überdurchschnittlich viel Raumfreiheit.

Master Suite Beispiel 310 MS Treasures

Foto: Master Suite Beispiel 310 MS Treasures

Damit endet mein Rundgang über das stilvolle, klassische Flusskreuzfahrtschiff Treasures.

Ein Flusskreuzfahrtschiff mit viel Wohlfühlkomfort und luxuriösem Ambiente

Mein Fazit:

Die Treasures überzeugt mit Eleganz und einem modernen Ambiente an Bord, einer guten Küche und einem sehr aufmerksamen und zuvorkommenden Team, welches den Reisegästen stets zur Seite steht. Obwohl sich der Stil der Inneneinrichtung der Treasures am Geschmack amerikanischer Reisegäste orientiert, sollte sich auch das deutschsprachige Publikum an Bord wohlfühlen. In alle Aufenthaltsräume und Kabinen fällt sehr viel Tageslicht, was die Freundlichkeit weiter hervorhebt und das klassische Farbdesign unterstreicht. Die Treasures ist das ideale Schiff für Liebhaber von Flusskreuzfahrtschiffen, die einen gewissen Mehrwert an Komfort und Eleganz bieten. Die Treasures ist ein Premium-Flusskreuzfahrtschiff und besucht derzeit interessante Städte entlang des Mains. Jüngere Reisende fühlen sich an Bord ebenso wohl wie die Altersgruppe 60plus.   

Auf der Höhe der Zeit

Entsprechend der Fokussierung eines jüngeren Publikums, steigt auch die Nachfrage nach modernen Kommunikationsmitteln stetig. Ganz gleich, ob die Großeltern ihren Enkelkindern einfach mal einen Urlaubsgruß per Smartphone senden oder jüngere Reisende mal eben ihre Mails checken bzw. eine Instagram-Story einstellen wollen. Auf der Treasures steht den Reisegästen dafür WLAN zur Verfügung. Große Datenmengen lassen sich über diese Datenverbindung jedoch nicht übertragen (YouTube, Skype etc.).

Ein Blick in die Zukunft

Die Treasures wurde nicht für den deutschsprachigen Markt konzipiert, was sich bereits bei einem Blick in den Deckplan erkennen lässt.  Das Schiff bietet überwiegend große Suiten und mehr Platz als baugleiche Schwesterschiffe, die im Vollcharter für andere Anbieter fahren. Da die Treasures derzeit nicht für das amerikanische Unternehmen TAUCK im Einsatz ist, setzt VIVA Cruises bzw. die Muttergesellschaft Scylla AG das Schiff auf dem deutschsprachigen Markt ein. Dort wird es zu Preisen angeboten, für die man bislang keine Suite auf diesem Schiff hätte buchen können. Wer also einmal besonders luxuriös auf einem Flusskreuzfahrtschiff reisen möchte, dem bietet sich die Treasures geradezu an. Ob die Treasures auch in der kommenden Saison 2021 für VIVA Cruises fahren wird, dürfte sich bald zeigen.

Einschränkungen durch die Corona-Pandemie?

Gravierende Änderungen zum bisherigen Betrieb vor der Corona-Pandemie sind an Bord nicht zu erwarten. Das Tragen von Mundschutz ist beim Laufen durch die Kabinengänge und durch die öffentlichen Bereiche vorgeschrieben, beim Sitzen in der Lounge, im Restaurant am Platz oder auf dem Sonnendeck hingegen nicht. Bei der Einschiffung sowie jeden Abend vor dem Abendessen wird die Temperatur gemessen, was in der Regel zügig und reibungslos verläuft. Die Reisenden müssen dafür alle einmal in der Lounge beim mitreisenden Arzt vorstellig werden. Insgesamt dauert diese Prozedur keine 5 Minuten.

Alle Flusskreuzfahrten können zum Beispiel bei Kreuzfahrten und mehr gebucht werden. Weitere Details zum Schiff und zur Kabinenausstattung teilt das Team gerne auf Anfrage mit. Senden Sie einfach eine unverbindliche Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen an unter 04893-4288535.

  • Komplette Bildergalerie mit allen Innenfotos der Treasures >>Link<<

Das Flusskreuzfahrtschiff VIVA TIARA im Schiffsportrait

Autor: Oliver Asmussen am 21.07.2020

VIVA TIARA: Das neue Premium-Flusskreuzfahrtschiff von VIVA Cruises

Die VIVA TIARA ist ein Flusskreuzfahrtschiff der Schweizer Reederei Scylla AG bzw. der 100% Tochter VIVA Cruises in Düsseldorf. Die Indienststellung im Jahr 2006 erfolgte noch unter dem Namen Swiss Tiara. Im Winter 2019/2020 wurde das Flusskreuzfahrtschiff komplett renoviert und hat einen neuen Namen erhalten. Seit dem Frühjahr kreuzt das 110m lange und 11,4m breite Flusskreuzfahrtschiff nun als VIVA TIARA – in diesem Jahr vorwiegend auf der Donau.  Maximal finden 153 Personen an Bord Platz.

Auch die Kabinen wurden renoviert

Die VIVA TIARA beherbergt ihre maximal 153 Passagiere auf vier Passagierdecks in komfortabel und luxuriös ausgestatteten Kabinen sowie in sechs Juniorsuiten mit einer Größe von 14m² (2-Bett Kabinen), 17m² (3-Bett Kabinen) und 17,5m² (Junior-Suiten). Im Zuge der Renovierungen haben auch alle Kabinen an Bord der VIVA TIARA einen zeitgemäßen Look erhalten. Es dominiert ein warmer Farbmix aus Blau- und Grau-Tönen. Neue Steckdosen und USB-Anschlüsse wurden installiert, so dass die jüngere Generation der Reisegäste Handy, Laptop und Kamera-Akkus gleichzeitig laden können.

Eine außergewöhnliche Zeit und ein außergewöhnliches Schiffsportrait?

Aufgrund der derzeitigen Hygiene- und Abstandsregelungen durch die weltweite Corona-Pandemie gelten an Bord entsprechende Regelungen, die für alle Gäste deutlich erkennbar sind. Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, ob und wie ich sie in dieses Schiffsportrait einfließen lasse. Nach meinem Aufenthalt an Bord bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass ich an meinem bisherigen Stil und dem Aufbau eines Schiffsportrait festhalten werde, da die derzeit gültigen Abstands- und Hygienevorschriften nur in einigen Bereichen wirklich einen Einfluss auf die Reise haben. Ich werde an entsprechenden Stellen auf die Abweichungen zum „Normalbetrieb“ hinweisen.

VIVA TIARA auf dem Rhein bei Bacharach

Foto: VIVA Tiara auf dem Rhein bei Bacharach

Hell und modern aber nicht kalt

Gleich beim Betreten der VIVA TIARA fällt mir die gastfreundliche, aufmerksame Schiffscrew auf. Das sehr elegante Foyer zeigt sich mit hochwertigem schwarz-weißen Granitboden, drei modernen Lampen an der Decke, ansprechendem Wanddekor, sowie einem geschmackvollen Blumengesteck auf einem schwarzen Granittisch. Insgesamt versprüht das Foyer die typische Atmosphäre, die ich von anderen Scylla-Schiffen bereits kenne. Es ist hell und modern, wirkt dennoch nicht kalt. Nach der Renovierung wirkt das Foyer noch eine Note eleganter, obwohl die klassischen Kristallleuchter an der Decke ebenso verschwunden sind wie dunkle Holzverkleidungen an den Wänden. Viel natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich in das Schiffsinnere.

Reception und Foyer VIVA TIARA

Foto: Reception und Foyer VIVA Tiara

Interessant ist, wie auch auf anderen Scylla-Flusskreuzfahrtschiffen, die Aufteilung der Decks. Vom großen Foyer aus verbindet ein helles und offenes Treppenhaus das Rubindeck mit dem Diamantdeck und ermöglicht einen Blick bis hinunter zum Smaragddeck. Genau diese drei Decks sind nicht nur über das Treppenhaus, welches sehr an elegante Hotels an Land erinnert, verbunden, sondern auch durch einen Fahrstuhl. Ein weiterer Clou ist, dass auch die VIVA TIARA auf Höhe des Foyers in Richtung Bug ein halbes Deck niedriger wird. Dadurch ergeben sich einige Vorteile im Innen- und Außenbereich des Schiffes. Im hinteren Bereich der VIVA TIARA entsteht Platz für Kabinen und sorgt im Vorschiff für außergewöhnlich viel Raum und Helligkeit. Auf dem Sonnendeck entsteht dadurch ein großzügiger Loungebereich, der ab der Kommandobrücke ein halbes Deck niedriger ist als das restliche Sonnendeck.

Hinweis: Der Fahrstuhl ist derzeit, aufgrund der gültigen Abstandsregelungen, nur nach Anmeldung an der Rezeption nutzbar.

Blick auf Reception und Foyer VIVA TIARA

Foto: Blick auf Reception und Foyer VIVA Tiara

Auf dem Rubindeck liegt das äußerst elegante und gemütliche Riverside-Restaurant der VIVA TIARA mit integriertem Buffetbereich, welcher bisher für das reichhaltige Frühstücksbuffet genutzt wurde. Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord und zaubern köstliche Mahlzeiten von früh bis spät.

Zum Mittag- und Abendessen stehen in der Speisekarte mehrgängige Menüs zur Auswahl, ein Nachmittagskaffee/Tee sowie ein kleiner Mitternachtssnack dürfen natürlich nicht fehlen. Gespeist wird stets in einer einzigen, offenen Tischzeit. Die Tische sind derzeit fest für die Gäste reserviert und können während der Fahrt nicht beliebig gewechselt werden. Nach Absprache werden Gerichte für spezielle Diäten gereicht (Diabetiker, glutenfrei, laktosefrei usw.) Als besonderes Highlight ist das Kapitäns-Dinner zu nennen, bei dem keine Abendgarderobe-Pflicht besteht.

Hinweis: Derzeit gibt es kein reichhaltiges Frühstücksbuffet in bekannter Form. Eine große Auswahl an Wurst- und Käsesorten sowie Obst, Müsli, frische Säfte, Brötchen und andere Dinge mehr, müssen beim Servicepersonal bestellt werden. Ein „Start Set-Up“ mit Croissants und Marmelade steht grundsätzlich auf allen Tischen. Für das Servicepersonal bedeutet dies einen zusätzlichen Arbeitsaufwand, der manchmal mit einigen Minuten Wartezeit verbunden sein kann.

VIVA TIARA Riverside Restaurant

Foto: VIVA Tiara Riverside Restaurant

Die VIVA TIARA bietet ihren Gästen im Bereich der Rezeption auf dem Diamantdeck eine gut sortierte Boutique, mit einer Auswahl an Souvenirs (Postkarten), Accessoires, Kosmetikartikeln und Bekleidungsstücken.

Ebenfalls auf dem Diamantdeck ist, wie auf den meisten anderen Flusskreuzfahrtschiffen, im Vorschiff eine große Panorama-Lounge untergebracht. Diese ist auf der VIVA TIARA in äußerst hellen, harmonischen Blautönen gestaltet. In Kombination mit dunklen Holztischen und liebevollen Dekorationsdetails wirkt die Lounge sowohl zeitgemäß als auch einladend zugleich. Aus den Wänden und Fensterbänken fahren bei Bedarf große Flachbildschirme.

Hinweis: Zur Kaffeezeit gibt es derzeit kein üppiges Tortenbuffet, sondern eine Auswahl an Torten, die auf einem Servicewagen angeboten werden.

Panoramalounge VIVA TIARA

Foto: Panoramalounge VIVA Tiara

Im vorderen Bereich der Lounge gibt es die Panorama-Bar, von der aus sich ein hervorragender Blick in Fahrtrichtung bietet. Die Bar ist gut sortiert und lässt kaum einen Wunsch offen. Neben ausgewählten Kaffeespezialitäten sind auch Tagescocktails und eine große Auswahl Spirituosen erhältlich. Richtig pfiffig sind die Sitzgelegenheiten samt gemütlichen Polstern direkt vor den Panoramafenstern. Da wird eine Flusskreuzfahrt nicht nur in den Sommermonaten, sondern insbesondere zur kalten und dunklen Jahreszeit sehr gemütlich und zu einem besonderen Erlebnis. Von der Panorama-Bar aus besteht die Möglichkeit, über zwei seitlich angeordnete Treppen das Sonnendeck zu erreichen.

Hinweis: Die sonst vor der Bar aufgestellten Hocker gibt es derzeit nicht, um einen zu engen Kontakt zwischen den Reisegästen zu vermeiden.

Panoramalounge mit Bar VIVA TIARA

Foto: Panoramalounge mit Bar VIVA Tiara

Die Panorama-Bar an sich hat bereits einen gewissen Stil, abgerundet wird dieser im Außenbereich der Lounge durch eine möblierte Terrasse, direkt am Bug der VIVA TIARA. Große Panoramascheiben sorgen dafür, dass man hier geschützt vor Fahrtwind auch über einen längeren Zeitraum verweilen kann.

Auf dem unteren Smaragddeck der VIVA TIARA befindet sich ein kleiner Wellnessbereich.

Hinweis: Der Wellnessbereich ist derzeit nicht nutzbar.

Smoking und Abendkleid können daheimbleiben

Trotz aller Eleganz und allem Komfort an Bord der VIVA TIARA – Smoking und Abendkleid können getrost daheimbleiben. Eine sportlich-elegante Kleidung wird abends gerne gesehen. VIVA Cruises vermarktet die VIVA TIARA aber als Kreuzfahrtschiff auch für jüngere Reisegäste und dieses Konzept wird an Bord entsprechend umgesetzt. Mit kurzer Hose oder T-shirt sollte man dennoch nicht zum Abendessen erscheinen!

Das Sonnendeck ist mit modernem Sonnenliegen und Stühlen ausgestattet, verfügt über ausreichend Schattenplätze und ist neben regulären Treppenaufgängen auch mit einem Treppenlift erreichbar. Ein echtes Highlight ist der bei Bedarf mit großen Sonnenschirmen zu versehene Vorschiffbereich, der einen hervorragenden Blick in Fahrtrichtung ermöglicht und eine tolle Alternative zum eigentlichen Sonnendeck darstellt. Bequeme und mit dicken Kissen ausgestattete Korbmöbel schaffen hier eine Oase der Gemütlichkeit, welche auch von anderen Flusskreuzfahrtschiffen der Scylla-Flotte bekannt ist.

VIVA TIARA Blick auf Loungebereich Sonnendeck

Foto: VIVA Tiara Blick auf Loungebereich Sonnendeck

Die VIVA TIARA bietet den Gästen noch eine weitere Besonderheit. Am Heck befindet sich eine Lido Terrasse, die je nach Fahrtgebiet als zusätzlicher Bistro-Außenbereich genutzt wird. Im Bistro am Heck der VIVA TIARA ist das Ambiente noch eine Spur stilvoller und eleganter als im Hauptrestaurant. Die Speisen sind besonders erlesen, der Service eine Note persönlicher. Das Bistro kostet keinen Aufpreis.

VIVAs Bistro VIVA TIARA

Foto: VIVAs Bistro VIVA Tiara

Alle Kabinen und Suiten renoviert

Alle Kabinen bzw. Suiten liegen außen, sind komfortabel und luxuriös ausgestattet und verfügen sowohl auf dem Rubin- als auch auf dem Diamantdeck über einen französischen Balkon. Auf dem Rubindeck befinden sich 30 2-Bett Kabinen und 2 Junior-Suiten. Auf dem Diamantdeck wählt man bei Buchung zwischen 28 2-Bett Kabinen oder 4 Junior-Suiten. Die 11 Kabinen auf dem Smaragddeck haben kleine Fenster, die nicht zu öffnen sind, aber ausreichend Tageslicht in die Kabine fallen lassen. Darüber hinaus befindet sich auf dem Smaragd Deck eine 3-Bett Kabine. Zur Ausstattung gehören Dusche/WC, Fön, individuell regulierbare Klimaanlage, SAT-TV inkl. Flachbildschirm, Radio, Minibar, Nespresso-Kaffeemaschine, Safe, Telefon, kleine Tageszeitung und verstellbare Betten. Die Betten lassen sich wahlweise als Doppel- oder Einzelbetten stellen. Interessant dürfte z.B. auch für Familien mit Kindern, welche die Flüsse immer mehr auch als Urlaubsdestination entdecken, die Tatsache sein, dass es an Bord eine 3-Bett Kabine gibt. Alle Kabinen und Suiten wurden letzten Winter renoviert.

Beispiel Kabine Diamant Deck VIVA TIARA

Foto: Beispiel Kabine Diamant Deck VIVA Tiara

Damit endet mein Rundgang über das vollständig renovierte Flusskreuzfahrtschiff VIVA TIARA.

Ein Flusskreuzfahrtschiff mit viel Wohlfühlkomfort und luxuriösem Ambiente

Mein Fazit:

Die VIVA TIARA überzeugt mit viel Eleganz und einem modernen Ambiente an Bord, einer guten Küche und einem sehr aufmerksamen und zuvorkommenden Team, welches den Reisegästen stets zur Seite steht. Obwohl die VIVA TIARA baulich bereits zu den etwas älteren Flusskreuzfahrtschiffen gehört, steht sie den aktuellen Neubauten in nichts nach. In den Umbau und die Renovierungen sind viele Jahre Erfahrung in der Flusskreuzfahrtschiffbranche eingeflossen, welche die Reederei Scylla AG inzwischen für sich verbuchen kann. In alle Aufenthaltsräume und Kabinen fällt sehr viel Tageslicht, was die Freundlichkeit weiter hervorhebt und das harmonische Farbdesign unterstreicht. Die VIVA TIARA ist das ideale Flusskreuzfahrtschiff für Liebhaber von Flusskreuzfahrtschiffen, die einen gewissen Mehrwert an Komfort und Eleganz bieten. Die VIVA TIARA ist ein Premium-Flusskreuzfahrtschiff für Kreuzfahrten auf der Donau, kann aber auch auf Rhein, Main, Mosel und den Wasserstraßen in Holland eingesetzt werden. Jüngere Reisende fühlen sich an Bord ebenso wohl wie die Altersgruppe 60plus.   

Auf der Höhe der Zeit

Entsprechend der Fokussierung eines jüngeren Publikums, steigt auch die Nachfrage nach modernen Kommunikationsmitteln stetig. Ganz gleich, ob die Großeltern ihren Enkelkindern einfach mal einen Urlaubsgruß per Smartphone senden oder jüngere Reisende mal eben ihre Mails checken bzw. eine Instagram-Story einstellen wollen. Auf der VIVA TIARA steht den Reisegästen dafür WLAN zur Verfügung. Große Datenmengen lassen sich über diese Datenverbindung jedoch nicht übertragen (YouTube, Skype etc.).

Zu guter Letzt ein Blick in die Zukunft

Die VIVA TIARA ist das derzeit erste Flusskreuzfahrtschiff, welches ganz im Stil der Tochtergesellschaft VIVA Cruises umgestaltet wurde. Trotz der aktuellen Situation hinsichtlich Reisebeschränkungen und Hygieneregeln, ist ein Ausbau der VIVA Flusskreuzfahrtschiff-Flotte geplant. Schon im nächsten Jahr soll der erste eigene Neubau, die VIVA ONE die Flotte erweitern.

Einschränkungen durch die Corona-Pandemie?

Gravierende Änderungen zum bisherigen Betrieb vor der Corona-Pandemie sind an Bord nicht zu erwarten. Das Tragen von Mundschutz ist beim Laufen durch die Kabinengänge und durch die öffentlichen Bereiche vorgeschrieben, beim Sitzen in der Lounge, im Restaurant am Platz oder auf dem Sonnendeck hingegen nicht. Bei der Einschiffung sowie jeden Abend vor dem Abendessen wird die Temperatur gemessen, was in der Regel zügig und reibungslos verläuft. Die Reisenden müssen dafür alle einmal in der Lounge beim mitreisenden Arzt vorstellig werden. Insgesamt dauert diese Prozedur keine 5 Minuten.

Alle Flusskreuzfahrten können zum Beispiel bei Kreuzfahrten und mehr gebucht werden. Weitere Details zum Schiff und zur Kabinenausstattung teilt das Team gerne auf Anfrage mit. Senden Sie einfach eine unverbindliche Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen an unter 04893-4288535.

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Das Flusskreuzfahrtschiff MS Andrea im Schiffsportrait

Autor: Oliver Asmussen am 20.07.2020

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Andrea ist ein  Schwesterschiff der Alena und Asara.

Am 30. Juni 2020 stellte der Bonner Veranstalter Phoenix Reisen sein neues Flusskreuzfahrtschiff MS Andrea in Dienst. Die MS Andrea ist ein Schwesterschiff der 2018 getauften MS Alena bzw. 2017 in Fahrt gegangenen MS Asara und wird ebenso bereedert von der niederländischen Reederei Rijfers. MS Andrea knüpft an die hohen Maßstäbe der anderen Phoenix-Flusskreuzfahrtschiffe an.

Gibt es jetzt ein Schiffsportrait unter Corona-Gesichtspunkten?

Natürlich habe ich mich mit diesem Thema und der Frage zuvor auseinandergesetzt. Nach meinem Aufenthalt an Bord bin ich aber zu dem Entschluss gekommen, dass die aktuelle Zeit bzw. die derzeit gültigen Abstands- und Hygienevorschriften nur in einigen Bereichen wirklich einen Einfluss auf dieses Schiffsportrait haben. Ich werde an entsprechenden Stellen auf die Abweichungen zum „Normalbetrieb“ hinweisen.

MS Andrea im Sonnenaufgang auf dem Rhein

Foto: MS Andrea im Sonnenaufgang auf dem Rhein

Sowohl die MS Asara als auch das Schwesterschiff MS Alena setzten in den letzten Jahren in vielen Bereichen neue Maßstäbe. MS Andrea knüpft nun an das erfolgreiche Konzept an.  

Veränderungen im Detail

Rein äußerlich sieht die MS Andrea ihren Schwestern zum Verwechseln ähnlich. Beim näheren Betrachten sind allerdings kleine Abweichungen beim Design erkennbar, insbesondere im Eingangsbereich. Geblieben ist aber der beeindruckende, 8m große Albatros, das Phoenix-Firmenlogo, beidseitig der Eingänge an der Backbord- und Steuerbordseite.

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Andrea gehört mit 135m Länge und 11,4m Breite zu den größten Flusskreuzfahrtschiffen in ihrem künftigen Fahrtrevier. Sie fährt unter der Charterflagge von Phoenix Reisen und beherbergt maximal 190 Passagiere auf drei Kabinendecks. Die meisten der komfortabel und luxuriös ausgestatteten Kabinen haben einen französischen Balkon und sind zwischen 15,5 – 17m² groß. Auffallend breit sind die Kabinengänge auf allen Decks!

MS Andrea vor Burg Pfalzgrafenstein

Foto: MS Andrea vor Burg Pfalzgrafenstein

Willkommen an Bord der MS Andrea

Der Flusskreuzfahrtschiff-Neubau MS Andrea von Phoenix Reisen beeindruckt gleich nach dem Durchschreiten der großen Glastüren. Das Foyer zeigt sich wie bei den älteren Schwesterschiffen in dezentem, ansprechenden Farbdesign. Der Gesamteindruck ist sehr positiv, das Ambiente ist gemütlich und stylisch zugleich. Ein gewisser Landhausstil vermittelt die schon von den Schwesterschiffen bekannte Gemütlichkeit. Im Vergleich zum bisherigen „Normalbetrieb“ sind im Bereich der Rezeption zwei Wände aus Plexiglas aufgestellt und unterschiedliche Schilder weisen darauf hin, dass die vorgeschriebenen Mindestabstände von 1,5m zu Mitreisenden eingehalten werden müssen.

Willkommen zu Hause – das gilt auch weiterhin

Der bekannte Firmenslogan „Willkommen zu Hause“ gilt auch in der aktuellen, neuen Zeit in der beim Betreten des Schiffes sowohl von der Besatzung als auch von allen Reisenden ein Mundschutz getragen werden muss. Die Herzlichkeit des gesamten Teams ist auch ohne ein sichtbares Lächeln im Gesicht zu spüren. Allen Reisenden wird derzeit vor dem Schiff das Gepäck abgenommen, die Griffe desinfiziert und die Temperatur der Reisenden gemessen. Das Gepäck wird dann wie bisher direkt auf die Kabinen der Reisenden gebracht.

Phoenix Reisen war einer der ersten Anbieter in Europa, der das klassische „Plüsch-Design“ abgeschafft und neue Wege eingeschlagen hat. Mit der MS Asara gehörte Phoenix Reisen zu den Pionieren auf dem deutschsprachigen Markt der Flusskreuzfahrtschiffe, nicht nur in Bezug auf Design und Ambiente. Der Mut zu Neuem hat sich bewährt, ohne dabei den Blick auf die Firmenphilosophie zu verlieren.

Foyer und Rezeption MS Andrea

Foto: Foyer und Rezeption MS Andrea

Schick und cool ohne Design-Ausrutscher

Das Foyer ist sehr hell, freundliche Farbtöne erfreuen das Auge und ein ausgeklügeltes Lichtkonzept rundet das harmonische Gesamtbild ab. Überall dominieren klare Linien ohne übertriebene Gestaltungsmerkmale und auffällige Design-Ausrutscher. In der Mitte des Foyers thront ein großes Gesteck aus echten Blumen, drei Sessel laden zum kurzen Verweilen ein und erlauben einen freien Blick auf die zentral gelegene Rezeption des Schiffes. Die Andrea empfängt alle Reisenden mit zeitgemäßem Design und harmonischen Farben. Die jüngere Zielgruppe pflegt zu sagen „Das Schiff ist schick und cool.“

Die Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit der Crew ist von der ersten Minute an, in der man sich als Gast an Bord der MS Andrea aufhält, zu spüren.

Die üblicher Weise an beiden Eingängen aufgestellten Schirmständer mit Phoenix-Regenschirmen, die kostenfrei ausgeliehen werden können, gibt es derzeit nicht. Dafür findet jeder Reisende einen Schirm auf der Kabine, der am Ende der Reise sogar mitgenommen werden durfte.

Viel natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich des Foyers in das Schiffsinnere.

Das Neptundeck

Ein großer Treppenabgang verbindet alle drei Decks miteinander, von einer kleinen Empore ist das gesamte Atrium zu überblicken. Auf dem unteren Neptundeck befinden sich neben Zweibett-, Dreibett- und Einzel-Außenkabinen (Fenster nicht zu öffnen) auch eine Sauna sowie ein kleiner Ruhebereich mit separater Duschkabine. Die Kabinengröße auf dem Neptundeck beträgt 12m²

MS Andrea Saunabereich

Foto: MS Andrea Saunabereich

Das Saturndeck

Auf dem darüberliegenden Saturndeck sind Zweibett-Kabinen, sowie auch Zweibett-Kabinen zur Alleinbenutzung – alle mit französischem Balkon – und das große Panorama-Restaurant „Vier Jahreszeiten“ untergebracht.

Das Panorama-Restaurant überzeugt nicht nur durch eine Kombination aus wunderbarer Wohlfühlatmosphäre und Eleganz, sondern auch durch Helligkeit und freier Aussicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft. Von nahezu allen Plätzen aus ist ein guter bis sehr guter Blick durch die großen Panoramafenster möglich. Liebevolle Dekorationsdetails runden das Ambiente ab.

MS Andrea Restaurant Vier Jahreszeiten Gala

Foto: MS Andrea Restaurant Vier Jahreszeiten Gala

Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord und zaubern köstliche Mahlzeiten von früh bis spät.

Die reichhaltigen Frühstücksbuffets mit großer Auswahl an Wurst- und Käsesorten, Obst und Müsli, frischen Säften und Brötchen gibt es in der bekannten Form derzeit nicht. Es stehen verschiedene Frühstücks-Varianten in Form bereits zusammengestellter „Menüs“ zur Auswahl, die bestellt werden können. Alle weiteren Zutaten und Sonderwünsche können bzw. müssen dem Servicepersonal mitgeteilt werden.

Zum Mittag- und Abendessen stehen in der Speisekarte mehrgängige Menüs zur Auswahl, ein Nachmittagskaffee/Tee darf natürlich nicht fehlen. Gespeist wird in einer einzigen, offenen Tischzeit an fest reservierten Tischen. Nach Absprache werden Gerichte für spezielle Diäten gereicht (Diabetiker, Glutenfrei, Laktosefrei usw.). Als besonderes Highlight ist das Kapitäns-Dinner zu nennen (keine Abendgarderobe Pflicht).

Der Zugang zum Restaurant erfolgt über das offene Haupttreppenhaus bzw. den Fahrstuhl, welcher die Kabinendecks miteinander verbindet. Der Fahrstuhl ist derzeit denjenigen Personen vorbehalten, welche sich nur im Rollstuhl fortbewegen bzw. keine Treppen steigen können. Die Nutzung des Fahrstuhls muss an der Rezeption angemeldet werden.

Treffpunkt Panorama-Lounge

Ich nutze noch einmal das Treppenhaus im Foyer, um vom Restaurant „Vier Jahreszeiten“ in die Panorama-Lounge zu gelangen. Die weitläufige Panorama-Lounge liegt, wie auf den meisten anderen Flusskreuzfahrtschiffen auch, in bester Lage im vorderen Schiffsteil und bietet durch sehr große Panoramafenster einen hervorragenden Blick auf die Landschaft.

Panoramalounge mit Bar MS Andrea

Foto: Panoramalounge mit Bar MS Andrea

Wolkenhimmel als Blickfang

Moderne Lampen, harmonische Pastellfarben, liebevolle Dekorationsdetails, tolle Ausblicke und sehr viel Platz – das sind die ersten Merkmale beim Betreten der Panorama-Lounge, die ebenfalls völlig ohne Blinkblink und Plüsch überzeugt. Als sehr gemütlich erweisen sich die Sofas mit ihren dicken Kissen. Die Bar befindet sich, wie bei den Schwesterschiffen, unmittelbar in der Nähe des Eingangs. Gleich hinter der Bar liegt eine große Tanzfläche, die derzeit aber als zusätzlicher Raum für Tische und Stühle genutzt wird. Barhocker sind bis auf Weiteres keine aufgestellt, um einen engeren Kontakt der Gäste an der Bar zu vermeiden. Die gut sortierte Bar lässt kaum einen Wunsch offen. Neben ausgewählten Kaffeespezialitäten sind auch Tagescocktails und eine große Auswahl Spirituosen erhältlich. Als Blickfang oberhalb der Tanzfläche ist eine Art Leuchthimmel installiert, der Tageslicht und einen leicht bewölkten Himmel simuliert.

Auf Raumteiler wurde in der Lounge weitgehend verzichtet, was für einen freien Blick durch die großen Panoramafenster auf die Flusslandschaft ermöglicht. Derzeit sind zwischen einigen Sitzgelegenheiten durchsichtige Plexiglaswände installiert, um nicht gegen die derzeit gültigen Regelungen zur Einhaltung des Mindestabstands zu verstoßen. Die Panorama-Lounge ist der zentrale Treffpunkt an Bord der MS Andrea.

Panoramalounge mit Bar MS Andrea

Foto: Panoramalounge mit Leuchthimmel MS Andrea

Auf der Steuerbordseite des Schiffes ist eine kleine Bibliothek in die Lounge integriert. Diese ist derzeit ungenutzt bzw. es steht kein Angebot an Büchern oder Gesellschaftsspielen zur Verfügung.

In zentraler Lage, direkt mittig in der Panorama-Lounge, befindet sich ein Treppenabgang, der als Crewzugang zum darunterliegenden Restaurant „Vier Jahreszeiten“ dient.

An der Backbordseite der MS Andrea befinden sich im vorderen Teil der Panorama-Lounge ein Ausgang, über welchen das Sonnendeck sowie die möblierte Terrasse am Bug zu erreichen ist. Große Glasscheiben bieten den nötigen Schutz vor Fahrtwind, nehmen dabei dennoch nicht die Sicht in Fahrtrichtung.

Die MS Andrea verfügt oberhalb des Foyers über eine kleine, gut sortierte Boutique mit einer Auswahl an Souvenirs (Postkarten), Accessoires, Kosmetikartikeln und Bekleidungsstücken.

Das Oriondeck

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Andrea bietet allen Reisegästen am Heck ein à la carte Lido Spezialitäten-Restaurant.

Spezialitäten-Restaurant zusätzlich zum Vier Jahreszeiten

Jeder Reisegast hatte auf anderen Schiffen der Phoenix-Flotte bisher die Möglichkeit, während seiner Kreuzfahrt an einem Abend im stilvollen und ganz besonderen Ambiente am Heck zu speisen, nämlich im Spezialitäten-Restaurant. Hier gab es besonders erlesene Speisen und der Service war noch eine Note persönlicher als im Hauptrestaurant „Vier Jahreszeiten“. Das Restaurant war ohne Aufpreis nutzbar. Derzeit dient das Spezialitäten-Restaurant als zusätzliches Hauptrestaurant. Um weiterhin eine offene Tischzeit bei erlaubter Auslastung von ca. 70% bieten zu können, hat man sich derzeit zu dieser Lösung entschieden. Ein Aufpreis für dieses besondere Ambiente fällt selbstverständlich weiterhin keiner an. Für die persönliche Atmosphäre in kleinem Kreis müssen insbesondere zum Frühstück ggf. aber etwas längere Wartezeiten in Kauf genommen werden. Das Spezialitäten-Restaurant verfügt nicht über einen Außenbereich, wie man ihn auf einigen anderen Flusskreuzfahrtschiffen kennt. Dafür ist der Blick auf das Fahrwasser völlig frei.

MS Andrea Spezialitäten-Restaurant beim Galaabend

Foto: MS Andrea Spezialitätenrestaurant beim Galaabend

Das Sonnendeck

Das weitläufige Sonnendeck ist mit geschmackvollem Kunstrasen in Holzoptik sowie einer Vielzahl an Sonnenliegen und Stühlen ausgestattet. Ein Highlight ist der riesige Vorschiffbereich, der um ein halbes Deck niedriger konstruiert ist als der andere Teil des Sonnendecks. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Gäste auch bei niedrigen Brückendurchfahrten auf ihren Plätzen verweilen können. Bequeme und mit dicken Kissen ausgestattete Korbmöbel schaffen hier eine Oase der Gemütlichkeit, die es in dieser Form nur auf wenigen Flusskreuzfahrtschiffen gibt. An sonnigen Tagen können riesige Sonnenschirme aufgestellt werden, die es auf den Schwesterschiffen bisher nicht gibt.

MS Andrea Loungebereich Sonnendeck morgens

Foto: MS Andrea Loungebereich Sonnendeck morgens

Das Sonnendeck punktet nicht nur mit Weitläufigkeit über fast die komplette Schiffslänge, sondern auch mit einem kleinen aber sehr schönen Pool am Heck des Schiffes. Insgesamt gibt es an vier Bereichen Zugänge zum Sonnendeck. Der Pool kann derzeit weiterhin genutzt werden, allerdings gleichzeitig nur von Personen aus einer Kabine. Diese Regelung funktioniert in der Praxis ohne Probleme.

Pool und Sonnendeck MS Andrea

Foto: Pool und Sonnendeck MS Andrea

Die Kabinen

Alle Kabinen liegen außen, sind komfortabel und luxuriös ausgestattet und verfügen sowohl auf dem Saturn- als auch auf dem Oriondeck (36 bzw. 38 Kabinen) über einen französischen Balkon. Die 22 Kabinen auf dem unteren Neptundeck haben kleine Fenster, die nicht zu öffnen sind, aber ausreichend Tageslicht in die Kabine fallen lassen. Zur Ausstattung gehören Dusche/WC, Fön, individuell regulierbare Klimaanlage, SAT-TV inkl. Flachbildschirm (in der Regel sind auch Deutsche Programme zu empfangen), Radio, Minibar, Nespresso-Kaffeemaschine, Safe, Telefon, kleine Tageszeitung und verstellbare Betten. Die Betten lassen sich wahlweise als Doppel- oder Einzelbetten stellen. Interessant dürfte z.B. auch für Familien mit Kindern, welche die Flüsse immer mehr auch als Urlaubsdestination entdecken, die Tatsache sein, dass es an Bord 3-Bett Kabinen gibt.

Pfiffig ist das „Nachtlicht“ im Bad, welches sich am Fußboden beim Betreten automatisch einschaltet. Insbesondere beim nächtlichen Toilettengang erweist sich diese Besonderheit als wirklich klasse.

Kabine 332 MS Andrea Oriondeck

Foto: Kabine 332 MS Andrea Oriondeck

Ein Flusskreuzfahrtschiff mit viel Wohlfühlkomfort und zeitgemäßem Ambiente

Das Fazit:

Die Andrea überzeugt mit einem ansprechenden Farb- und Lichtkonzept, einer gelungenen Raumaufteilung, sehr viel Eleganz, einer guten Küche und einem sehr aufmerksamen und zuvorkommenden Team, welches den Reisegästen stets zur Seite steht. In die Konzipierung der MS Andrea sind viele Jahre Erfahrung in der Flusskreuzfahrtschiffbranche eingeflossen, welche Phoenix Reisen und die Reederei Rijfers Nautical Management B.V.  inzwischen für sich verbuchen können. In alle Aufenthaltsräume und Kabinen fällt sehr viel Tageslicht, was die Freundlichkeit weiter hervorhebt und das harmonische Farbdesign unterstreicht. Die MS Andrea ist das ideale Flusskreuzfahrtschiff für Freunde von Flusskreuzfahrtschiffen die ein zeitgemäßes, frisches Ambiente in Kombination mit Komfort und Eleganz wünschen. Das Schiff eignet sich für Liebhaber von Städtereisen und jene Reisegäste für die eine Flusskreuzfahrt bisher zu „angestaubt“ war. Der Altersdurchschnitt liegt dennoch über dem auf Hochseekreuzfahrtschiffen.

Auf dem gesamten Schiff kommen energiesparende LED Leuchtmittel zum Einsatz, der Motor ist vom Kabinenbereich getrennt gelagert, sodass Vibrationen bei der Fahrt reduziert werden.

Die aktuellen Abstands- und Hygienevorschriften sind an Bord entsprechend umgesetzt, führen aber zu keiner nennenswerten Beeinträchtigung des Urlaubserlebnisses. Lediglich die etwas längere Zeit zum Frühstücken sollte man entsprechend einplanen. Maskenpflicht besteht beim Laufen durch die öffentlichen Bereiche, nicht aber in der Lounge am Platz und nicht im Restaurant am Platz. Die bekannten Getränkekarten, welche auf einigen Fotos sichtbar sind, wurden für die Erstellung des Bildmaterials aufgestellt und sind derzeit nicht regulär auf den Tischen in der Lounge zu finden.

Auf der Höhe der Zeit

Auch wenn der Altersdurchschnitt auf einem Flusskreuzfahrtschiff nach wie vor über dem auf einem Hochseekreuzfahrtschiff liegt, so steigt die Nachfrage nach modernen Kommunikationsmitteln stetig. Gerne übersenden die Großeltern ihren Enkelkindern heute einfach mal einen Urlaubsgruß direkt vom Smartphone aus. Auf der Andrea steht den Reisegästen dafür WLAN (kostenpflichtig) zur Verfügung. Große Datenmengen lassen sich über diese Datenverbindung jedoch nicht übertragen (YouTube, Skype etc.).

  • Komplette Bildergalerie mit allen Fotos der MS Andrea >>Link<<

Alle Flusskreuzfahrten mit der MS Andrea können bei Kreuzfahrten und mehr gebucht werden. Weitere Details zum Schiff und zur Kabinenausstattung werden Ihnen dort gerne auf Anfrage mitgeteilt. Senden Sie einfach eine unverbindliche Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen Sie an unter 04893-4288535.

Flusskreuzfahrtschiff MS Lady Diletta im Schiffsportrait

Autor: Oliver Asmussen am 25.06.2020

Schiffsportrait der im Juni 2020 getauften Lady Diletta

Das Flusskreuzfahrtschiff MS Lady Diletta ist ein völlig neues Typschiff und hat bisher kein Schwesterschiff. Die Lady Diletta bringt italienisches Design und eine Menge Komfort auf den Fluss. Dieses Schiffsportrait zeigt alle öffentlichen Bereiche an Bord.

Rundgang über alle Decks der Lady Diletta

MS Lady Diletta vor der Taufe auf dem Rhein

Foto: MS Lady Diletta vor der Taufe auf dem Rhein

Nach den Tauffeierlichkeiten mit geladenen Gästen und einer Taufzeremonie bei hochsommerlichen Temperaturen am Anleger in Düsseldorf, ließ die junge Taufpatin und Namensgeberin Silvia Diletta Ligabue die Champagnerflasche am schneeweißen Bug der MS Lady Diletta zerschellen. Hier geht es zu einem Taufbericht <<Link>>.

Champagnerflasche zerschellt am Bug Lady Diletta Taufe

Erste Taufe eines Neubaus für die Reederei Plantours Kreuzfahrten

Mit der Lady Diletta stellt Plantours Kreuzfahrten den ersten Flusskreuzfahrtschiff-Neubau unter eigener bzw. unter der renommierten Flagge der Ligabue Group in Dienst. Plantours Kreuzfahrten betreibt die MS Lady Diletta langfristig im Vollcharter.

Aufgrund der gültigen Corona-Auflagen verfolgten nur wenig Schaulustige die Feierlichkeiten vom Düsseldorfer Rheinufer aus.   

Rein äußerlich sieht die MS Lady Diletta anderen Flusskreuzfahrtschiffen natürlich recht ähnlich. Viel Spielraum für außergewöhnliche Designmerkmale bleibt bei der Konzeption eines solchen Schiffes auch nicht. Das Flusskreuzfahrtschiff MS Lady Diletta gehört mit 135m Länge und 11,45m Breite zwar zu den längsten, aber nicht zu den breitesten Flusskreuzfahrtschiffen auf den Flüssen in Europa. Maximal finden 173 Passagiere auf drei Kabinendecks Platz. Die meisten der komfortabel und luxuriös ausgestatteten Kabinen haben einen französischen Balkon und sind zwischen 15,5 – 16m² groß. Die 8 Suiten verfügen über einen möblierten, kleinen Balkon und sind mit 21m² großzügiger bemessen. Als Besonderheit bietet die MS Lady Diletta sowohl auf dem Accademia Deck als auch auf dem Rialto Deck insgesamt 11 Einzelkabinen mit einer Größe von 11,5 bzw. 12m².

Ich habe mich an Bord umgeschaut und wunderbare Eindrücke mitgebracht, die ich im nachfolgenden Schiffsportrait zeige. Die Fotos sind während der Corona-Pandemie entstanden. Angebrachte Hinweisschilder zu gültigen Abstandsregelungen sind für die Fotos weitgehend entfernt worden. Nicht alle Sitzplätze in der Lounge sind derzeit nutzbar und die Abstände im Hauptrestaurant wurden für die Fotos in den "Normalmodus" gesetzt.

MS Lady Diletta auf dem Rhein unterwegs

Foto: MS Lady Diletta auf dem Rhein unterwegs

Willkommen an Bord

Der Flusskreuzfahrtschiff-Neubau MS Lady Diletta von Plantours Kreuzfahrten beeindruckt gleich nach dem Durchschreiten der großen Glastüren. Das Foyer zeigt sich in dezentem, ansprechendem Farbdesign. MS Lady Diletta wirkt ähnlich stylisch wie andere Flusskreuzfahrtschiff-Neubauten, die auf dem Rhein, der Donau und den Nebenflüssen unterwegs sind. Dennoch ist ein eigener, sehr geschmackvoller, italienischer Stil in die Gestaltung der Innenräume geflossen. Die Lady Diletta bekommt dadurch eine unverwechselbare, eigene Atmosphäre. Ein geschmackvoller, zeitgemäßer Landhausstil vermittelt Gemütlichkeit. Die sonst im Foyer aufgestellten Sitzmöglichkeiten wurden aufgrund der, während meines Besuchs gültigen, Corona-Auflagen entfernt.

Klare Linien ohne Schnörkel

Allgemein gelten Flusskreuzfahrtschiffe bisher als Reiseform für die Generation jenseits des Ruhestandsalters. Bedingt durch ihre geringe Größe im Vergleich zu Hochseeschiffen hält sich das Bordangebot entsprechend in Grenzen und ein meist plüschiges Design unterstreicht in der Regel den „angestaubten“ Ruf. Vor einigen Jahren schon wagten einige Anbieter den Schritt zu einem frischeren und moderneren Design an Bord ihrer Flusskreuzfahrtschiffe. Der Mut zu Neuem hat sich letztendlich bewährt und auch auf der MS Lady Diletta von Plantours Kreuzfahrten dominieren klare Linien ohne Schnörkel das Innenleben des Schiffes.

Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Foto: Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Richtig schick und ohne Plüsch

Das Foyer ist sehr hell, freundliche Farbtöne erfreuen das Auge und ein ausgeklügeltes Lichtkonzept rundet das harmonische Gesamtbild ab. Überall dominieren klare Linien ohne übertriebene Gestaltungsmerkmale und auffällige Designausrutscher. An der Rezeption thronen riesige, geschmackvolle Gestecke aus frischen Sommerblumen. Von einer kleinen Empore aus beeindruckt der freie Blick auf die elegante Rezeption. Die jüngere Zielgruppe pflegt zu sagen: „Das Schiff ist richtig schick und cool, ganz ohne Plüsch und Firlefanz.“

Die Gastfreundschaft und Aufmerksamkeit der Crew ist von der ersten Minute an, in der man sich als Gast an Bord der MS Lady Diletta aufhält, zu spüren.

Natürliches Tageslicht fällt durch breite Fensterelemente im Deckenbereich des Foyers in das Schiffsinnere.

Blick auf Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Foto: Blick auf Rezeption und Lobby MS Lady Diletta

Das Accademia Deck

Ein großer Treppenabgang verbindet alle drei Decks miteinander. Von der genannten Empore aus ist das gesamte Atrium zu überblicken. Auf dem unteren Accademia Deck befinden sich die Kabinenkategorien LK01, LK02 und LK03. Dabei handelt es sich um Zwei-Bett-Kabinen in unterschiedlicher Lage sowie 10 Einzelkabinen. Alle Kabinen verfügen über zwei Fenster im oberen Bereich, die nicht zu öffnen sind. Darüber hinaus befindet sich auf selbigem Deck ein kleiner Fitnessraum. Die Kabinengröße auf dem Accademia Deck variiert zwischen 11,5m² (Einzelkabinen) und 15,5m² (Zwei-Bett-Kabinen).

Einzelkabine 227 Kat. 10 Lady Diletta

Foto: Einzelkabine 227 Kat. 10 Lady Diletta

Das Rialto Deck

Auf dem darüber liegenden Rialto Deck sind Zwei-Bett-Kabinen sowie auch eine Einzelkabine mit französischem Balkon untergebracht. Dabei handelt es sich um die Kategorien LK03, LK04, LK07 und LK10. Die Kabinengröße variiert zwischen 12m² (Einzelkabine), 16m² (Zwei-Bett mit französischem Balkon) und 21m² (Suiten mit möbliertem Balkon). Auf dem Rialto Deck ist zusätzlich im vorderen Schiffsbereich das Tiepolo Restaurant platziert.   

Das Tiepolo-Restaurant überzeugt nicht nur durch eine Kombination aus wunderbarer Wohlfühlatmosphäre und Eleganz, sondern auch durch Helligkeit und freier Aussicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft. Von nahezu allen Plätzen aus ist ein guter Blick durch die großen Panoramafenster möglich. Dekorationsdetails runden das Ambiente ab.

Tiepolo Restaurant Lady Diletta

Foto: Tiepolo Restaurant Lady Diletta

Zahlreiche Mitarbeiter des Küchen- und Restaurantteams sorgen täglich für das leibliche Wohl der Reisegäste an Bord und zaubern köstliche Mahlzeiten von früh bis spät.

Ein üppiges Frühstücksbuffet wird aufgrund der aktuellen Corona-Auflagen an Bord derzeit nicht angeboten. Jeder Gast hat die Möglichkeit, seine Bestellungen aus einem umfangreichen Angebot, direkt am Tisch zu bestellen. Dazu gehört eine große Auswahl an Wurst- und Käsesorten sowie Obst, Müsli, frische Säfte, Brötchen und andere Dinge mehr. Zum Mittag- und Abendessen stehen in der Speisekarte mehrgängige Menüs zur Auswahl, ein Nachmittagskaffee/Tee sowie ein kleiner Mitternachtssnack dürfen natürlich nicht fehlen. Gespeist wird – je nach Anzahl der Gäste – in einer einzigen, offenen Tischzeit an fest reservierten Tischen. Aufgrund der aktuellen Gesundheitsregelungen werden ggf. auch zwei Tischzeiten angeboten. Nach Absprache werden Gerichte für spezielle Diäten gereicht (Diabetiker, Glutenfrei, Laktosefrei usw.). Als besonderes Highlight ist das Kapitäns-Dinner zu nennen (keine Abendgarderobe Pflicht).

Der Zugang zum Restaurant erfolgt über das offene Haupttreppenhaus bzw. den Fahrstuhl, welcher die Kabinendecks miteinander verbindet. Der Fahrstuhl ist aufgrund der aktuellen Gesundheitssituation immer nur für eine einzelne Person nutzbar, befindet sich aber in Betrieb.

San Marco Deck

Treffpunkt Tintoretto Lounge mit Bar

Ich nutze noch einmal das Treppenhaus im Foyer, um vom Tiepolo Restaurant in die Tintoretto Lounge zu gelangen. Die weitläufige  Tintoretto Lounge liegt, wie auf den meisten anderen Flusskreuzfahrtschiffen auch, in bester Lage im vorderen Schiffsteil und bietet durch sehr große Panoramafenster einen hervorragenden Blick auf die Landschaft.

Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta Gesamtansicht

Foto: Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta

Liebevolle Dekorations- und Design-Details

Moderne Lampen, harmonische Pastellfarben, liebevolle Dekorationsdetails, tolle Ausblicke und sehr viel Platz – das sind die ersten Merkmale beim Betreten der Tintoretto Lounge, die ebenfalls völlig ohne Blinkblink und Plüsch überzeugt. Als sehr gemütlich erweisen sich die Sofas mit ihren kleinen Kissen. Die Bar befindet sich auf der MS Lady Diletta nicht im vorderen Loungebereich – wie bei vielen anderen Flusskreuzfahrtschiffen - sondern unmittelbar in der Nähe des Eingangs. Gegenüber der Bar ist die Tanzfläche platziert. Ein großer, absenkbarer Bildschirm informiert über die Fahrtroute und andere, aktuelle Dinge des Tages.   

Die Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta

Foto: Die Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta

Glasdecke sorgt für viel Tageslicht

Innerhalb der Lounge verzichtet man nun auf größere Raumteiler bis zur Decke, welche sich auf anderen Neubauten durchaus als störend erweisen. Die Sicht auf die vorbeiziehende Flusslandschaft ist aus nahezu allen Bereichen der Tintoretto Lounge heraus ungehindert möglich. Das ist wirklich klasse. Die Tintoretto Lounge ist der zentrale Treffpunkt an Bord der MS Lady Diletta. Besonders viel Tageslicht fällt durch eine gläserne Decke in die Mitte der Tintoretto Lounge.

Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta Gesamtansicht

Foto: Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta Gesamtansicht

An der Backbordseite der MS Lady Diletta befindet sich im vorderen Teil der Tintoretto Lounge ein Ausgang, über welchen das Sonnendeck sowie die möblierte Terrasse am Bug zu erreichen ist. Große Glasscheiben bieten den nötigen Schutz vor Fahrtwind, nehmen dabei dennoch nicht die Sicht in Fahrtrichtung. Ein Treppenlift für Gehbehinderte ist vorhanden.

Am Heck der MS Lady Diletta können alle Reisegäste tagsüber in der gemütlichen Canaletto Lounge bzw. im gleichnamigen Restaurant verweilen und zu allen Mahlzeiten köstlich speisen.

Besonderes Ambiente ohne Aufpreis

Jeder Reisegast hat die Möglichkeit, während seiner Kreuzfahrt nach Reservierung in diesem stilvollen und besonderen Ambiente am Heck der MS Lady Diletta zu speisen. Morgens wartet hier ein „early bird breakfast“ auf die Reisenden. Obwohl die Speisen besonders erlesen, der Service noch eine Note persönlicher und das Ambiente ein gemütlicheres ist, kostet dieses Restaurant keinen Aufpreis! Hier erfahren die Reisegäste einen besonderen Mehrwert. Einen Aussenbereich gibt es nicht.

Canaleto Lounge und Restaurant Lady Diletta

Foto: Canaletto Lounge und Restaurant Lady Diletta

Zwischen Canaletto Lounge und Tintoretto Lounge sind die Kabinen der Kategorien LK05, LK06 und LK08 untergebracht. Bei diesen Kabinen handelt es sich um Zwei-Bett Kabinen mit französischem Balkon (16m²), Zwei-Bett Juniorsuiten mit französischem Balkon (18m²) und Suiten mit möbliertem Balkon (21m²).

Das Sonnendeck

Das weitläufige Sonnendeck ist mit geschmackvollem Kunstrasen in Holzoptik sowie einer Vielzahl an Sonnenliegen und Stühlen ausgestattet. Ein Highlight ist der riesige Vorschiffbereich, der um ein halbes Deck niedriger konstruiert ist als der andere Teil des Sonnendecks. Dadurch ergibt sich der Vorteil, dass die Gäste auch bei niedrigen Brückendurchfahrten auf ihren Plätzen verweilen können. Bequeme Sitzmöglichkeiten schaffen hier eine Oase der Gemütlichkeit. Eine Lounge-Bar rundet den positiven Gesamteindruck ab.

Lady Diletta Sonnendeck Bar

Foto: Lady Diletta Sonnendeck Bar

Die Kabinen

Zur Ausstattung gehören Dusche/WC, Fön, individuell regulierbare Klimaanlage, SAT-TV inkl. Flachbildschirm (in der Regel sind auch Deutsche Programme zu empfangen), Radio, Minibar, Safe, Telefon, kleine Tageszeitung und verstellbare Betten. Die Betten lassen sich wahlweise als Doppel- oder Einzelbetten stellen. 3-Bett Kabinen gibt es offiziell keine.

Durchdacht ist die Beleuchtung in der Kabine, die sich unterschiedlich schalten und kombinieren lässt. Je nach Kabinenkategorie gibt es etwa 8 Steckdosen. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass sich eine der Steckdosen im Kleiderschrank befindet. Darüber hinaus sind zwei USB-Anschlüsse vorhanden, nicht jedoch am Bett.

Suite Kat. 07 201 Lady Dileta

Foto: Suite Kat. 07 201 Lady Diletta

Ein Flusskreuzfahrtschiff mit viel Wohlfühlkomfort und zeitgemäßem Ambiente

Das Fazit:

Die MS Lady Diletta überzeugt mit einem ansprechenden Farb- und Lichtkonzept, einer gelungenen Raumaufteilung, viel Eleganz, einer guten Küche und einem sehr aufmerksamen und zuvorkommenden Team, welches den Reisegästen stets zur Seite steht. In alle Aufenthaltsräume und Kabinen fällt sehr viel Tageslicht, was die Freundlichkeit weiter hervorhebt und das harmonische Farbdesign unterstreicht. MS Lady Diletta ist das ideale Flusskreuzfahrtschiff für Freunde von Flusskreuzfahrtschiffen die ein zeitgemäßes, frisches Ambiente in Kombination mit Komfort und Eleganz bieten. Das Schiff eignet sich auch für ein jüngeres Publikum, Liebhaber von Städtereisen und jene Reisegäste, für die eine Flusskreuzfahrt bisher zu „angestaubt“ war.

Auf der Höhe der Zeit

Auch wenn der Altersdurchschnitt auf einem Flusskreuzfahrtschiff nach wie vor über dem auf einem Hochseekreuzfahrtschiff liegt, so steigt die Nachfrage nach modernen Kommunikationsmitteln stetig. Gerne übersenden die Großeltern ihren Enkelkindern heute einfach mal einen Urlaubsgruß direkt vom Smartphone aus. Auf der Lady Diletta steht den Reisegästen dafür WLAN (kostenpflichtig) zur Verfügung. Große Datenmengen lassen sich über diese Datenverbindung jedoch nicht übertragen (YouTube, Skype etc.).

  • Komplette Bildergalerie mit allen Innenfotos der MS Lady Diletta >>Link<<
  • VIDEO (YouTube) von Bord der MS Lady Diletta mit Kabinen >>Link<<

Alle Flusskreuzfahrten mit der MS Lady Diletta können bei uns gebucht werden. Weitere Details zum Schiff und zur Kabinenausstattung teilen wir Ihnen gerne auf Anfrage mit. Senden Sie uns einfach eine unverbindliche Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen Sie uns an unter 04893-4288535.

In 42 Tagen von der Prinsendam zur Amera

Autor: Oliver Asmussen am 18.08.2019

Ein großer vorher/nachher Vergleich dieses 40 Millionen-Projektes in einem besonderen Amera Schiffsportrait.

40 Millionen Euro sind in das Projekt des 42-Tage-Umbaus von der MS Prinsendam zur Amera geflossen. Hier gibt es den großen Vorher/Nachher Vergleich in einem außergewöhnlichen Schiffsportrait.

In 42 Tagen zum neuen Kreuzfahrt-Schmuckstück

Am 01. Juli endete die letzte Kreuzfahrt der Prinsendam für Holland America Line und der Kreuzfahrtklassiker nahm Kurs auf Hamburg. Dort traf die 204m lange und rund 39.051 BRZ große „Elegant Explorer“, wie sie bei den bisher meist amerikanischen Reisegästen liebevoll genannt wurde, am 02. Juli ein. Das maximal 835 Passagieren Platz bietende Kreuzfahrtschiff verholte direkt in das Dock 11 der Traditionswerft Blohm+Voss. In den folgenden 42 Tagen wurde das, 1988 als ultraluxuriöse Royal Viking Sun gebaute Kreuzfahrtschiff, nahezu in allen Bereichen der 9 Passagierdecks renoviert und in ein neues Kreuzfahrt-Schmuckstück verwandelt. Auch hinter den Kulissen, so zum Beispiel in der Wäscherei, der Küche und der Kommandobrücke zog neue Technik ein.

Prinsendam, Werftzeit und MS Amera

Foto: Collage Amera, Royal Viking Sun, Prinsendam

Endlich in der Flotte von Phoenix Reisen

Schon vor vielen Jahren liebäugelte man im Hause Phoenix Reisen mit dem Gedanken, dass dieses einzigartige Kreuzfahrtschiff, von dem es kein Schwesterschiff gibt, einmal zur Phoenix Reisen-Flotte gehören würde. Bei Holland America Line dachte man jedoch überhaupt nicht daran, sich von diesem sehr beliebten und für weltweite Kreuzfahrten eingesetzten Schiff zu trennen. Dann endlich stimmten die „Rahmenbedingungen“ und der Deal für den Wechsel von Holland America Line zu Phoenix Reisen war „in trockenen Tüchern“. Die Prinsendam passt geradezu perfekt in die Flotte von Phoenix Reisen, denn sie weist die ideale Größe auf, verfügt über viele Balkonkabinen, großzügige Freidecks und weitläufige, öffentliche Bereiche.

Schiffsrundgang vor, während und nach der Werftzeit

Ich habe das Bildmaterial aus der Zeit als MS Prinsendam mit dem der Werftzeit und der anschließenden Fertigstellung aller Renovierungen als interessante Collagen zusammengefügt.

Bild 01 zeigt die Amera nach ihrem Werftaufenthalt zum ersten Mal auf der Elbe mit Kurs in Richtung Bremerhaven sowie auch die dunkle Farbgebung während ihrer Zeit als Prinsendam. Gut zu erkennen sind auf diesem Bild die großzügigen Außenbereiche im Vorschiffbereich der Amera. Insgesamt gibt es drei solcher Aussichtsterrassen mit freiem Blick auf den Bug und das Meer. Nur noch sehr wenige Kreuzfahrtschiffe verfügen über solche Freiflächen im Bugbereich. Die Artania, die ebenfalls unter Phoenix-Flagge fährt, zählt auch zu diesen außergewöhnlichen Kreuzfahrtschiffen. Nennenswerte Veränderungen gibt es hier keine. Auf neueren Kreuzfahrtschiffen sind in diesen Vorschiffbereichen meist hochpreisige Kabinen und Suiten verbaut. Auf der Amera genießen alle Reisegäste den Blick in Fahrtrichtung völlig kostenfrei.

Bild 02 Blick auf Schornstein und Shuffleboard MS Amera

Bild 02: Blick auf Schornstein und Shuffleboard MS Amera

Bild 02 zeigt einen Außendeckbereich am Schornstein. Aufgrund der klassischen Bauweise des Schiffes und der damaligen Platzierung im oberen Luxussegment, verfügt die Amera im Vergleich zu den meisten Neubauten auf dem Markt, über außergewöhnlich viele Deckflächen, auf denen man ungestört verweilen kann. Auf diesem Deck wurden bis zuletzt noch Feinarbeiten am Bodenbelag erledigt, was auf dem großen Foto auch erkennbar ist. An der Steuerbordseite ist ein Minigolffeld und an der Backbordseite ein Shuffleboard-Feld platziert.

Bild 03 Sonnen-Deck MS Amera

Bild 03: Sonnen-Deck MS Amera

Zu den großzügigen Freiflächen zählt das obere Sonnendeck auf Bild 03, unterhalb des Signalmastes. Von hier aus bietet sich ein freier Blick über den Bug und die Ozeane dieser Welt. Keine meterhohen Glaswände, die leider nicht nur vor Wind schützen, sondern auch die Sicht nehmen, umrahmen das oberste Deck. Auf diesem Deck wird in Kürze noch der von anderen Phoenix-Schiffen bekannte, türkisfarbene Kunstrasenteppich verlegt. Die Strandkörbe (auf dem Bild noch nicht aufgestellt) laden zum Träumen und Verweilen ein.

Bild 04 Blick vom Sonnendeck auf Schöne Aussicht MS Amera

Bild 04: Blick vom Sonnendeck auf Schöne Aussicht MS Amera

Ein weiteres Highlight ist der Blick vom Sonnendeck auf die neu gestaltete Schöne Aussicht, sowie die obere Galerie mit ihren Liegestühlen. Reling, Bodenbelag und Treppen sind, wie in allen Außenbereichen, komplett überarbeitet oder ersetzt worden. Dort wo dies noch nicht geschehen ist, wird es in Kürze erfolgen. Der frühere, nicht sehr großzügig gestaltete, Lido Pool ist komplett verschwunden. Neu entstanden ist eine Art Eventfläche, die multifunktional genutzt werden kann. Eine große Leinwand sowie moderne Bühnentechnik runden das Unterhaltungsangebot im Bereich der Schönen Aussicht ab. Neu installiert wurde ein Sonnenschutz an den seitlichen Bereichen der Schönen Aussicht.

Bild 05 Crow´s Nest wird Panorama-Lounge MS Amera

Bild 05: Crow´s Nest wird Panorama-Lounge MS Amera

Bild 05 zeigt das ehemalige Crow´s Nest, eine Lounge samt integrierter Bar, die auf der Amera, als Panorama-Lounge, weiterhin in gleicher Form existiert. Solche Schiffslounges erfreuten sich in der Vergangenheit einer immer geringeren Beliebtheit bei den Kreuzfahrtgästen. Daher wurden sie auf neueren Schiffen, wie die Freidecks im Vorschiffbereich, durch lukrative Suiten oder exklusive Lounges für die Bewohner gewinnbringender Kabinenkategorien, wegrationalisiert. Ein alteratives Ziel der Mitbewerber ist es, die Lounges attraktiver zu gestalten, um die Gäste wieder in diesen Schiffbereich zu locken. Bei Phoenix Reisen dürfte man sich eher wenig Sorgen um eine zu schlechte Nutzung der Panorama-Lounge machen. Liebhaber der klassischen Phoenix-Schiffe wissen solche Schiffsbereiche zu schätzen.

Bild 06 Blick auf die neue Schöne Aussicht MS Amera

Bild 06: Blick auf die neue Schöne Aussicht MS Amera

Bild 06 zeigt noch einmal den neu gestalteten Bereich Schöne Aussicht mit Blick in Richtung Heck. Nicht nur der unmittelbare, ehemalige Poolbereich wurde umgestaltet, auch die Aufteilung der Sitzmöglichkeiten unterhalb der Galerie ist verändert und optimiert worden. Es entstanden mehr Außensitzplätze, die bei Deutschen Reisegästen beliebter sind als bei den amerikanischen. Abgerundet wird das Angebot im Bereich Schöne Aussicht durch eine gut bestückte Bar sowie eine Grillecke. Hier werden wetterabhängig zum Beispiel Hähnchen, Pizza, Würstchen und andere Dinge frisch vom Grill serviert.

Bild 07 Lido Market wird Lido Buffet Amera

Bild 07: Lido Market wird Lido-Buffet MS Amera

Seinen Platz behalten hat das Lido Market Restaurant, welches nun an Bord der Amera Lido Buffet-Restaurant heißt. Vom bereits angestaubten Charme aus den Zeiten bei Holland America Line ist nichts mehr zu sehen. Das Restaurant wurde komplett renoviert, die technischen Geräte durch neue ersetzt. An der Grundgestaltung ist nichts verändert worden, denn sie war bereits nahezu perfekt. Das Lido Buffetrestaurant erstreckt sich über die gesamte Schiffsbreite, wodurch ein toller Meerblick von fast allen Plätzen aus ermöglicht wird. Die Küche befindet sich in der Mitte des Restaurants.

Bild 08 aus Canaletto wird Lido-Wintergarten Amera

Bild 08: Aus Canaletto wird Lido-Wintergarten MS Amera

Direkt hinter dem Lido Buffet-Restaurant liegt unverändert der Wintergarten. Dieser wurde aber komplett neu gestaltet. Das auf der Prinsendam in den Wintergarden integrierte Canaletto Spezialitätenrestaurant gibt es nicht mehr. Der gewonnene Platz wird als zusätzliche Fläche für den Wintergarten genutzt.  Insgesamt wirkt alles nun deutlich heller und luftiger als zuvor. Der echte, hochwertig anmutende Teakholzboden wurde komplett aufgearbeitet und blieb erhalten. Die gesamte Fensterfront des Wintergartens ist erneuert worden. Die Fensterelemente sind nun nicht mehr verschiebbar.  

Bild 09 Amera Pool und Terrasse am Heck

Bild 09: Amera Pool und Terrasse am Heck

Aus dem Wintergarten heraus führt eine Treppe zwei Decks tiefer auf die Amera Terrasse bzw. zum Amera Pool. Dieser Pool existierte nebst zwei flankierenden Whirlpools und einer Bar bereits als Sea View Pool & Bar auf der Prinsendam. Er wurde jedoch komplett renoviert und um eine Wasserfontäne ergänzt. Das den Pool umgebende, aus meiner Sicht völlig sinnlos angebrachte Geländer, wurde entfernt. Der hochwertige Teakholzboden blieb auch in diesem Schiffsbereich erhalten und ist aufgearbeitet worden. Bild 09 zeigt diesen offenen Deckbereich, wie er heute auf Kreuzfahrtschiff-Neubauten nicht mehr zu finden ist. Alle Deckbereiche bieten ausreichend Sonnen- und Schattenplätze.

Bild 10 Spa Eingang Prinsendam und Amera

Bild 10: Spa Eingang Prinsendam und Amera

Auf Bild 10 ist der Eingangsbereich zur Saunalandschaft zu sehen. Sowohl die Behandlungsräume als auch die Umkleidebereiche und der Beautysalon sind umfangreich renoviert worden. Einzig das gut ausgestattete Fitness Center blieb von Erneuerungsmaßnahmen unberührt. Es ist so platziert, dass man während der Sporteinheiten durch große Fenster zum Heck hinausschauen kann.

Bild 11 Explorer´s Lounge wird Piano Salon Amera

Bild 11: Explorer´s Lounge wird Piano Salon Amera

Für gemütliche und gesellige Stunden stand an Bord der Prinsendam, die gediegen eingerichtete Explorer´s Lounge zur Verfügung, für die Gäste einer der vielen Treffpunkte. Auf der Amera hat sich diese Lounge in den Piano Salon verwandelt. Auch hier blieb bei der Renovierung keine Schraube an ihrem bisherigen Ort. Das Ambiente im Piano Salon ist zeitgemäß, gemütlich und modern. Es harmonieren warme Grau- und Erdtöne. Als sehr gemütlich erweisen sich die großen Cocktailsessel. Jalousien im Holzdesign sorgen für einen angenehmen Lichteinfall, durch die großen Panoramafenster. Durchdacht angebrachte Lichtquellen unterstreichen den hervorragenden Gesamteindruck.

Das Casino auf der Backbordseite gibt es auf der Amera nicht mehr. Es entstand hier aber keine neue Location für die öffentliche Nutzung sondern Platz für 10 weitere Aussenkabinen mit Sichtbehinderung. Die Anzahl der Kabinen hat sich dennoch nicht erhöht, da eine entsprechende Anzahl an Innenkabinen auf dem Saturn-Deck weggefallen ist.

Bibliothek und Internetbereich sind weitgehend in ihrer Gestaltung unverändert geblieben. Die Computer und Bildschirme wurden auf einen aktuellen Stand gebracht. Auch die angrenzenden Boutiquen und Shops haben ihren jeweiligen Platz behalten. Die Lobby bzw. das Atrium entstanden zu einer Zeit, als große, offene Schiffsbereiche noch kein Standard waren. Aus heutiger Sicht zeigt sich das Atrium, in dessen Mitte bisher eine kunstvoll verzierte Glassäule installiert war, immer noch einladend, offen und groß. Die Lobby wirkt nun heller und freundlicher als zuvor, wie Bild 12 anschaulich zeigt. Die nicht mehr zeitgemäß aussehende Glassäule ist ersatzlos entfernt worden.

Bild 12 Lobby Prinsendam und Amera

Bild 12: Lobby Prinsendam und Amera

Die Atlantik Show Lounge erhielt einen neuen Teppich sowie neu gepolstertes Mobiliar. Sie diente während der Werftzeit in erster Linie als Lagerraum. Die Technik befindet sich auf einem aktuellen Stand und somit dürfen sich die Gäste allabendlich auf ein abwechslungsreiches Showprogramm freuen. Abstellmöglichkeiten für Cocktails sind in Form kleiner Tische vorhanden.

Bild 13 Fotogalerie Prinsendam und Amera

Bild 13: Fotogalerie Prinsendam und Amera

Der Foto- und Videoshop zeigt sich auf den ersten Blick ohne auffallende Veränderungen, wenn man mal vom technischen Equipment und dem Teppich absieht. Neu installiert wurden große Bildschirme, auf denen unterschiedliches Bildmaterial gezeigt wird. Die Bilder werden nun nicht mehr auf traditionellen, veralteten Fotowänden in Papierform angeboten, sondern auf Digitaltafeln mit entsprechender Bestellmöglichkeit.

Bild 14 La Fontaine Dining Room wird Restaurant Amera

Bild 14: La Fontaine Dining Room wird Restaurant Amera

Der bisherige La Fontaine Dining Room teilte sich in zwei Bereiche. Der kleinere Bereich war für Gäste reserviert, die eine feste Tischzeit bevorzugt haben. Der größere Teil ist Reisenden mit dem Wunsch nach einer flexiblen Tischzeit vorbehalten gewesen. Der kleinere Bereich an der Steuerbordseite wurde nun zu einem separaten Restaurant umgestaltet, dem Restaurant Amera. Farbe und Design entsprechen dem der übrigen, neu gestalteten Bereiche. Helle Grautöne harmonieren mit dezenten Beeren- und Erdtönen. Das Ambiente ist sehr einladend und gemütlich. Als auffallendste Veränderung ist eine abgebaute Wendeltreppe zu nennen, welche in die damalige Explorer´s Lounge hinaufführte.

Bild 15 La Fontaine wird Restaurant Ozean Amera

Bild 15: La Fontaine wird Restaurant Ozean MS Amera

Der größere Bereich, welcher sich großzügig über das gesamte Heck erstreckt, wurde zum Ozean Restaurant. Die Vermutung liegt nahe, dass man hier das Restaurant Vier Jahreszeiten findet, wie es an Bord der anderen Phoenix-Schiffe der Fall ist. Das Restaurant hat jedoch einen komplett neuen Namen bekommen. Der bisherige La Fontaine Dining Room zeigte sich schon vor der Renovierung in einem recht modernen Design, weshalb man hier keine auffallenden Veränderungen vorgenommen hat. Das Ozean Restaurant ist hell, freundlich und elegant eingerichtet. Hier steht abendlichen Dinnerfreuden nichts im Wege, man fühlt sich wohl. Da das Mobiliar nicht ersetzt wurde, sind leichte Gebrauchsspuren erkennbar, was dem maritimen Charme keinen Abbruch tut. Tischzeiten gibt es keine mehr, die Plätze können zur Restaurant-Öffnungszeit frei gewählt werden.

Bild 16 leeres Deck wird Phoenix Lounge

Bild 16: leeres Deck wird Phoenix Lounge

Vom verwaisten, trostlosen Deck zum Traumplatz

Im Zuge eines früheren Umbaus des Schiffes, schon unter der Flagge von Holland America Line, entstand am Heck ein aus meiner Sicht völlig ungenutzter Deckbereich, der nie mehr seinen ursprünglichen Zweck als weitläufiges Sonnendeck erfüllte. Man hat auf das frühere Sonnendeck ein neues Deck mit Kabinen aufgesetzt. Von diesem Zeitpunkt an war das Sonnendeck vor dem großen Restaurant überdacht. Zugleich verschlechterte sich die Sicht aus dem Restaurant heraus etwas. Das Deck blieb fortan leer und nahezu ungenutzt. Das hat sich nun nach dem Flaggenwechsel gravierend geändert, denn hier ist die Phoenix Lounge eingezogen. Der Aufwand für die Realisierung der neuen Phoenix Lounge war recht groß, denn es mussten sämtliche Kabelleitungen, Lautsprecher, Deckenverkleidungen, Bartresen und sicherheitsrelevantes Equipment neu eingebaut werden. Darüber hinaus sind Glaswände als Windschutz installiert worden. Absolutes Highlight ist die zum Fahrwasser hin neu installierte Theke, die schon auf der Artania zum absoluten Traumplatz an Bord wurde. Das Ergebnis ist auch auf der Amera absolut phantastisch! Dem verwaisten Deck wurde neues Leben eingehaucht. Aus meiner Sicht ist es schöner als je zuvor.

Wie auf der Artania kann man von der Phoenix Lounge aus, auf einer eleganten Teakpromenade, das gesamte Schiff umrunden. Auf der Promenade stehen Liegestühle bereit, die sich insbesondere für Reisende eignen, die besondere Ruhe suchen.

Bild 17 Ocean Bar wird zu Harry´s Bar MS Amera

Bild 17: Ocean BAr wird zu Harry´s Bar MS Amera

Auf der Prinsendam war die Ocean Bar an der Steuerbordseite abends eine angesagte Adresse. Dort ist nun eine, von den anderen Phoenix-Hochseeschiffen bekannte und extrem beliebte, Bar eingezogen - Harry´s Bar. Vorher dominierte in der Ocean Bar ein leicht in die Jahre gekommener, britischer Landhauscharme. Harry´s Bar überzeugt dagegen nun durch helle Grundfarben und dunkle, in Bogenform um eine große Tanzfläche herum installierte, Sitzbänke. Von der alten, leicht betagt anmutenden Ocean Bar ist nichts mehr zu erkennen. Harry´s Bar wirkt zudem deutlich offener und größer.

Bild 18 Pinnacle Grill wird zu Pichler´s Restaurant MS Amera

Bild 18: Pinnacle Grill wird zu Pichler´s Restaurant MS Amera

Auf der gegenüberliegenden Backbordseite lag das Spezialitäten-Restaurant Pinnacle Grill. Das elegante, schicke Ambiente blieb weitgehend unverändert, der Name ist dagegen neu. Aus dem Pinnacle Grill wurde Pichler´s Restaurant. Die Tische wurden neu angeordnet, das Interieur blieb erhalten.

Bleibt noch das Kartenspielzimmer, welches lediglich einen neuen Namen erhalten hat, vorher stand an der Eingangstür Half Moon Room.

Bild 19 das Foyer und Rezeption der MS Amera

Bild 19: Das Foyer und Rezeption der MS Amera

Zum Abschluss dieses herrlichen Rundgangs über die renovierten Decks der Amera werfe ich erneut einen Blick in das offene Atrium und komme zu dem Ergebnis, dass dieses Schiff schon immer ein Schmuckstück war, nun aber zu einem noch größeren geworden ist.

Kabinen der Amera

Die Kabinen der Amera wurden alle renoviert. Nicht renoviert sind die Bäder, da diese erst bei einem letzten Werftaufenthalt erneuert wurden. Die Größe der Kabinen liegt mit 14 bis 25 Quadratmetern im oberen Durchschnittsbereich bei Innen- und Außenkabinen. Ein Großteil aller Kabinen auf der Amera verfügt über einen eigenen Balkon. Die Betten sind nicht in allen Kabinenkategorien zusammenstellbar. Alle Kabinen verfügen über eine individuell regulierbare Klimaanlage, Telefon, Minibar, Safe, Fön, Schminkspiegel und SAT-TV. Es gibt nur 23 Innenkabinen an Bord. Nachgerüstet wurden in den Kabinen USB-Anschlüsse an den Bettlampen sowie an den Schreibtischen. Gerade die USB-Anschlüsse an den Bettlampen habe ich schon auf so manchem Neubau vermisst. Der Wohlfühlfaktor der Kabinen ist groß.

  • Kabinenbeispiele an Bord der Amera <<Link>>

MS Amera ist fit für eine großartige Zukunft bei Phoenix Reisen

Die MS Amera ist eine maritime Schönheit mit enormem Wohlfühlfaktor, den nicht nur Liebhaber klassischer Kreuzfahrtschiffe zu schätzen wissen werden. Ihr Baujahr 1988 und die vergangenen 31 Jahre sind dem Schiff nicht mehr anzusehen. Auch hinter den Kulissen wurden enorme Investitionen getätigt, um den schmucken Liner für mindestens die nächsten 15 Jahre bei Phoenix Reisen fit zu machen. Zu diesen Erneuerungen zählen auch das Sprinklersystem, sowie die Rauchmeldeanlagen. Die Anzahl der bisherigen Sprinkler wurde erhöht, die Leitungen komplett ausgewechselt und nach neuesten Bestimmungen optimiert. Die Amera dürfte auf dem deutschsprachigen Markt einen großen Liebhaberkreis finden, der sich in den nächsten Jahren stets erweitern wird. Mit der Amera hat nun ein weiteres maritimes Schmuckstück zu Phoenix Reisen gefunden. Der Flaggenwechsel von Holland America Line zu Phoenix Reisen wird aus meiner Sicht wohl auch der letzte in der Lebensgeschichte der ehemaligen Royal Viking Sun gewesen sein. Mit der Übernahme der Prinsendam wurde ein lang gehegter Traum im Hause Phoenix Reisen wahr. Mit der Amera können weltweite Reiserouten befahren und Häfen angelaufen werden, die den großen Kreuzfahrtschiffen verwehrt bleiben.

Rollstuhlgerecht - ja oder nein?

Aufgrund der Tatsache, dass an Bord der Prinsendam bisher überwiegend US-Passagiere reisten, ist das Schiff durchweg geeignet für Rollstuhlfahrer.  Nicht alle Deckflächen können jedoch mit einem Rollstuhl erreicht werden. Es stehen behindertengerechte Suiten und Kabinen zur Verfügung. Im Theater sind entsprechende Rampen und Stellplätze vorhanden. Die Amera ist rollstuhlgerecht aber nicht komplett barrierefrei. Rollstuhlgerechte, öffentliche Toiletten sind vorhanden.

Kritik?

Die gibt es letztendlich auf jedem, noch so luxuriösen und neuen Kreuzfahrtschiff – wenn man sie denn finden möchte. Auf der Amera könnte man die Duschvorhänge nennen, die im Vergleich zu neuen Glastüren in den Duschen nicht so zeitgemäß erscheinen mögen. Die Vorhänge sind aber von guter Qualität und absolut makellos. Die in vielen Kabinen und Suiten installierten Badewannen erfreuen sich bei Deutschen Kreuzfahrtgästen einer weniger großen Beliebtheit, aber hier wird man im Zuge kommender Renovierungen sicherlich noch Veränderungen durchführen. Gerade nach einer so umfangreichen Werftzeit darf man nicht auf alle Details schauen. Natürlich sind hier und da noch Türen zu finden, die knarren, Geländer zu finden die nicht lackiert sind, oder Treppen im Außenbereich zu entdecken, die überarbeitet werden müssen. Einige Fensterfronten am Heck haben ihre besten Jahre ebenfalls hinter sich und der eine oder andere Teppich in den Treppenhäusern wurde nicht erneuert aber im Vergleich zu dem, was verbessert und renoviert wurde, sind dies Kleinigkeiten.

Schade, dass man die Klimaanlage in den Kabinen nicht komplett abschalten kann und dass in den Bädern keine Steckdosen verfügbar sind.

Ohne Karte kein Strom

Eine Eigenheit, die mich bereits auf Neubauten "störte", findet sich leider auch in den Kabinen der Amera wieder. Das Licht funktioniert nur, wenn man seine Kabinenkarte in einen Schlitz steckt. Zieht man diese heraus, schalten sich nicht nur das Licht sondern auch die Steckdosen aus. Wer seine Akkus also zwischendurch laden möchte und die Kabine verlässt, der sollte eine „Ersatzkarte“ in den Schlitz stecken.

Sackgasse vor zwei Restaurants

Nachgebessert werden dürfte wohl künftig auch im Bereich des Restaurant Amera und vor dem Lido-Buffet-Restaurant. Dort steht man nämlich außerhalb der Öffnungszeiten quasi in einer Sackgasse. Von der herrlich schönen Teak-Promenade kommend, durchlaufe ich die Hecktür auf der Steuerbordseite und stehe rechts vor der verschlossenen Tür des Restaurant Amera, links vor der verschlossenen Tür des Restaurant Ozean. Entweder ich begebe mich nun über die Außenpromenade zum vorderen Treppenhaus oder nutze das hintere Treppenhaus um auf das darüber liegende Salon-Deck zu laufen.

Selbiges Problem besteht vom hinteren Treppenhaus kommend, vor dem Lido-Buffet-Restaurant. Vor der Öffnung des Lido-Restaurants sind die Türen beidseitig verschlossen. Wenn ich nun zum offenen Deck Schöne Aussichten laufen möchte, bleibt nur der Weg hinunter auf das Jupiter-Deck 10, um dann über das vordere Treppenhaus wieder hinauf auf Deck 11 zu gelangen. Würde die Tür auf der Backbordseite zum Beispiel durchgehend geöffnet bleiben, wäre ein direkter Durchgang zu den schönen Aussichten möglich.

  • Komplette Bildergalerie von Bord der Amera <<Link>>