Kreuzfahrten & mehr

Vasco das Gama ohne Strom vor der Küste von Australien

Autor: Oliver Asmussen am 06.12.2019

Vasco Da Gama kurz vor dem Zielhafen Adeleide ohne Strom

Mit rund 830 Passagieren an Bord driftete die Vasco Da Gama von Cruise & Maritime Voyages rund zwei Stunden lang ohne Strom, in unmittelbarer Nähe zu ihrem Zielhafen Adeleide.

Kurz vor Reiseende und in Sichtweite der Küste

Wie verschiedene australische Medien berichten, kam es an Bord der 55.877 BRZ großen und 219m langen Vasco Da Gama im Golf von St. Vincent zu einem Stromausfall. Den Berichten bzw. Passagieraussagen zur Folge gab es weder Strom, noch Wasser, noch funktionierten die Toiletten und Essen soll es auch nicht gegeben haben. Es wurde weiter berichtet, dass die Vasco Da Gama wie ein Geisterschiff vor der Küste trieb und den starken Windböen ausgeliefert gewesen sein soll. Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden des 5. Dezember, gegen 05:45 Uhr Ortszeit. Die Küste war zu dieser Zeit bereits in Sichtweite. Das Kreuzfahrtschiff befand sich auf einer 58-tägigen Kreuzfahrt von London nach Adeleide, die am 09. Oktober in Tilbury begann. Die Kreuzfahrt führte die Passagiere in die Karibik, durch den Panamakanal, in die Südsee und nach Neuseeland.

Vasco Da Gama von Cruise and Maritime Voyages und TeansOcean Kreuzfahrten

Kontrollierte Stromabschaltung nach Alarm im Maschinenraum

Laut Angaben der Reederei Cruise & Maritime Voyages wurde die Stromabschaltung bewusst und kontrolliert eingeleitet, da im Maschinenkontrollraum ein Alarmsignal ertönte, welches auf eine Fehlfunktion einiger Systeme hingewiesen hat. Man habe nach Ertönen des Alarmsignals die örtlichen Behörden informiert und die Bordsysteme vorsorglich abgeschaltet, um die Ursache des Alarms zu untersuchen. Die Passagiere sind über diesen Vorfall, den Reedereiangaben nach, informiert worden und aus diesem Grunde war die Stimmung entsprechend ruhig an Bord. Manche Medien berichteten von dramatischen Zuständen an Bord, die aber nicht weiter belegt wurden. Das technische Problem konnte aufgrund der kontrollierten Abschaltung der Systeme zeitnah gefunden und behoben werden, so dass die Vasco Da Gama ihre Fahrt nach rund zwei Stunden entsprechend mit eigener Kraft fortsetzte und in Adeleide festmachte.

Vasco Da Gama Stromausfall vor Adeleide Routendetails

Keine Hilfsmaßnahmen durch Coast Guard nötig

Da zu keiner Zeit eine Gefahr für Passagiere und Besatzung bestand und die Behörden über den Vorfall informiert wurden, leitete die örtliche Coast Guard keine weiteren Hilfsmaßnahmen ein. Das Wetter war entgegen anders lautender Meldungen zu keiner Zeit so schlecht, dass Hilfsmaßnahmen hätten eingeleitet werden müssen. Im geschützten Golf von St. Vincent betrug die Wellenhöhe maximal 1,5m. Es wurden lediglich Schlepper entsandt, die aber nicht eingesetzt wurden. In den aufgezeichneten Routendetails (hier: Marinetraffic) ist der Stromausfall deutlich zu erkennen (Streckenabschnitt rot).

Die Stromversorgung wurde komplett wieder hergestellt und die Kreuzfahrt am Abend planmäßig fortgesetzt, nachdem die örtlichen Behörden keine erkennbaren Gründe festgestellt haben, weshalb die Vasco Da Gama den Hafen nicht wieder hätte verlassen können.

Die Vasco Da Gama

Bei der Vasco Da Gama handelt es sich um die 1993 als Statendam für Holland America Line in Dienst gestellte Statendam, die von 2015-2019 als Pacific Eden für P&O Australia Kreuzfahrten unternommen hat und im Sommer unter Charterflagge von TransOcean Kreuzfahrten in See sticht.

Die Vasco Da Gama wird am 26. April 2020 zurück in Deutschland erwartet. Dann läuft sie, von Tilbury kommend, den Hafen von Kiel an.

 

Zwei neue Kreuzfahrtschiffe für TransOcean Kreuzfahrten

Autor: Oliver Asmussen am 28.11.2019

TransOcean übernimmt Pacific Aria und Pacific Dawn

Zwei neue Kreuzfahrtschiffe für TransOcean Kreuzfahrten – Pacific Aria und Pacific Dawn ergänzen ab 2021 die Flotte. Beide Kreuzfahrtschiffe fahren bis dahin für P&O Cruises Australia. Dort wird es im Zuge des Weggangs der Pacific Aria und Pacific Dawn weitere Flottenveränderungen geben.

Pacific Aria für TransOcean ersetzt Astor

Pacific Aria und Pacific Dawn für TransOcean

TransOcean Kreuzfahrten bekommt Zuwachs: Das Schwesterschiff der VASCO DA GAMA wird ab dem Sommer 2021 für die Reederei fahren und die ASTOR ersetzen, die sich Ende April 2021 zu CMV Frankreich verabschiedet. Zeitgleich freut sich der Mutterkonzern über einen weiteren Neuzugang. Das Unternehmen wird gleichzeitig mit der PACIFIC ARIA auch die PACIFIC DAWN von P&O Cruises übernehmen. Das Schiff bietet Platz für 1400 Passagiere und wird Ende Mai 2021 im englischen Markt eingesetzt. 

Ganzjährig für TransOcean Kreuzfahrten

Anders als die VASCO DA GAMA, die in wärmeren Gefilden überwintert und vom Mutterkonzerns CMV Travel & Leisure Group in Australien eingesetzt wird, fährt die jetzige PACIFIC ARIA dann mit neuem Namen ganzjährig unter TransOcean-Flagge. Dabei sind in der warmen Jahreszeit auch Ziele in Westeuropa und im Mittelmeer geplant sowie im Winter Langzeittörns in sonnige Fahrtgebiete. 

„Mit Übernahme der PACIFIC ARIA tragen wir quasi zur Familienzusammenführung bei. Die PACIFIC ARIA hat 2015 sogar die gleiche millionenschwere Sanierung erfahren wie die VASCO DA GAMA“, sagt Klaus Ebner, Leiter Marketing & Vertrieb von TransOcean Kreuzfahrten. Davon profitieren nun auch treue TransOcean-Kunden, die sich an Bord beider Schiffe auf vertrautem Terrain bewegen. Zudem kann damit die Reederei exakt die gleichen Standards auf beiden Schiffen bieten, die sich ohnehin bis auf die geplanten Fahrtgebiete fast gleichen. „Wir verjüngen unsere Flotte, um auch andere Zielgruppen anzusprechen und noch mehr Routenvielfalt zu bieten“, so Klaus Ebner.  

Mehr Platz als auf der Astor

Im Vergleich zu ihrer Vorgängerin, der ASTOR, bietet die PACIFIC ARIA mit 1.150 Passagieren fast doppelt so vielen Gästen Platz (ASTOR 570 Passagiere). Von den insgesamt 630 Kabinen werden 100 für die Einzelnutzung angeboten, 149 Suiten und Kabinen verfügen über einen Balkon. 

„Mit der Übernahme von zwei weiteren Schiffen in die CMV Flotte verfolgen wir unsere Wachstumsstrategie. Die VASCO DA GAMA kam erst in diesem Sommer in unsere Flotte, aber sie ist mit großer Begeisterung von unseren Kunden aufgenommen worden. Daher stehen die Vorzeichen für das Schwesterschiff auf dem deutschsprachigen Markt besonders gut. In den letzten fünf Jahren hat CMV fünf Kreuzfahrtschiffe erworben und wir sind guter Dinge, unser Ziel von 200 000 Passagieren in 2021 erreichen zu können“, erklärt Christian Verhounig, Geschäftsführer von TransOcean Kreuzfahrten.

MS Astor wird ab 2021 als Jules Verne für CMV France fahren

Autor: Oliver Asmussen am 14.11.2019

MS Astor verlässt den deutschen Markt und wird ab 2021 als Jules Verne fahren

TransOcean Kreuzfahrten verabschiedet sich von der ASTOR. Das populäre Kreuzfahrtschiff wird jedoch nicht komplett aus der CMV-Familie (Cruise & Maritime Voyages) ausscheiden, sondern lediglich den deutschen Markt verlassen.

Ab dem 1. Mai 2021 wird MS ASTOR unter dem Namen Jules Verne für die neu gegründete Firma CMV France mit Sitz in Marseille den französischen Markt bedienen und von Le Havre und Marseille aus in See stechen.

MS Astor ab 2021 als Jules Verne für CMV France

Im Sommer 2020 noch unter TransOcean-Flagge

„Selbstverständlich werden wir der ASTOR einen gebührenden Abschied bereiten und zwar so, wie es sich für eine Grande Dame gehört: mit einer 128-tägigen Weltreise im Winter 2020/21 ab Hamburg bis Bremerhaven“, erklärt Klaus Ebner, Leiter Marketing & Vertrieb von TransOcean Kreuzfahrten. Im Sommer 2020 sticht die ASTOR noch wie gewohnt unter TransOcean-Flagge in See und schließt dann die Weltumrundung an. Bevor die ASTOR Ende April 2021 den deutschen Markt verlässt, dürfen sich ihre Fans auf eine spezielle neutägige Farewell-Fahrt freuen. „Wohin diese führt, wird jedoch noch nicht verraten“, so Klaus Ebner.

„Wir lassen die ASTOR mit einem lachenden und einem weinenden Auge ziehen. Doch die Freude überwiegt. Einzelheiten zur weiteren Entwicklung der TransOcean Familie werden wir in Kürze bekannt geben“, erklärt Christian Verhounig, Geschäftsführer TransOcean Kreuzfahrten.

Neben der ASTOR ist die VASCO DA GAMA seit Juni 2019 Teil der Flotte von TransOcean Kreuzfahrten. Das neue Schiff ist von den Gästen begeistert aufgenommen worden. Das 55.820 BRZ große Schiff zeichnet sich durch ein hervorragendes Passagier-Raumverhältnis aus – mit viel Platz für grenzenloses Reisevergnügen. Für 1150 Passagiere stehen 630 Kabinen zu Verfügung. Erst vor kurzem erfuhr die VASCO DA GAMA für 2,5 Millionen Euro umfangreiche Verschönerungsmaßnahmen.

Vasco Da Gama im Fokus

„Die VASCO DA GAMA erstrahlt nach ihrem Werftaufenthalt in frischem Glanz, so dass wir unseren Gästen die Produktqualität bieten können, die sie von TransOcean gewohnt sind. So haben unsere treuen ASTOR Gäste an Bord der VASCO DA GAMA größere Kabinen, auch mit Balkon, eine Vielzahl von atmosphärisch ganz unterschiedlichen Lounges, Bars und Restaurants sowie einen bestens ausgestatteten Wellness-Bereich, um ihre Kreuzfahrt in vollen Zügen zu genießen, und das unter Beibehaltung des gewohnten, persönlichen Services“, sagt Klaus Ebner, Leiter Marketing und Vertrieb bei TransOcean Kreuzfahrten.

 

Über CMV

Die in Großbritannien ansässige Kreuzfahrtgesellschaft Cruise & Maritime Voyages (CMV) ist die Muttergesellschaft von TransOcean Kreuzfahrten und feiert derzeit ihr zehnjähriges Bestehen. Sie betreibt sechs Kreuzfahrtschiffe und freut sich über Einführung eines speziellen Kreuzfahrtschiffs und -produkts für den französischen Markt. Gleichzeitig launcht sie eine neue Marke und eröffnet ein neues Verkaufsbüro in Marseille.

Über TransOcean Kreuzfahrten

TransOcean Kreuzfahrten ist ein Markenname der South Quay Travel & Leisure Ltd und Teil der CMV Holdings London Ltd. Die Marke präsentiert klassische Kreuzfahrten mit den Schiffen ASTOR, VASCO DA GAMA, COLUMBUS und MAGELLAN. Ausgefeilte Routen mit maximalen Liegezeiten und spannenden Passagen, eine Küche auf höchstem Niveau und der herzliche, zuvorkommende Service sind die traditionelle Basis der Unternehmens-Philosophie. Auf den insgesamt sieben weitläufigen Decks der stilvollen ASTOR können bis zu 570 Passagiere in 289 Kabinen schönste Küsten und ferne Länder erkunden. Deutsch als Bordsprache und die überschaubare Größe sind die Pluspunkte der ASTOR. Mit deutscher Bordsprache in der Sommersaison punktet auch MS VASCO DA GAMA, die über 630 Kabinen für 1150 Passagiere und ein ausgezeichnetes Passagier-/Raumverhältnis verfügt. MS COLUMBUS und MS MAGELLAN (beide Bordsprache Englisch) mit 1400 bzw. 1250 Passagieren ergänzen das Angebot einer sehr serviceorientierten und zugleich hoch komfortablen Art des Reisens auf dem Wasser mit Routen zwischen zwei und 123 Tagen. 

 

Schiffsportrait der Astor von TransOcean Kreuzfahrten

Autor: Oliver Asmussen am 10.07.2019

Die Astor ist ein klassisches Kreuzfahrtschiff mit eigenem Fankreis und gediegenem Interieur

Nach acht Jahren war ich das erste Mal wieder an Bord der Astor und habe mir alle öffentlichen Bereiche im Rahmen eines Schiffrundgangs detailliert angesehen. Die Astor wurde bei HDW in Kiel gebaut und im Jahr 1987 in Dienst gestellt.

Als die Astor zum ersten Mal in See gestochen ist, galt ihre äußere Form als futuristisch und außergewöhnlich. Auch mehr als 30 Jahre nach der Jungfernreise hat das Kreuzfahrtschiff äußerlich keineswegs an Attraktivität verloren. Die Astor wurde seinerzeit für ein höheres Preissegment konzipiert als sie heute bedient.

Astor – ein Name mit Tradition

Dieser populäre Name stand zunächst nur kurz an ihrem formschönen Bug. Von 1988 bis 1995 ist das schmucke Schiff unter dem Namen „Fedor Dostoevskiy“ über die Weltmeere gefahren und erhielt 1996 schließlich ihren Taufnamen zurück. Seit 1996 ist die Astor nahezu durchgehend für Transocean Tours (heute TransOcean Kreuzfahrten) im Charter unterwegs.  Im Jahr 2014 wurde TransOcean als deutsche Marke in das britische Unternehmen Cruise & Maritime Voyages integriert. Seit dem Jahr 2018 wird dies auch durch ein einheitliches Firmenlogo verdeutlicht, das traditionelle „t“ verschwand folglich vom Schornstein der Astor. Die Astor wird häufig mit der ersten Astor verwechselt, die von 1981 bis 1985 diesen Namen trug und später als Arkona bzw. Astoria auf dem deutschsprachigen Markt bekannt wurde. Die 12 Meter kürzere Schwester ist zuletzt für Saga Cruises als Saga Pearl II im Dienst gewesen, wurde im Frühjahr 2019 außer Dienst gestellt und liegt seither in Griechenland auf.

MS Astor auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Boots Deck MS Astor

Teak Promenade für Liebhaber

Schon beim Betreten der Astor fällt auf, dass ich mich hier auf den Planken eines klassischen Kreuzfahrtschiffes bewege, wie sie heute leider nicht mehr gebaut werden. Auf der Astor gibt es noch eine echte Promenade unterhalb der Rettungsboote, die mit Teakholz belegt ist. Stilvoller und maritimer kann eine Promenade nicht sein. Das Holz ist in einem guten Zustand, die Promenade macht einen gepflegten Eindruck. Durch eine echte Holztür schreite ich hinein in den rund 21.000 BRZ großen Kreuzfahrtklassiker, auf dem maximal 578 Passagiere in 289 Kabinen Platz finden.

Teak-Promenade MS Astor

Der Übersee Club auf selbigem Deck ist in bevorzugter Lage am Heck der Astor untergebracht. Im Übersee Club werden alternative Buffet-Mahlzeiten zum Frühstück, Lunch und Dinner angeboten. Das Design im Übersee Club ist durchweg ansprechend und gibt keinen Grund zur Kritik. Helligkeit, klare Linien und eine gute Übersichtlichkeit zeichnen das  Buffet-Restaurant aus. Die Qualität der Speisen sowie die Aufmerksamkeit der Service-Mitarbeiter sind sehr gut, sofern sich das bei einem Tagesbesuch beurteilen lässt. Insgesamt gefällt mir der Übersee Club recht gut. Über jeweils eine Tür an der Backbord- und Steuerbordseite gelangt man auf die Ausendecks. Auch außerhalb der Mahlzeiten sind im Übersee Club Kaffee- und Tee kostenfrei zu bekommen.

Übersee Club MS Astor

Der Außenbereich vom Übersee Club  ist weitläufig. Eine Bar sorgt für lückenlosen Nachschub an frischen Getränken. Der 26 Grad warme Salzwasser-Swimming Pool ist für ein Kreuzfahrtschiff dieser Größe ausreichend dimensioniert und groß genug, einige Züge zu Schwimmen. Insgesamt wirkt der hintere Pool- und Sonnendeckbereich gepflegt, die Auflagen der Sonnenliegen sowie die Hussen über den Partybänken und Biertischen haben ihre besten Tage allerdings bereits hinter sich.

Lido Pool und Sonnendeck MS Astor

Brücken Deck MS Astor

Die Sonnenterrasse auf dem Brücken Deck, am Heck der Astor, ist beeindruckend groß. Alle Außenbereiche sind mit Teakholz belegt, was den maritimen Charakter unterstreicht. So viel Platz auf einem Sonnendeck ist auf neuen Kreuzfahrtschiffen kaum noch zu finden. Ein freier Meerblick ist zumindest von der Sonnenterrasse aus überall möglich, von den rund um den Swimmingpool aufgestellten Sitzmöbeln dagegen nicht.

Das Fitness Center ist relativ klein und die Geräte sind, rein optisch betrachtet, nicht die neuesten. Wer sich sportlich betätigen möchte, findet hier durchaus eine entsprechende Möglichkeit. Erwähnenswert ist, dass keines der Geräte zum Zeitpunkt meines Besuches defekt ist.

Ein Mix aus Hafenkneipe und Pub

Die mittig am Heck gelegene Hanse Bar versprüht zwar einerseits eine gemütliche Pub-Atmosphäre und lädt abends regelmäßig zur Happy Hour ein, ist aber auch in die Jahre gekommen. Beim Durchstreifen der Bar habe ich das Gefühl, mich in einer alten Hafenkneipe in Hamburg zu befinden. Das hat natürlich einen gewissen Charme aber die modernen, gemütlichen Loungemöbel im Außenbereich passen nicht zu diesem leicht betagten Stil. In dicke Taue eingefasste Bilder, Messingbeschläge und dunkle Holzfurniere haben sicher ihre Fangemeinde, mir persönlich ist das Interieur der Hanse Bar eine Spur zu dunkel und „altbacken“. Für kalte Abende sind Wärmestrahler installiert, die sich auch auf Nordlandrouten großer Beliebtheit erfreuen.

Hanse Bar MS Astor

Sonnen Deck MS Astor

Tolle Aussicht und ein Ensemble einzelner Gegenstände

Im Außenbereich des oberen Achterdecks stehen Figuren für Bodenschach bereit und natürlich darf auch ein Shuffleboard-Feld nicht fehlen. Es gibt einen Joggingpfad, der im Bugbereich, oberhalb der Kommandobrücke, in eine einladende Aussichtsplattform mündet. Von diesem Aussichtsdeck aus bietet sich eine atemberaubende Rundumsicht auf das Meer oder die vorbeiziehende Landschaft. Eingeschlossen vom Joggingpfad wird das in der Schiffsmitte gelegene Basket- und Volleyballfeld. In einem abgetrennten, verglasten und überdachten Bereich neben dem Spielfeld befinden sich eine Dartscheibe, ein Boxsack und eine Tischtennisplatte sowie vier Sonnenliegen. So ganz erschließt sich mir dieses Ensemble an einzelnen Gegenständen nicht. Für mich ist dieser Deckbereich eher verwaist. Mich erinnert dieses Deck an ein vergleichbares auf der MS Berlin. Dort wurde ein ähnlich unattraktiver Schiffsbereich allerdings im Rahmen eines Werftaufenthaltes in eine chillige Lounge mit gemütlichen Möbeln umgewandelt. Eine solche Veränderung bzw. Umgestaltung würde der Astor hier oben sicher auch gut stehen. 

Deckbereich mit Tischtennis und Darts MS Astor

Vom oberen Sonnen Deck gehe ich nun wieder einige Decks hinunter, bis auf das Promenaden Deck.

Promenaden Deck MS Astor

Anders als der Name vermuten lässt, befindet sich hier keine Promenade im Außenbereich. Die Promenade befindet sich ein Deck darüber auf dem Boots Deck.

Hauptrestaurant Waldorf - Abwechslungsreich speisen im 80er Jahre Ambiente

Im achtern auf dem Promenaden Deck gelegenen Waldorf Restaurant dürfen die Gäste eine abwechslungsreiche Menükarte erwarten. Die Menüs können individuell zusammengestellt werden. Mittags und abends werden mehrgängige Menüs serviert. Es stehen auch vegetarische und vegane Alternativen zur Verfügung. Wünsche nach spezieller Diätkost werden erfüllt, sofern bei Buchung angegeben. Das Angebot an Speisen ist zu allen Tageszeiten sehr üppig.  Obwohl ich ein bekennender Fan klassischer Kreuzfahrtschiffe bin, gefällt mir das Ambiente im Waldorf Restaurant der Astor nur bedingt. Mich erinnert das Interieur, insbesondere aufgrund der rosafarbenen Wandverkleidungen, an die späten 70er bzw. frühen 80er Jahre. Auch in einem Restaurant in St. Petersburg ist mir diese Einrichtung im letzten Jahr bereits aufgefallen. Der bekennenden MS Astor-Fangemeinde gefällt die Einrichtung sicherlich und letztendlich entscheidet sie auch nicht über eine gelungene oder nicht gelungene Kreuzfahrt. Gespeist wird im Waldorf Restaurant in zwei Sitzungen um ca. 18:30 Uhr und ca. 20:30 Uhr. Die recht weit auseinander stehenden Tische ermöglichen einen reibungslosen Service sowie ungestörte Tischgespräche.

Waldorf Restaurant MS Astor

Mediterran oder klassisch gehoben

Vor dem Waldorf-Restaurant liegen die beiden Spezialitätenrestaurants „Admiral’s Salon“ (Romantic Dinner) und „Commodore’s Salon“ (Toscana). Auf den ersten Blick vermutet man keine Spezialitäten-Restaurants hinter den Namen, denn auch an Bord entdecke ich nirgendwo einen Hinweis darauf. In beiden Spezialitätenrestaurants werden abends gegen Reservierung, Speisen auf Haute Cuisine-Niveau serviert. Die Speisekarten wechseln wöchentlich, ein Aufpreis wird nicht verlangt. Im Spezialitätenrestaurant Toscana werden mediterrane speisen angeboten, im Spezialitätenrestaurant Romantic Dinner wird klassisch gehobene Küche zelebriert.

Die schönste Bar der Astor

Mittschiffs der Astor liegt der Captain´s Club, die aus meiner Sicht schönste und stilvollste Bar der Astor. Der Captain´s Club wird eingerahmt von zwei breiten Galerien. Eine davon auf der Backbordseite und eine auf der Steuerbordseite. Die Galerien sind so großzügig bemessen, dass auf ihr gemütliche Korbmöbel samt Tischen Platz finden. Durch große Panoramafenster genießt man einen freien Blick auf den weiten Ozean. Der Captain´s Club ist komplett mit dunklen Holzfurnieren getäfelt, an den Wänden hängen Bilder und Gemälde historischer Segelschiffe, die Eingänge werden von Tauwerk geziert und in der Mitte des Captain´s Club steht ein hölzernes Steuerrad. Ebenfalls mittig platziert ist ein großer Flügel, der abends von einem Pianisten bespielt wird. Neben der üblichen Unterhaltungsmusik werden auch klassische Klavierabende dargeboten.

Captain´s Club MS Astor

Sehr viel Platz in allen Bereichen

Entlang der umgebenden Galerien liegen ein Fotoshop und eine Boutique sowie ein Juwelier. Die Galerie an der Backbordseite ist den Nichtrauchern vorbehalten, die Galerie an der Steuerbordseite den Rauchern. Das vordere Treppenhaus wird an Backbord von einer Bibliothek und an Steuerbord von einem Kartenspielzimmer flankiert. In der Bibliothek steht internationale Literatur bereit. Im Kartenspielzimmer kann man sich die Zeit mit Gesellschaftsspielen, Pokern oder beim Scrabble vertreiben. Alle Bereiche auf dem Promenadendeck sind sehr weitläufig und bieten dem Reisenden ungewöhnlich viel Platz.

Zentrum der Unterhaltung im Glanz vergangener Tage

Ganz im Bug liegt die klassische Astor Lounge. In der Astor Lounge dominieren helle Farben, kombiniert mit dunklem Holzdekor. Die bequemen Cocktailsessel stehen in kleinen Gruppen aufgelockert an Cocktailtischen. In der Astor Lounge werden zum Beispiel auch der Nachmittagskaffee samt Kuchen serviert. Die Astor Lounge ist das Zentrum der Unterhaltung an Bord der Astor. Tagsüber werden hier Lektorate gehalten, abends finden Shows und Tanzabende statt. Die Bühne besteht aus einer Tanzfläche, die sich in selber Höhe mit den Sitzplätzen der Zuschauer befindet. In der Astor Lounge finden alle Passagiere zeitgleich Platz. Aus den hinteren Reihen dürfte der Blick auf die Bühne dann kaum noch möglich sein. Obwohl die Lounge sehr hell eingerichtet ist, gefällt mir die Farbkombination aus rosafarbenen Deckenpaneelen, gelben Cocktailstühlen und dem roten Teppich überhaupt nicht. Das ist natürlich eine Sache meines persönlichen Geschmacks aber diese Farbkombination hat mit einem Wohlfühlambiente nur wenig zu tun.

Astor Lounge MS Astor

Atlantic Deck MS Astor

Auf dem Atlantic Deck ist im vorderen Treppenhausbereich die Rezeption untergebracht. Direkt daneben liegen Concierge und Ausflugsbüro. Ich gehe noch zwei Decks hinunter und stehe vor dem Eingang des Wellness-Bereiches.

Wellnessbereich mit Innenpool MS Astor

Caribic Deck MS Astor

Der Zugang zum Wellness-Bereich ist hell und freundlich gestaltet. Nur sehr wenige Kreuzfahrtschiffe dieser Größe verfügen über einen Innen-Swimmingpool. Die MS Deutschland hat beispielsweise noch einen. Der Innenpool an Bord der MS Berlin dagegen wurde bei einem der letzten Werftaufenthalte stillgelegt. Der recht große Süßwasser-Innenpool der Astor ist 29° warm. Am Rand liegt allerlei Wasserspielzeug für Sportkurse bereit. Direkt nebenan gibt es eine gut ausgestattete Sauna, bei der eine große Auswahl Aufgussmaterial und Sauna-Duschen zur Verfügung stehen. Im Ruhebereich neben dem Pool stehen Liegen mit dicken Auflagen bereit, gerade genug für eine kleine Gruppe an Sauna-Gängern. In diversen Massageräumen bieten die Damen vom Beauty-Center alle erdenklichen Massagen und Körperbehandlungen an. Dazu zählt Gesichtspeeling, Rückenpflege, Fuß Massagen, Maniküre und Pediküre. Wer Sport an frischer Luft treiben möchte, geht zum täglichen Frühsport an Deck und nimmt am “Walk a mile” oder “Bauch, Beine, Po”-Gymnastik-Kurs teil.

Der Wellnessbereich gefällt mir außerordentlich gut, man sieht ihm das Schiffsalter und die länger zurückliegenden Renovierungen definitiv nicht an.

Nach dem Besuch des Innen-Swimmingpools endet mein Rundgang durch die öffentlichen Bereiche an Bord der Astor.

Die Kabinen und Suiten:

Die Astor verfügt über insgesamt 10 verschiedene Kabinenkategorien in unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Die eleganteste Möglichkeit, an Bord der Astor zu reisen, sind die beiden Senator-Suiten mit 59m² bzw. 48m² Platz. Die Innen- und Außensuiten bieten mit 26m² immer noch ausreichend Platz für individuelle Entfaltungsmöglichkeiten. Hell, harmonisch und funktional in Ausstattung, Farbe und Material sind die Standard Innen- und Außenkabinen, in denen dem Reisenden immerhin noch 16m² Platz zur Verfügung steht. Die kleinsten Kabinen an Bord sind die 2-Bett Außenkabinen mit 13m². 

Die Nasszellen bieten gerade ausreichend Platz, dürften aber auch nicht kleiner ausfallen. Wie zur damaligen Zeit üblich, gibt es noch Duschvorhänge statt Glasabtrennungen.

Die Klimaanlage ist in allen Kabinen individuell regulierbar. Es stehen eine Minibar, ein Safe, ein Fön, ein modernes Duschbad mit Schminkspiegel, Flachbildschirm und Radio zur Verfügung. Für die Suitengäste gibt es darüber hinaus eigene Bademängel, Frotteeslipper, einen Willkommensgruß aus der Küche, frische Blumen zur Begrüßung und einen Room-Service von 06:00 bis 24:00 Uhr.

Mein Fazit:

Die Astor ist in jedem Fall eine Empfehlung für Liebhaber klassischer Kreuzfahrtschiffe die einen guten Service, eine freundliche Crew,  qualitativ gutes Essen und eine kleinere Schiffsgröße zu schätzen wissen. Der Gesamteindruck ist insgesamt maritim. Die Achterdecks zeigen sich einladend, das Ambiente im Captain´s Club ist stilvoll. Die anderen Bereiche wie das Waldorf Restaurant und die Astor Lounge sind für meinen Geschmack optisch nicht ansprechend und sehr gediegen. Die Kunstwerke und Bilder in den öffentlichen Bereichen präsentieren sich in hochwertigen Messingrahmen, sind aber in die Jahre gekommen. Einige Installationen rufen bei mir regelrecht Verwunderung hervor, so „altbacken“ sehen sie aus. Vor allen Dingen sammelt die erfahrene und kompetente Servicecrew Punkte bei den Gästen. Darüber hinaus lässt die Bordgastronomie bei den Reisegästen kaum einen Grund zur Kritik aufkommen.

Auch wenn das Ambiente an Bord nicht in allen Bereichen meinem persönlichen Geschmack entspricht, so stellt die Astor dennoch eine interessante Alternative zu den großen Megalinern dar, auf denen es deutlich weniger persönlich zugeht wie auf diesem Kreuzfahrtklassiker.

Die Schiffsdaten der Astor auf einen Blick: 20.158 BRZ, 7 Decks,  Passagiere: 590, 176,5 m Länge, 23,6 m Breite, Tiefgang: 6,10 m

  • Die gesamte Bildergalerie der Astor finden Sie >>hier<<:

Alle Kreuzfahrten mit der Astor können bei uns gebucht werden. Senden Sie uns einfach eine unverbindliche Anfrage per Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen Sie uns an unter 04893-4288535.

An Bord: Schiffsportrait, Bilder und Eindrücke der Columbus von TransOcean Kreuzfahrten

Autor: Oliver Asmussen am 02.08.2017

Als in den 80er Jahren der große Bauboom begann

Vom Stapel gelaufen ist die MS Columbus 1988 als Sitmar FairMajesty. Sie war das ehrgeizige Neubauprojekt für die seinerzeit sehr bekannte Sitmar Reederei, welche in direkter Konkurrenz zur Carnival Corporation und Royal Caribbean Cruise Line stand. Ein weiterer Mitbewerber war die Reederei P&O, welche der Sitmar Line 1984 mit dem 45.000 BRZ-Neubau Royal Princess (die heutige Artania) die Krone des innovativsten Schiffsneubaus abgejagt hatte. Im Gegensatz zum Sitmar Turbinenschiff-Neubau Fairsky aus selbigem Jahr, war die Royal Princess von P&O Princess Cruises ihrer Zeit um viele Jahre voraus, was die Tatsache belegt, dass die 46.000 BRZ große Fairsky im Jahr 2013 nach 29 Jahren Dienstzeit abgewrackt wurde. Carnival und RCCL planten unlängst ihre Megaliner mit rund 70.000 BRZ, Sitmar hingegen verhandelte noch mit der italienischen Fincantieri-Werft über den Bau von zwei ebenfalls mit 70.000 BRZ vermessenen Kreuzfahrtschiffen. Diese Verhandlungen zogen sich hin und so gab Sitmar-Firmeninhaber Boris Vlasov auf der französischen Werft Chantiers de l´Atlantique den Kreuzfahrtschiff-Neubau Sitmar FairMajesty in Auftrag, für ein zweites Schiff gab es eine Option. Durch den plötzlichen Tod von Boris Vlasov 1987 geriet die Sitmar Line kurz darauf in Schieflage und die britische P&O nutzte die Gelegenheit, mit einem Schlag ihren damaligen Rückstand zu Carnival und RCCL wett zu machen. Sie kaufte die Sitmar Line und erwarb somit auch gleich drei Kreuzfahrtschiff-Neubauten, die vor der unmittelbaren Fertigstellung standen bzw. bereits im Bau waren. Eines davon war der als Sitmar FairMajesty geplante Neubau aus Frankreich, welcher schließlich als Star Princess im Jahr 1989 seine Jungfernreise antrat. Mit 63.786 BRZ zählte die Star Princess bei Indienststellung zu den absolut größten Kreuzfahrtschiffen seinerzeit und punktete darüber hinaus mit einem besonders großzügigen Platzangebot an Bord.

MS Columbus bei ihrem Erstanlauf in Warnemünde

Foto:  MS Columbus bei ihrem Erstanlauf in Warnemünde   

Hervorragend geeignet für weltweite Kreuzfahrten

Das Kreuzfahrtschiff Star Princess wurde nach der Zeit bei P&O Princess unter den Namen Arcadia, Ocean Village sowie Pacific Pearl bekannt und erhielt am 08. Juni 2017 schließlich den traditionsreichen Namen Columbus. Die Columbus ist 245m lang und beherbergt maximal 1.400 Passagiere in 775 Kabinen. Das Kreuzfahrtschiff verfügt über 64 Balkon-Suiten, rund 80% aller Kabinen sind Außenkabinen. Von den insgesamt 775 Kabinen unterschiedlicher Kategorien sind 150 zur Einzelnutzung vorgesehen, ursprünglich war die Columbus für maximal 1.800 Passagiere ausgelegt. Umfangreich renoviert wurde die Columbus in den Jahren 2010, 2015 sowie zuletzt im Frühjahr 2017, bevor sie für Cruise & Maritime Voyages bzw. TransOcean Kreuzfahrten ihre erste Reise unternommen hat. Nach 28 Dienstjahren zählt die Columbus noch lange nicht zum „alten Eisen“, rangiert aber heute in der Liste der größten Kreuzfahrtschiffe der Welt auf den untersten Rängen. Die Columbus ist ein mittelgroßes Kreuzfahrtschiff und eignet sich daher hervorragend für den Einsatz weltweiter Kreuzfahrten.

Am 26. Juli 2017 lief die Columbus mit Warnemünde den ersten Deutschen Hafen an. Wir haben die Gelegenheit genutzt und uns an Bord umgesehen.

Deck 02 Caribbean

Unser Rundgang beginnt auf Deck 02, dem Caribbean Deck, auf dem sich keine Kabinen befinden aber der recht große Spa-Bereich der Columbus untergebracht ist. Dieser war zum Zeitpunkt unseres Besuches relativ stark frequentiert, so dass wir vom Fitness Center und den Massageräumen keine Fotos machen konnten. Das Fitness Center ist mit modernen Geräten ausgestattet und erfüllt seinen Zweck, denn einen Meerblick wie auf anderen Kreuzfahrtschiffen darf man hier nicht erwarten. Der Hair & Beauty Salon ist modern eingerichtet und zeigt sich in einem ansprechenden Design.

Hair and Beauty Salon MS Columbus

Foto: Hair and Beauty Salon MS Columbus

Deck 05 Reception

Auf dem Reception Deck befinden sich Außenkabinen der Kategorie 6, Innenkabinen der Kategorie 1, ein kleines Casino sowie ein wunderschönes, großzügiges Atrium. Das Casino ist eine Kombination aus Club Lounge, Bar und Casino und auf den ersten Blick gar nicht als solches erkennbar. Unter weichen Schutzdecken befinden sich Roulette-, Black Jack- und Pokertische. An den Seiten sind insgesamt 25 Spielautomaten installiert.

Beeindruckend schön und großzügig!

Das Atrium überrascht uns sehr, denn es könnte sich auch auf irgendeinem brandneuen Kreuzfahrtschiff befinden, welches gerade seine Jungfernfahrt angetreten hat. Wie immer ist es eine Frage des persönlichen Geschmacks aber ein Teppich in Beerentönen harmoniert aus unserer Sicht perfekt mit hellen Erdtönen und sehr viel Weiß. Ein schwarzer Flügel sowie dezent platzierte, liebevolle Dekorationsdetails runden das harmonische Bild ab und schaffen eine sehr angenehme Wohlfühlatmosphäre. Das Atrium erstreckt sich über insgesamt drei Decks, an der Decke sind zwei Seile bzw. lange Tücher befestigt, welche für faszinierende Luftakrobatik-Shows und Seilakrobatik genutzt werden können.

Atrium und Foyer MS Columbus

Foto:  Atrium und Foyer MS Columbus

An der Steuerbordseite können Gäste gleich ihre neue Kreuzfahrt an Bord buchen oder am Guest Service Counter sowie an der Rezeption rund um die Uhr einen freundlichen Mitarbeiter für alle Abläufe im Rahmen der Kreuzfahrt kontaktieren. An der Backbordseite finden wir einen eigenen Counter für Landausflüge, an dem zu bestimmten Öffnungszeiten erfahrene Scouts wertvolle Tipps und Informationen zu den bevorstehenden Exkursionen und Anlaufhäfen geben. Hemmingway´s lädt zu einem leckeren Stück Kuchen oder einer traditionellen Tasse Tee ein. Die Barkarte lässt kaum einen Wunsch offen, denn es gibt eine große Anzahl an Tee- und Kaffeespezialitäten, Gebäck und kleine Snacks, Fingerfood sowie auch Baguettes. Von den Plätzen im Hemmingway´s schaut man entweder entspannt auf das Meer hinaus oder beobachtet das Geschehen im Atrium. Insgesamt ist der komplette Bereich sehr schön und ansprechend angelegt.

Hemmingway´s Café MS Columbus

Foto: Hemmingway´s Cafe MS Columbus

Deck 06 Main Deck

Ein Großteil von Deck 06 ist mit Außenkabinen der Kategorien 7, 7S (Einzelbelegung) und Innenkabinen der Kategorie 2 belegt. Darüber hinaus befindet sich hier die mittlere Ebene des Atriums, auf der ausgewählte Shops und das wunderschöne Raffles Café untergebracht sind. Wir hatten hinter dem Namen Raffles eigentlich ein Restaurant oder Bistro vermutet, ähnlich wie es an Bord der Magellan zu finden ist. Auf der Columbus ist das Raffles aber eine elegante und gemütliche Bar bzw. ein Café. Aber ob nun Restaurant oder Café, uns gefällt diese Location sehr gut. Blaue Sitzmöbel, weiße Tische, helle Hölzer und ein Teppich mit Steinmuster sowie elegante Schirmlampen als Raumteiler sind eine wahre Freude für die Augen. Abends sorgt ein Pianospieler für das perfekte Kreuzfahrt-Ambiente und das Angebot auf der Barkarte überzeugt absolut. Raffles ist nicht nur ein idealer Ort um den Abend ausklingen zu lassen, sondern bietet sich auch für einen Aperitif an.

Raffles Bar und Café MS Columbus

Foto: Raffles Bar und Cafe MS Columbus

Die Kabinen an Bord

Beeindruckend ist die Anzahl an Kabinen für Einzelbelegung auf den unterschiedlichen Decks. So befinden sich zum Beispiel auf Deck 06 insgesamt 34 Kabinen der Kategorie 7S, die mit jeweils 17,5m² enorm groß ausfallen und keine schlechtere Lage haben als die Doppelkabinen der Kategorie 7, welche ebenfalls 17,5m² groß sind. Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Kabinen, egal in welcher Kategorie auf welchem Deck, eine Standardgröße von 17,5m², was auch in der heutigen Zeit durchaus als großzügig zu bezeichnen ist. Die Deluxe Balkonkabinen sind mit 23,5m² noch ein ganzes Stück größer und wer noch mehr Platz zum Wohlfühlen braucht, der bezieht eine der insgesamt 36 Junior Suiten mit einer Größe von 34,5m². Alle Kabinen und Suiten sind mit modernen Flachbildfernsehern ausgestattet und renoviert. Die Einzelbetten sind in den meisten Kabinen als Doppelbetten arrangierbar. Da die Columbus komplett ausgebucht ist, gibt es keine Möglichkeit eine der Kabinen anzusehen.

Deck 07 Promenade

Auf Deck 07 finden sich im Bereich des Atriums weitere Shops sowie beidseitig des Schiffes die Photo & Video Gallery. Wie bei vielen Kreuzfahrtschiffen üblich, ist im Bugbereich das Theater bzw. eine Show Lounge zu finden. Auf der Columbus ist das die Palladium Show Lounge, der Haupttreffpunkt an Bord für das abendliche Unterhaltungsprogramm. Bei der letzten Großrenovierung wurde das Hauptaugenmerk auf die Erneuerung der Bühnentechnik gelegt, wodurch die Lounge zwar in einem klassischen Look daherkommt aber auf der Bühne moderne, bewegliche LED-Wandelemente installiert sind. Die Bühne ist im Verhältnis zur Gesamtgröße der Lounge sehr großzügig bemessen und reicht weit in den Sitzbereich der Gäste hinein. Dadurch stehen die Künstler quasi inmitten der Gäste und die können das Programm folglich hautnah erleben. Auf der oberen Ebene sorgt ein Orchester für die passende Musikuntermalung. Auf vielen neuen Kreuzfahrtschiffen fehlen Abstellmöglichkeiten für Getränke, die Columbus punktet hier im direkten Vergleich mit kleinen Cocktailtischen. Die Palladium Show Lounge gewinnt zwar keinen Designpreis und die Polster haben hier und da ihre besten Jahre hinter sich aber insgesamt braucht sie sich hinter den Theatern neuerer Kreuzfahrtschiffe nicht zu verstecken. In die Palladium Show Lounge integriert ist die Palladium Bar, sodass auch während bzw. zwischen den Darbietungen kein Gast auf seine Getränke verzichten muss. Auch das ist eine Annehmlichkeit, die es in der Branche auf vielen neuen Kreuzfahrtschiffen nicht mehr gibt.

Palladium Show Lounge MS Columbus

Foto: Palladium Show Lounge MS Columbus

Zwischen klassischem Oceanliner und Landhaus-Wintergarten

Im Außenbereich befindet sich eine große Teakpromenade, die zu einem Spaziergang einlädt. Die Connexions Bar ist so angelegt, dass sie auf einer Seite eine Art Innenpromenade bietet und so ein bisschen das Gefühl vermittelt, sich auf einem klassischen Oceanliner vergangener Tage zu befinden. Überall sind aber moderne Elemente eingeflossen und das ausgefeilte Beleuchtungskonzept unterstreicht das tolle Retro-Ambiente. Die Farben harmonieren, wie schon in anderen Bereichen an Bord, auf eine wunderbare Weise und vermitteln - in Kombination mit den Korbstühlen und Deckenleuchten im Ventilatordesign - einen Hauch von britischem Landhaus-Wintergarten. Die wellenförmig angelegte Bar verfügt über einen modernen Glastresen, gebürstetes Metall und türkisfarbene Keramikfliesen stehen im perfekten Einklang mit einem dunklen Laminatboden. Weißer Marmor, glitzernde Kronleuchter, eine kleine Tanzfläche, gemütliche Loungemöbel mit dicken Kissen und viele Dekorationsdetails sind weitere Merkmale der Connexions Bar. Auf der einen Seite sind Elemente alter Passagierdampfer zu finden und auf der anderen Seite ist die Bar ein chilliger Wintergarten. Wann wurde die Columbus gleich noch gebaut? Von altem Kreuzfahrtmuff ist hier definitiv nichts zu finden!

Connexions Lounge MS Columbus

Foto: Connexions Lounge MS Columbus

Klassisch britisch und dennoch modern

Wenige Schritte weiter befindet sich der Captain´s Club, welcher einen typisch britischen Pub darstellt. In den Deckplänen ist diese Location noch als Taverner´s Pub zu erkennen, an Bord allerdings mit Captain´s Club beschildert. Wie auch immer, die Liebe zum Detail zieht sich wie ein roter Faden durch das Schiff und auch wenn der Captain´s Club typisch britisches Pub-Ambiente versprüht, so ist er dennoch modern und keineswegs verstaubt. Dunkles Holzdekor und warme Lederpolster stehen unter einer weiß getünchten Decke, pfiffige Lichtinstallationen sorgen zusätzlich für einen modernen, freundlichen Touch. Auf der Barkarte stehen unzählige Biersorten und eine große Auswahl hochwertiger Spirituosen.

Captain´s Club MS Columbus

Foto: Captains Club MS Columbus

Das Staunen geht weiter, auch wenn das Waterfront Restaurant am Heck beim letzten Werftaufenthalt nicht komplett neu gestaltet und renoviert wurde. Das ist bereits vor einigen Jahren unter P&O-Flagge geschehen, als noch der Name Pacific Pearl am Bug stand. Eine Komplettrenovierung ist auch überhaupt nicht notwendig, denn wären wir nicht über den Renovierungszeitpunkt informiert worden, so hätten wir geglaubt in einem völlig neuen Restaurant zu stehen. Lediglich das Mobiliar wurde jüngst ersetzt und darüber hinaus sind die Teppiche ausgetauscht worden. Das Ergebnis ist ein wirklich gemütliches und elegantes Restaurant, in dem Beerentöne und warme Hölzer für Behaglichkeit sorgen. Bunte Glasskulpturen und Lichtinstallationen setzen dezente Farbtupfer.

The Waterfront Restaurant MS Columbus

Foto: The Waterfront Restaurant MS Columbus

Deck 08 Columbus

Im vorderen Schiffsbereich liegt die obere Ebene der Palladium Show Lounge, in der allabendlich ein hochwertiges Showprogramm dargeboten wird, sowie die Hampton´s Lounge und ein Internet Corner.

Hampton´s Lounge und Internet Corner MS Columbus

Foto: Hamptons Lounge und Internet Corner MS Columbus

Im hinteren Schiffsbereich befindet sich das erste von insgesamt sechs terrassenförmig angelegten Freidecks. Auf diesem sind zwei kleine Whirlpools installiert, umgeben von gemütlichen Sonnenliegen und einigen Loungemöbeln. An der Oasis Bar ist eine große Auswahl alkoholischer und nicht alkoholischer Getränke erhältlich.

Oasis Bar, sundeck, hot tubs MS Columbus Deck 08

Foto:  Oasis Bar, sundeck, hot tubs MS Columbus Deck 08

Auf Deck 09 und Deck 10 sind im Heckbereich weitere Sonnenterrassen zu finden, die zum Teil mit stilvollem Teak und zum Teil mit grünem Kunstrasen ausgelegt sind.

Sonnendecks MS Columbus Heckbereich

Foto: Sonnendecks MS Columbus Heckbereich

Deck 11 Navigator

Im vorderen Schiffsbereich befindet sich, etwas versteckt am Ende der Kabinengänge, das Crafters Studio. Dabei handelt es sich um einen Mehrzweckraum in dem Gesellschaftsspiele gespielt oder Vorträge gehalten werden können. Dieser Raum wird unseren Informationen nach derzeit aber nicht aktiv genutzt und macht auch einen recht verwaisten Eindruck. Die Aussicht auf den Bug ist allerdings sehr schön. Auf der Backbordseite am Heck der Columbus liegt der Mehrzweckraum Trumps & Aces, welcher als Spielzimmer für Gesellschaftsspiele genutzt wird. Ähnlich wie das Crafters Studio ist dieses Spielzimmer ein Raum, in dem man sich nicht wirklich gerne aufhält. Die Einrichtung wirkt zusammengewürfelt und hat die besten Tage zumindest farblich lange hinter sich, obwohl der Raum noch gar nicht lange existiert. Auf der Steuerbordseite kann in der Ship´s Library in erster Linie englischsprachige Lektüre ausgeliehen werden. Die schweren Ledersessel sorgen in Kombination mit üppigen Blumenarrangements, dunklen Wandvertäfelungen und Blümchenteppichmuster für einen typisch britischen Landhausstil. Bei einem Blick in alte Deckpläne wird die abgelegene Lage für die Schiffbücherei und das Spielzimmer klar, denn hier war früher ein Kinderbereich untergebracht. Diesen gibt es an Bord nicht mehr. Es ist natürlich immer schwierig neue Angebote zu schaffen, ohne dabei die Möglichkeit zu haben, Räumlichkeiten komplett versetzen zu können. Die Bücherei und das Spielzimmer haben jeweils einen direkten Zugang auf die Ocean Terrace am Heck der Columbus. Da bietet es sich an, mit einem schönen Buch in einer der zahlreichen Sonnenliegen zu verweilen.

Bücherei MS Columbus

Foto: Bücherei MS Columbus

Deck 12 Lido

Nicht mehr oft auf Kreuzfahrtschiffen zu finden sind große Freibereiche in Kombination mit einem großen Buffetrestaurant am Heck. Auf der Columbus gibt es eine solche Variante in Form des Plantation Bistro Buffet Restaurants. Das Plantation Bistro ist ein vollwertiges Buffet Restaurant mit einer üppigen Auswahl internationaler Gerichte und Speisen. Wir haben eine große Auswahl frischer Salate, vegetarische Speisen, diverse Fisch- und Fleischvariationen sowie Pizza-, Pasta-, und Obststationen gesehen. Ein Automat mit kostenlosen Fruchtsäften ist nicht vorhanden, was etwas schade ist. Tee und Kaffee sind kostenfrei erhältlich. Das Plantation Bistro ist sehr ansprechend gestaltet und erinnert wenig an ein typisches Buffet-Restaurant. Wirken die Buffet-Restaurants auf anderen Kreuzfahrtschiffen oft kantinenartig kalt und einfallslos, so sorgen auf der Columbus diverse Dekorationsdetails für ein behagliches Ambiente.

Plantation Buffet Restaurant MS Columbus

Foto: Plantation Buffet Restaurant MS Columbus

Auf der Steuerbordseite wurde ein Teil vom Plantation Bistro in das Fusion Asian Restaurant (Aufpreis) umgestaltet. Hier kommen Liebhaber der asiatisch inspirierten Küche auf ihre Kosten.

Fusion Asian Restaurant MS Columbus

Foto: Fusion Asian Restaurant MS Columbus

Ein Mix aus stilvollem Teak und grünem 80er Jahre Balkon-Kunstrasen

Die Außenbereiche sind eine Reminiszenz an die Zeit der großen Passagierschiffe, denn von diesen gibt es hier deutlich mehr als auf vergleichbaren, neueren Kreuzfahrtschiffen. Zum Teil sind sie mit edlem Teakholz belegt, zum Teil aber auch mit grünem Kunstrasen. Grüner Kunstrasen als Deckbelag ist für unseren Geschmack der optisch schlimmste, den man wählen kann. Die britischen Kreuzfahrtgäste lieben ihn offenbar aber, denn er ist unabhängig der Preiskategorie auf vielen Schiffen mit überwiegend britischem Publikum zu finden. Aus unserer Sicht vermittelt grüner Kunstrasen einen gewissen Camping- oder Balkoncharakter der 80er Jahre. Wie schön würde hier zum Beispiel eine Alternative in Holzoptik aussehen! Oder wenigstens ein anderer Farbton. Aber die Geschmäcker sind natürlich verschieden. Auf Deck 12 befinden sich zwei beheizbare, große Pools, diverse Sitzmöglichkeiten und Sonnenliegen. Am Pool Grill lässt sich wunderbar der kleine Hunger zwischendurch stillen.

Swimming Pool MS Columbus

Foto: Swimming Pool MS Columbus

In der Cappuccino´s Bar sind alle erdenklichen Variationen von Kaffeespezialitäten zu bekommen, auf der Barkarte stehen aber auch andere Getränke und Teesorten.

Cappuccinos Bar MS Columbus

Foto: Cappuccinos Bar MS Columbus

Steakfreunde werden im eleganten The Grill Restaurant (Aufpreis) auf jeden Fall fündig, denn das Angebot umfasst laut Speisekarte weit mehr als Filet Mignon und New York Strip.

The Grill Restaurant MS Columbus

Foto: The Grill Restaurant MS Columbus

Eine große Filmleinwand sorgt auf dem Außendeck für das perfekte Kinoerlebnis unter Sternenhimmel. Auch große Sportereignisse können hier übertragen werden.

Eine Besonderheit ist der vordere der beiden Pools, denn dieser grenzt im oberen Bereich an die Oval Pool Bar. In diesem oberen, erhöhten Bereich befinden sich sechs Barhocker im Wasserbecken. In warmen Reiseregionen ist es sicherlich ein tolles Erlebnis, an der Bar zu sitzen und sich vom Wasser kühlen zu lassen. In Hotels an Land sind solche Bars ebenfalls zum Teil vorhanden. Der obere Teil des Pools wird durch einen kleinen Wasserfall mit dem unteren Poolbereich verbunden. 

Oval Pool Bar und Swimming Pool MS Columbus

Foto: Oval Pool Bar und Swimming Pool MS Columbus

Deck 14 Sun

Auf Deck 14 gibt es in erster Linie ganz viele Freiflächen für Sonnenliebhaber, denn die Freidecks erstrecken sich über einen Großteil der Schiffslänge. Am Heck liegt die Columbus Lounge, welche eine Art Rückzugsort darstellt und von der aus sich hervorragend auf das Heckfahrwasser blicken lässt. Es gibt in einem der drei Bereiche eine Tischtennisplatte, in den anderen zwei Bereichen einen Fernseher und Sitzmöglichkeiten.

Ebenfalls hoch über dem Meer liegt The Dome Observatory, eine Aussichtslounge und Nachtclub zugleich. The Dome befindet sich unterhalb vom Signalmast und ermöglicht einen Rundblick von ungefähr 270 Grad. Das Ambiente ist zeitgemäß, modern und dennoch klassisch elegant. Die 28 Dienstjahre dieses Kreuzfahrtschiffes sind auch hier nicht zu erahnen, ok, vielleicht dann, wenn man einen Blick auf die Panoramascheiben wirft. Diese sind zwar in einem guten Zustand aber nur mit einfachem Sicherheitsglas versehen und nicht wie heute üblich mit Thermoscheiben. Tagsüber ist The Dome ein wunderbarer Rückzugsort und am Nachmittag lässt sich hier bei herrlicher Aussicht eine heiße Tasse Tee oder ein frisch gebrühter Kaffee genießen. Abends ist The Dome dann die ideale Alternative zur Palladium Show Lounge.  

Dome Observatory MS Columbus

Foto: Dome Observatory MS Columbus

Ein kleiner Wehmutstropfen

Ein kleiner Wehmutstropfen bleibt, denn es gibt keinen offenen Bereich auf den oberen Decks, von dem aus man einen Blick in Fahrtrichtung auf das Meer genießen kann. Zwar umschließt eine theoretisch zugängliche Deckfläche The Dome, doch diese ist abgesperrt.

Stilvoll modern statt altbacken und verstaubt

Unser Fazit: Die Columbus ist, obgleich ihrer 28 Jahre, in einem phantastisch guten Zustand und sicher ein Genuss für jeden Kreuzfahrtfan. Hier und da sind natürlich kleine „Altersfalten“ zu erkennen, welche das Schiff aber nicht ins schlechte Licht rücken oder einen Makel darstellen. Der verbaute Qualitätsstahl hat Wind, Sonne, Regen und Salz der letzten Jahrzehnte gut überstanden. Offenbar wurde das Schiff aber auch kontinuierlich gepflegt.

Das gesamte Schiff ist mit Wi-Fi-Zonen ausgestattet, wobei diese sehr großzügig angelegt sind und fast alle Bereiche des Schiffes abdecken.

Auch in dieser Hinsicht hat man die Columbus ordentlich „aufgerüstet“. Ohnehin ist nicht nur der optische Zustand hervorragend, sondern offenbar auch der technische. In den öffentlichen Bereichen ist es nahezu gleich temperiert, was auf eine korrekt funktionierende Klimaanlage bzw. Generatoren schließen lässt. Möglich aber auch, dass es in heißen und feuchten Regionen mit der Temperaturregelung nicht mehr so einwandfrei läuft. Das können wir nicht selbst beurteilen.

Der Stil und das Ambiente an Bord sind definitiv nicht „altbacken und verstaubt“ sondern eher ansprechend modern und auch nicht typisch british sondern international. Von einer steifen Atmosphäre können wir an Bord nicht sprechen, allerdings ist dieses Schiff auch nichts für Partyfans und all jene Kreuzfahrtgäste, die eine tägliche Dauerbespaßung suchen. Die Columbus war nie ein „Funship“ und will auch künftig keines werden. Dennoch ist das Farbdesign an Bord in den letzten Jahren deutlich frischer geworden.

Auf der Columbus erwartet die Gäste ein Mix aus Stil, Komfort, Großzügigkeit und dem klassischen Ambiente eines Kreuzfahrtschiffes der späten 80er Jahre. Die Bordsprache ist grundsätzlich Englisch, für deutschsprachige Gäste wird aber ein spezieller Service geboten. Grundkenntnisse in der englischen Sprache sind von Vorteil aber nicht zwingend notwendig. Ob man die Columbus nun schon als „Klassiker“ bezeichnen kann, darüber lässt sich sicherlich so manche Diskussionsrunde eröffnen. Fest steht, dass es aktuell nur eine Handvoll Kreuzfahrtschiffe dieser Art auf dem deutschsprachigen Markt gibt, die sich in einem solch wunderbaren Zustand befinden und ein derart authentisches Kreuzfahrterlebnis bieten - natürlich ganz ohne Kletterpark, Wasserrutschen, Eislaufbahn und Surfsimulator. Die Columbus ist ein „Einzelstück“, es gibt kein Schwesterschiff oder gar Serienbauten dieses Schifftyps.

Fahrstühle an Bord:

Es gibt 3 Fahrstühle im vorderen Treppenhaus mit denen alle Decks erreicht werden können. Die drei mittleren Fahrstühle erreichen alle Decks außer 12 und 14. Mit den drei hinteren Fahrstühlen gelangt man auf alle Decks außer Deck 14. Insgesamt gibt es an Bord 9 Fahrstühle.

Deutschsprachige Serviceleistungen an Bord der Columbus:

  • Betreuung durch Hostess
  • Bordnachrichten & Tagesprogramm
  • Menükarten in den Restaurants
  • TV/Nachrichtenkanal (je nach Empfang)
  • Spielfilme, ausgewählte Bücher und Gesellschaftsspiele
  • Ausgewählte Landausflüge mit Deutsch sprechender Reiseleitung, je nach Reise und Teilnehmerzahl

Eine weitere Besonderheit an Bord der Columbus:

Musiktitel werden in allen öffentlichen Bereichen während einer Kreuzfahrt nicht wiederholt, lassen wir uns erklären. Auf diese aufwändige Technik ist man zu Recht etwas stolz, denn wie oft wird man sonst auf anderen Schiffen innerhalb weniger Stunden mit immer denselben Musiktiteln bespielt. Diese variieren zwar je nach Aufenthaltsort aber laufen meist in der Dauerschleife. Auf der Columbus ist das anders. Während einer 121-Nächte Weltreise dürften sich die Titel dann aber irgendwann auch wiederholen, vermuten wir.

Mit der Columbus einmal um die Welt – „Once in a Lifetime“!

Am 06. Januar 2018 startet die Columbus in Amsterdam zu ihrer 121 Nächte Weltreise über Lissabon, diverse Häfen in der Karibik, Panamakanal, Französisch Polynesien, Neuseeland, Australien, Indonesien, die Philippinen, China, Vietnam, Thailand, Malaysia, Indien, Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Ägypten sowie weitere Ziele im Mittelmeer zurück nach Amsterdam.

Diese Reise ist in Teilstücken buchbar oder als komplette Kreuzfahrt ab derzeit 12.709,- EUR p,.P, bei Belegung einer 2-Bett Premium-Innenkabine. Alle Einzelkabinen sind derzeit ausgebucht.

Kinder bzw. Teenager sind an Bord in Begleitung Erwachsener ab einem Alter von 16 Jahren willkommen. Es gibt Familienreisen auf denen Kinder in Begleitung von zwei voll zahlenden Erwachsenen bei Unterbringung in derselben Kabine einen Festpreis von 299,- EUR zahlen.

Singles zahlen lediglich einen Zuschlag von 25% auf den Doppelkabinentarif! Es stehen eine große Anzahl Doppelkabinen zur Alleinbenutzung zur Verfügung.

  • Komplette Bildergalerie mit allen Innenfotos der Columbus >>Link<<

Alle Kreuzfahrten mit der „Columbus“ können bei uns gebucht werden. Weitere Details zum Schiff und zur Kabinenausstattung teilen wir Ihnen gerne auf Anfrage mit. Senden Sie uns einfach eine unverbindliche Mail an kontakt@kreuzfahrten-mehr.de oder rufen Sie uns an unter 04893-4288535.